Überraschend souverän, fast wirkte es mühelos, gewann der Colmberger Florian Bremm bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig den Titel über 3000 Meter.
Mit seinem überragenden Endspurt verwies Bremm den großen Favoriten Mohamed Abdilaahi (Olympia Dortmund) auf den zweiten Platz und holte sich damit nach dem Sieg über 5000 Meter im Sommer die nächste nationale Goldmedaille.
Dafür musste Bremm, der für den LSC Höchstadt startet, nicht im Bereich seiner erst im Januar in Luxemburg aufgestellten Bestzeit (7:53,25 Minuten) laufen. Als einziger blieb er über die 15 Runden auf der blauen Bahn unter der 8-Minuten-Marke (7:58,76) und distanzierte seinen großen Konkurrenten und Olympiastarter von 2021 um fast zwei Sekunden. Bronze ging an Felix Friedrich (Dresdner SC, 8:01,57).
Bremm heftete sich vom Start weg an die Fersen von Mohamed Abdilaahi, dessen Bruder Yassin Abdilaahi zwischendurch für das Tempo sorgte. Der blonde Verfolger aber blieb eisern dran und spielte auf den letzten Metern seine bekannte Spurtstärke aus.
Es war ein sehr dankbarer Rennverlauf
„Es war ein sehr dankbarer Rennverlauf für mich, das hatte ich mir im Vorhinein nicht so ausgemalt“, berichtete Bremm, „ich habe mich sehr lange sehr gut gefühlt, weil ich hinten sehr entspannt und ruhig laufen konnte. Auf den letzten hundert Metern konnte ich dann vorbei ziehen.“
Mit der DM schließt Bremm die Hallensaison ab. Nun steht ein längeres Trainingslager in Südafrika an, um die Grundlagen für neue Bestzeiten in der Sommersaison zu schaffen. Damit sich bewahrheitet, was der Kommentator im Live-Stream voraussagte: „Mit diesem Mann wird zu rechnen sein“. Das nächste große Ziel ist die Europameisterschaft in Rom.
Für die Sprinterin Amelie-Sophie Lederer (LG Stadtwerke München) erfüllten sich die Hoffnungen aufs Finale über 60 Meter in Leipzig nicht. Die 29-jährige aus Ornbau kam in ihrem Vorlauf mit 7,53 Sekunden nur auf Rang vier und schied aus.
Positiv überraschte dagegen Lukas Kleinschrodt vom TSV Ansbach. Über die 60 Meter Hürden zog der 19-Jährige ins Finale ein und belegte mit 8,24 Sekunden den siebten Platz.
Mit Rang 18 der Meldeliste schien für Kleinschrodt als jüngstem der 24 gemeldeten Athleten das Finale eigentlich außer Reichweite.
Mit einem um einige Zentimeter nach hinten verschobenen Start kam Kleinschrodt im Halbfinale mit etwas längeren Schritten und dadurch sichtlich mehr Tempo zur ersten Hürde. Diesen Schwung behielt der Meteorologie-Student auf der idealen Bahn fünf auch bei jeder der folgenden Hürdenüberquerungen bei. Mit 8,15 Sekunden erreichte er eine um sieben Hundertstel verbesserte Bestzeit und Platz drei seines Halbfinales.
Mit der achtschnellsten Zeit aller Starter qualifizierte er sich gleich in seinem ersten Jahr in der Männerklasse für das Finale.
Hier musste startete Kleinschrodt auf der ungünstigen Bahn acht, an der direkt die Bänke und Anzeigetafeln des benachbarten Dreisprungs standen. Nach dem neuen Kreisrekord aus dem Halbfinale machte der gewohnt gelassen wirkende Ansbacher aus dieser Situation das Bestmögliche und eroberte sich mit einem flüssigen Lauf in 8,24 Sekunden noch Rang sieben unter Deutschlands Hürdenassen.