Längst nicht mehr alle Störche fliegen zum Überwintern in den Süden. Einige bleiben auch im Aischgrund. Diesen Winter waren es jedoch wieder deutlich weniger als im Vorjahr.
Wie die Storchenbetreuerin des Landesbundes für Vogel- und Naturschutz, Heike Seefried, gegenüber unserer Zeitung ausführte, tauchten die Störche in diesem Winter nur in Neustadt und in Uehlfeld auf. Weiter aischabwärts, von Schauerheim bis Burgbernheim, ist Erwin Taube zuständig – aber dort gab es nach seinen Angaben keine Überwinterer.
35 Störche zählte Seefried in Neustadt. Diese sammeln sich häufig auf hohen Gebäuden, wie dem Turm der Stadtkirche oder dem Rathaus, um dort zu übernachten. Mit dabei seien auch einige Adebare, die auf dem Diespecker Pfarrhaus und Gemeindehaus übernachten. Dies wisse man durch Ringablesungen mittels Spektiv. Bei den meisten Störchen wisse man aber nicht, woher sie kommen. Die Ablesung am Ring sei noch nicht möglich gewesen. Die Störche finden sich für die Nacht zusammen, es gibt aber keine Brut in der kalten Jahreszeit, stellte Seefried klar.
Voriges Jahr haben laut Seefried bis zu 60 Störche in Neustadt überwintert. Jedoch würden derzeit in Herrieden (Landkreis Ansbach) wesentlich mehr Störche in den kalten Monaten gesichtet. Ob diese aus dem Aischgrund stammen, müsste man auch dort über die Ringablesung erst noch feststellen. Ein Storch könne mehrere Hundert Kilometer innerhalb eines Tages zurücklegen.
Von etwa 25 Überwinterern in Uehlfeld sprach Gerhard Bärthlein – seit 40 Jahren als dortiger „Storchenvater“ bekannt. Er ist mit den Tieren aufgewachsen, die während der Jahrzehnte „einmal mehr, einmal weniger“ gewesen seien. Diese sichtete er in den fünf Horsten auf drei eigenen Gebäuden und im Umkreis von etwa 200 Metern. Da der Kirchturm derzeit eingerüstet ist, können sich die Tiere dort nicht niederlassen, so Bärthlein.