Das Filialsterben im Bankbereich geht weiter. Die PSD-Bank Nürnberg hat ihre einzige Niederlassung im Raum Ansbach geschlossen. Das Erdgeschoss des Hauses am Martin-Luther-Platz in Ansbach, in dem das Beratungsbüro des Kreditinstituts untergebracht war, steht momentan leer.
Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung des Bankwesens und der damit verbundenen verstärkten Nutzung des Online-Angebots habe die Kundenfrequenz im Ansbacher Beratungsbüro zuletzt stark abgenommen, erläutert Jessica Tröger, Vertriebsvorstand der PSD-Bank Nürnberg, auf Anfrage der FLZ.
Die Kunden verweist das Kreditinstitut auf das Online-Banking. Das sei bei den Kunden auch wegen der Zeitersparnis beliebt, meint Tröger: „Vor diesem Hintergrund haben wir uns dafür entschieden, den Mietvertrag für das Beratungsbüro nicht mehr zu verlängern.“
Das Beratungsbüro bestand seit 2009. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit hat es bereits zum Jahreswechsel geschlossen. Auch der Geldautomat der Genossenschaftsbank, den es dort gab, ist verschwunden.
Zur Begründung dafür hieß es von der Bank, den zu erwartenden geringen Nutzungszahlen hätten unverhältnismäßig hohe Betriebskosten für einen Geldautomaten – unter anderem für Miete und Wartung – gegenübergestanden. Es sei deshalb nicht möglich gewesen, diese Auszahlungsmöglichkeit wirtschaftlich sinnvoll aufrechtzuerhalten.
Außerdem könnten alle Kundinnen und Kunden der PSD-Bank Nürnberg an Geldautomaten mit dem Logo „BankCard ServiceNetz“ kostenfrei Bargeld abheben. Allein im Stadtgebiet von Ansbach stünden dafür fünf entsprechende Automaten zur Verfügung. Darüber hinaus sei es möglich, in vielen Supermärkten beim Bezahlen des Einkaufs an der Kasse gleichzeitig Bargeld abzuheben.
Persönliche Beratung in Ansbach gibt es nun nicht mehr. Stattdessen sollen die Kunden das Telefon oder Videokonferenzen nutzen. Wer persönlichen Kontakt sucht, muss jetzt nach Nürnberg oder in eine der anderen Filialen fahren.
Die Kunden habe man durch Aushänge im Beratungsbüro, einem Hinweis am Geldautomaten und persönliche Gespräche über die Schließung informiert. Auf ein postalisches Anschreiben an alle Kunden in der Region habe man aus Gründen der Nachhaltigkeit bewusst verzichtet, auch weil nur ein geringer Anteil ebendieser Kunden das Beratungsbüro als Anlaufstelle genutzt hatte. Nach eigenen Angaben hat die PSD-Bank „keinerlei Kündigungen“ infolge der Schließung des Beratungsbüros in Ansbach verzeichnet.