In den beiden Ortsteilen Sachsbach und Reichenau der Marktgemeinde Bechhofen steht ein besonderes Jubiläum ins Haus: Seit nunmehr 150 Jahren prägt der Feuerwehrverein Sachsbach-Reichenau das örtliche Leben.
Trotz dieser langen gemeinsamen Geschichte und der engen Verbundenheit der beiden Orte existierten über diesen Zeitraum hinweg zwei eigenständige Feuerwehren. Eine weitreichende Veränderung markierte dabei das Jahr 2025, in dem die Sachsbacher Wehr den Status einer Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Reichenau annahm. Dieses Jubiläum sowie die erfolgreiche Eingliederung als Löschgruppe werden nun mit einem großen Fest gefeiert. Als Schirmherr fungiert der Erste Bürgermeister der Marktgemeinde Bechhofen, Sven Waidmann.
Als Veranstaltungsort dient die große Halle der Firma Hochdanner am nördlichen Ortsrand von Sachsbach, die den idealen Rahmen für die Feierlichkeiten bietet. Neben dem offiziellen Programm erwartet die Gäste an beiden Tagen ein reichhaltiges Angebot an Speisen und Getränken, das zur ausgiebigen Stärkung und zum gemütlichen Beisammensein einlädt.
Die Feierlichkeiten beginnen am Freitag, dem 29. Mai 2026, um 18.00 Uhr mit der offiziellen Abholung der Patenwehr Königshofen an der Heide. Im Anschluss findet um 18.30 Uhr ein feierliches Totengedenken statt, um der verstorbenen Mitglieder zu gedenken. Der Abend wird ab 19.30 Uhr mit einem Festkommers fortgesetzt, bevor ab 21.00 Uhr die Musikgruppe „Die Altmühlrebellen“ für Unterhaltung sorgt.
Der zweite Veranstaltungstag, Samstag, der 30. Mai 2026, steht ganz im Zeichen des Festumzugs. Die Aufstellung hierfür beginnt um 17.30 Uhr, sodass sich der Umzug pünktlich um 18.00 Uhr in Bewegung setzen kann. Den stimmungsvollen Ausklang des Tages gestalten ab 21.00 Uhr „Die Wittmanns Buam“, die zum gemeinsamen Feiern in der festlich hergerichteten Halle einladen.
Beide Orte bilden zusammen mit dem Weiler Lettenmühle die Kirchengemeinde Sachsbach. Die Ortschaft selbst wurde erstmals 1147 in einer Urkunde des Klosters Heilsbronn als „sahsbach“ – Siedlung an einem Sumpf – erwähnt. Die Kirche fand ihre erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1342 in einer Ablassurkunde von Avignon. Über 400 Jahre lang zierte eine kunstgeschichtliche Besonderheit das Gotteshaus: ein spätgotischer Altar aus der Werkstatt Michael Wolgemuts, des Lehrherrn Albrecht Dürers und Schöpfers des Marienaltars in der Feuchtwanger Stiftskirche.
Dieser Sachsbacher Altar, wohl um 1504 entstanden, zeigte an zentraler Stelle die heilige Anna, die Großmutter Jesu. Im Jahr 1904 verkaufte die Kirchengemeinde den Altar für 300 Mark an den Verein für Altertumskunde in Feuchtwangen. Er steht heute wohlbehütet im Fränkischen Museum und ist dort der Öffentlichkeit zugänglich. Der Turm im Fachwerkstil beherrscht den Dorfplatz mit Kriegerdenkmal und früheren Schulgebäuden.
Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Sachsbach wird seit langer Zeit von der Pfarrstelle Bechhofen mitbetreut. Den Sachsbachern liegt ihr Gotteshaus sehr am Herzen und die Gemeinde engagiert sich intensiv für dessen Erhalt. Die dringend notwendige Sanierungsplanung des Kirchendaches nimmt aktuell konkrete Formen an. In Reichenau befindet sich das zweite Sakralgebäude auf dem Gebiet der kleinen Kirchengemeinde: die dortige Ortskapelle, wo zu besonderen Anlässen im Jahreslauf Andachten stattfinden.
Bis 1971 verfügte Sachsbach über eine eigene Schule – später wurde das Gebäude zum Feuerwehrhaus umgebaut und erfüllt bis heute diesen Zweck. Ein herausragendes Ereignis in der Chronik der Feuerwehr ist die Gründung der Jugendgruppe Sachsbach im Jahr 1971: Das Dorf erwies sich damals als regelrechter Pionier der Nachwuchsgewinnung, denn bis dahin gab es in ganz Mittelfranken nur eine weitere Jugendgruppe. Heute ist Alexander Beck Kommandant der Jubelwehr und Markus Pfeiffer Erster Vorsitzender.