Feuerwehren: Brauchen mehr Technik für Waldbrand-Einsätze | FLZ.de

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Veröffentlicht am 12.07.2026 07:36

Feuerwehren: Brauchen mehr Technik für Waldbrand-Einsätze

Die Gefahr von Waldbränden nimmt in Deutschland wieder zu. (Symbolbild) (Foto: str/dpa)
Die Gefahr von Waldbränden nimmt in Deutschland wieder zu. (Symbolbild) (Foto: str/dpa)
Die Gefahr von Waldbränden nimmt in Deutschland wieder zu. (Symbolbild) (Foto: str/dpa)

Die Gefahr von Waldbränden steigt erneut: Feuerwehren in Deutschland dringen auf mehr Investitionen in Fahrzeuge und Technik, um noch besser gegen Feuer in Wäldern und im Gelände gewappnet zu sein. „Wir laufen noch immer hinterher. Insbesondere Spezialfahrzeuge könnten wir mehr gebrauchen“, sagte der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands, Karl-Heinz Banse, der Deutschen Presse-Agentur. „In den letzten Jahren hat sich allerdings schon einiges getan, es ist sehr viel beschafft worden.“

Die Gefahr für Waldbrände in Deutschland steigt derzeit wegen der anhaltenden Trockenheit an. Wie in den Karten des Deutschen Wetterdienstes zu sehen ist, dürfte am Mittwoch fast im ganzen Land die Warnstufe 4 herrschen, teilweise sogar die höchste Stufe 5. 

Bei der jüngsten Hitzewelle Ende Juni brannte es gleich in mehreren Bundesländern. Zuletzt gab es im spanischen Andalusien viele Tote bei einem Waldbrand. In Nürnberg kämpften in der Nacht zum Samstag Hunderte Einsatzkräfte nahe dem Messegelände stundenlang gegen Flammen.

Mehr Löschflugzeuge anschaffen?

„Der Klimawandel ist vorhergesagt worden, aber man kann natürlich nicht von heute auf morgen alles um- und nachrüsten“, sagte Banse. „Noch stärker werden könnten wir bei der Brandbekämpfung aus der Luft.“ 

Nach früheren Angaben der EU-Kommission sind diesen Sommer in besonders gefährdeten Regionen wie Griechenland, Italien und Spanien zusätzlich Hunderte Feuerwehrleute stationiert worden. Außerdem stünden 22 Flugzeuge sowie 5 Helikopter aus der EU-Flotte zur Unterstützung bereit. 

Banse sprach sich dafür aus, künftig auch Flugzeuge in der Mitte Europas zu stationieren für mögliche Brände in Deutschland, Polen oder Tschechien. In Deutschland habe zum Beispiel der Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt ein Löschflugzeug gemietet, sagte er. Unterstützung aus der Luft leisteten in der Vergangenheit auch die Bundespolizei und Bundeswehr.

Gefährliche Einsätze auf früheren Truppenübungsplätzen

Als schwierig gestalteten sich in der Vergangenheit Löscheinsätze auf früheren Truppenübungsplätzen. „Aus dieser Erfahrung heraus wird verstärkt auf Löschroboter gesetzt und es wurden splittergeschützte Fahrzeuge angeschafft für Einsätze in den munitionsbelasteten Bereichen“, sagte der Verbandschef. „Mit Löschrobotern ist eine ganze Menge machbar, zumal es in Deutschland Firmen gibt, die damit Marktführer in der Welt sind.“

Brände in Europa haben im vergangenen Jahr auf einer Fläche von mehr als einer Million Hektar gewütet, so viel wie nie zuvor. In Deutschland verbrannte laut Bundesinformationszentrum Landwirtschaft eine Fläche von insgesamt 2.626 Hektar, das entspricht der Größe der Insel Norderney. Der Klimawandel erhöht die Wahrscheinlichkeit für Brände etwa im Mittelmeerraum, weil er zu langen Perioden mit Trockenheit und Hitze führt.

Der konkrete Auslöser für einen Brand sind häufig Zigaretten, Grillen oder das Abstellen von Autos auf trockenem Boden. Der Landesbetrieb Hessenforst stellt klar: „Rund 90 Prozent der Waldbrände in Deutschland sind auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen.“

© dpa-infocom, dpa:260712-930-371818/1


Von dpa
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