Dem Szenario bei der offiziellen Eröffnung der Feuerwehraktionswoche im Landkreis Ansbach lag ein bei Waldarbeiten in Brand geratener Traktor in einem ausgedehnten Waldgebiet westlich der Ortschaft Burk zugrunde. 170 Einsatzkräfte waren vor Ort.
Unter der Einsatzleitung von Kreisbrandmeister (KBM) Gerald Schneider vom Dienstbereich Ansbach 4 löschten sie den sich nach dem Szenario rasch im Unterholz ausbreitenden Waldbrand und verhinderten vor allem die durch den Ostwind latente Gefahr eines Übergreifens auf die nahe Wohnbebauung.
Die Freiwilligen Feuerwehren aus Burk, Meierndorf-Bruck, Wieseth, Untermosbach, Deffersdorf, Lölldorf, Dentlein, Oberahorn, Thürnhofen, Aichau, Königshofen, Feuchtwangen und Weinberg konnten im Zusammenwirken mit dem Technischen Hilfswerk (THW) Feuchtwangen und dem Bereitschaftsdienst des Roten Kreuzes nach zwei aufregenden und arbeitsreichen Stunden Entwarnung an die Einsatzleitung melden.
Der Wald in Richtung Burker Siedlung wurde vorsorglich mit reichlich Löschwasser versehen, so dass bei der Übung das Feuer trotz des trockenen Waldbodens schnell erstickt werden konnte. Eine über dem Gefahrengebiet schwebende Drohne des THW sandte zusätzlich aufschlussreiche Bilder an die Einsatzleitung.
Bei der Übungsbesprechung zeigte sich KBM Schneider stolz auf die Mitwirkenden an der Durchführung der Löschaktion. Diese habe zwar leicht chaotisch begonnen, da die Weiher mit Löschwasser sehr weit entfernt lagen und die aufgebauten Faltbehälter zunächst leer blieben. Aber als mehrere Landwirtinnen und Landwirte mit ihren bis zu 5000 Liter fassenden Güllefässern anrückten, „lief die Übung wie von selbst“. Auch eine als verletzt geltende Person sei vorschriftsmäßig versorgt und mit der Trage in Sicherheit gebracht worden, hieß es.
Der stellvertretende Landrat Stefan Horndasch baute die offizielle Eröffnung der Aktionswoche in sein Grußwort ein. Sein Dank galt der gesamten „Blaulichtfamilie“, deren „sinnvolle Freizeitgestaltung für die Sicherheit unsere Bevölkerung“ sorge. Beeindruckend sei, wie mehrere unterschiedliche Organisationen erfolgreich zusammenwirkten.
Horndasch dankte den etwa 11.000 ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleuten im Landkreis, darunter ungefähr 1000 Frauen, die auf verschiedene Gefahrenlagen mit guter Ausbildung und großem Engagement richtig reagieren. Abschließend wurde informiert, dass Anfang Dezember die für 30 Millionen Euro errichtete neue Integrierte Leitstelle in Ansbach-Brodswinden in Betrieb genommen wird.
Als Sprecher für den Katastrophenschutz des Deutschen Roten Kreuzes erinnerte Johannes Stegmann an die stets erforderliche medizinische Absicherung. Es müsse unbedingt dafür gesorgt werden, dass die in ihren Schutzanzügen steckenden Wehrleute bei den sommerlichen Temperaturen genügend Flüssigkeitszufuhr erhielten. Kreisbrandinspektor Willi Hofmann zeichnete in Vertretung des Kreisbrandrats für die Feuerwehrführung verantwortlich. Er erläuterte das Motto der in Landshut bayernweit eröffneten Aktionswoche „Viele Gesichter. Eine Heimat.“
Das Zusammenwirken verschiedener Hilfsorganisationen bedinge ein hohes Maß an Professionalität. 318.000 aktive Feuerwehrleute in ganz Bayern könnten viel bewirken. Es gelte, deren Erfahrungsschatz an die mittlerweile 54.000 Jugendlichen und 30.000 Kinder in den Nachwuchs-Feuerwehren weiterzugeben, auch wenn die Dienstzeit auf 67 Jahre angehoben worden sei. Der Fortbestand der kleinen Ortswehren sei unabdingbar, betonte Hofmann.
Burks Bürgermeister Georg Held hatte zu Beginn der Manöverkritik die Aktiven und Zuschauer zu der eindrucksvollen Großübung am Waldrand begrüßt. Die Gefahr eines Waldbrands durch Trockenheit und Hitze dürfe man nicht unterschätzen. Sein Dank galt allen ehrenamtlichen Einsatzkräften, die im Notfall gemeinsam die Bevölkerung vor Schaden bewahren. Held lud im Namen der Gemeinde Burk alle Aktiven zu einem Imbiss und Getränken ein.