Mit der Absenkung des Wahlalters für die Europawahl können in Deutschland erstmals Jugendliche ab 16 Jahren an dieser Abstimmung teilnehmen. Der Feuchtwanger Liam Hefner ist einer davon. Unsere Redaktion sprach mit ihm zum Abschluss der FLZ-Serie zur Europawahl.
Der junge Neu-Wahlberechtigte findet es persönlich gut, dass jetzt 16- und 17-Jährige mit über die Zusammensetzung des Europaparlaments bestimmen dürfen. „Wir haben damit die Möglichkeit, Einfluss auf die Politik zu nehmen“, sagt Liam Hefner.
Dass die Altersabsenkung auch kritisch gesehen wird, kann er nicht wirklich nachvollziehen. Bei der Herabsetzung des Wahlalters von 21 auf 18 Jahre habe es seinerzeit ebenfalls Vorbehalte gegeben. Es mussten sich alle erst dran gewöhnen. Inzwischen sei es kein Thema mehr.
Das oft vorgebrachte Argument, 16- und 17-Jährige hätten keine eigene Meinung, lässt der Feuchtwanger nicht zählen. Solche Personen gebe es auch in anderen Altersgruppen.
Liam Hefner bezeichnet sich selbst als „politikinteressiert“. Er informiert sich über die Parteien in dem Spektrum, in dem er sich politisch verortet. Von einigen hat er die Parteiprogramme gelesen und verfolgt, was sie in den Sozialen Medien veröffentlichen.
Für ihn müssen politische Gruppen für soziale Gerechtigkeit stehen, sich für den Klimaschutz und für mehr europäische Zusammenarbeit einsetzen, betont der Schüler.
In seinem Freundeskreis wollen viele wählen, erzählt er. Einige fühlten sich aber noch unsicher, weil sie nicht wüssten, wen sie wählen sollen. Diesen versuche er zu erklären, wo sie sich zuverlässig informieren könnten.
Zusammen mit Mitschülerinnen und -schülern hat Liam Hefner das Europäische Parlament in Straßburg besucht. „Es war schön, zu sehen, wie alle Nationen miteinander auskommen können, miteinander verbunden sind“, beschreibt er seine Eindrücke. Liam Hefner wird bei der Europawahl abstimmen. „Definitiv“, betont er. Sein Kreuz wird er am Sonntag, 9. Juni, in der Kabine im Wahllokal machen.
Liam Hefner ist 17 Jahre alt und besucht die elfte Klasse des Gymnasiums Feuchtwangen. In seiner Freizeit spielt der Formel-1-Fan gerne Videospiele. Und er liebt das Reisen. Nach Schweden, Frankreich, Spanien und Portugal will er als nächstes Rumänien und den baltischen Staaten einen Besuch abstatten.