„Fest an sich selbst glauben“: Extremsportler Jonas Deichmann in Ansbach | FLZ.de

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Veröffentlicht am 16.03.2025 18:26

„Fest an sich selbst glauben“: Extremsportler Jonas Deichmann in Ansbach

Wenn er gerade keine Weltrekorde aufstellt, arbeitet Jonas Deichmann als Motivationsredner. (Foto: Sophia Schmidt)
Wenn er gerade keine Weltrekorde aufstellt, arbeitet Jonas Deichmann als Motivationsredner. (Foto: Sophia Schmidt)
Wenn er gerade keine Weltrekorde aufstellt, arbeitet Jonas Deichmann als Motivationsredner. (Foto: Sophia Schmidt)

Über seinen außergewöhnlichen Lebensweg hielt der mehrfache Weltrekordhalter Jonas Deichmann am Freitagabend einen Vortag im Onoldiasaal. Veranstaltet wurde das Event vom Lions Club Ansbach; der Erlös von über 14.000 Euro soll für soziale Zwecke gespendet werden.

Der erste Triathlon um die Welt, 120 Marathons in 120 Tagen, mehrere Fahrrad-Extremtouren durch verschiedene Kontinente und Klimazonen sowie weitere Weltrekorde kann Jonas Deichmann für sich beanspruchen. Seine Lebensphilosophie ist: „Fest an sich selbst glauben, bedingungsloser Optimismus und vor allem Leidenschaft.“

Die Liebe zum Sport und auch die Abenteuerlust wurden Jonas Deichmann gewissermaßen in die Wiege gelegt. Der 37-Jährige erzählt, dass bereits sein Großvater „Schlangenfänger“ in Afrika war. Zunächst aber schloss der gebürtige Stuttgarter ein Wirtschaftsstudium in Schweden und Dänemark ab.

Beginn auf dem Oktoberfest

2016 auf dem Oktoberfest in München wurde der Grundstein für seine Abenteurerkarriere gelegt. In einem Gespräch mit seinem damaligen Chef, der später sein erster Sponsor wurde, fasste Deichmann den Entschluss: „Ich will einen Weltrekord aufstellen.“

Nur ein Jahr später war es dann so weit: Mit dem Rad fuhr Deichmann von Portugal bis an das östlichste Ende von Russland in nur 64 Tagen und stellte damit gleich zwei Weltrekorde auf. Bei bis zu minus 25 Grad mitten im tiefsten sibirischen Winter fuhr er den ganzen Tag mit dem Rad und übernachtete im Zelt. Die Herausforderungen waren auch bei seiner Afrikadurchquerung mit dem Rad 2019 zuhauf vorhanden. Deichmann erinnert sich noch genau an die Lebensmittelvergiftung, die er mitten in der Sahara hatte.

Unerwünschte Begegnungen mit Quallen

Ein Jahr später startete er seinen Triathlon um die Welt, bei dem er bis zu neun Stunden pro Tag im Adriatischen Meer schwamm. Sein höchstes Schwimmerabzeichen war zu diesem Zeitpunkt das Seepferdchen, das Salzwasser war schädlich für seine Haut, häufiger gab es ungewünschte Begegnungen mit Quallen.

Der Athlet befand sich also schon oft am äußersten Rand seiner Komfortzone. Heute kann er von all dem humorvoll mit einem Lächeln erzählen. Am schlimmsten ist laut Deichmann dabei das Mentale – jeden Morgen aufs Neue ins Wasser springen oder die steifgefrorenen Stiefel anziehen und aufs Rad steigen – dazu muss man sich erst mal durchringen. Deichmann erklärt, dass die richtige Einstellung entscheidend ist: „Nicht lange überlegen, einfach anfangen, ein großes Ziel in viele kleine Etappen zerlegen und sich auf das fokussieren, was man selbst beeinflussen kann.“ Nach ein paar Tagen der harten Disziplin gehe es dann wie von allein.

Der „deutsche Forrest Gump”

Deichmann betont mehrmals, wie wichtig es ist, dass man positive Menschen um sich sammelt: „Man muss sich von Negativität und Zweiflern distanzieren.“ Sich zu trauen, darin liege der erste und wichtigste Schritt, denn „die meisten großen Projekte scheitern schon vor der Startlinie“.

Den Rekord sieht Deichmann nur als zusätzlichen Bonus: „Es sind die Erlebnisse und Begegnungen mit den Menschen, die mich motivierten.“ Während seiner Läufe schlossen sich ihm immer wieder Menschen an, weshalb er auch als „deutscher Forrest Gump“ bezeichnet wird. Andere Menschen zum Sport zu motivieren, darauf ist er stolz.

Erlös geht an soziale Zwecke

Auf die Idee, Deichmann nach Ansbach zu holen, kam Dr. Christoph Wolff, nachdem er eines von Deichmanns Büchern gelesen hatte. Der aktuelle Präsident des Lions Club Ansbach verkündet stolz, dass allein durch den Kartenvorverkauf 14.000 Euro eingenommen wurden. Das Geld soll für Kinder und Jugendliche in Not sowie für Umwelt und Kultur im Landkreis Ansbach eingesetzt werden.


Von Sophia Schmidt
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