Verschiedene Formen der Kunst der Öffentlichkeit zugänglich machen. Dieses Ziel verfolgt der Bad Windsheimer Maler Gerhard Rießbeck und gestaltet deshalb regelmäßig Ausstellungen mit Kunstschaffenden. Dieses Mal zu Gast: Inge Gutbrod, die Kunstwerke aus Wachs erschafft und mit der er „Ein kühles Leuchten” erzeugen will.
Die Künstlerin stammt gebürtig aus Nürnberg, lebt aber mittlerweile in Fürth, wo sich auch ihr Atelier befindet. Sie und Rießbeck lernten sich während des Studiums an der Kunstakademie in Nürnberg kennen, waren beide Meisterschüler bei Professor Werner Knaupp, der erst kürzlich verstorben ist.
Während Gutbrod sich zunächst wie Rießbeck der Malerei widmete, bezog sie später auch andere Materialien in ihre Kunst ein. Vor allem Wachs hat es ihr angetan. „Es war eines Tages einfach da. Damit hat sich eine Tür mich geöffnet und ich fand es großartig”, sagt die Künstlerin. „Seit über 30 Jahre arbeite ich nun damit. Und mir fallen immer wieder neue Aspekte ein, wie ich es bearbeiten kann.”
Während die Künstlerin sonst oft warme Farben nutzt, setzt sie in Bad Windsheim auf kühle. Weil sie wusste, welche Farbigkeit sie bei Gerhard Rießbeck zu erwarten hat, habe sie darauf entsprechend reagiert. An einer Wand in Rießbecks Atelier, den ehemaligen Central-Lichtspielen, finden sich Siebdruckblätter in Blau- und Lila-Tönen, die Gutbrod aneinander montiert hat. Die Blätter selbst gebe es schon länger, nun aber hängte sie noch Schlaufen aus Wachs davor. Auch die Farbkombination und die Größe der Installation kreierte sie für genau diese Wand. „Das ist typisch für meine Arbeit.” Oft passe sie ihre Werke für den jeweiligen Ort etwas an.
Auch Rießbecks großer Holztisch wird einbezogen. Aus ihm gestaltete Gutbrod eine Installation. Gefäßartige Wachsplastiken finden sich auf ihm, die sie erstmalig beleuchtet zeigt. „Gerade die Lichtdurchlässigkeit fasziniert mich an dem Material.” Gefäße finden sich zudem auch in Papierarbeiten, die im Sommer entstanden sind.
Das Arbeiten mit Wachs sei komplizierter als beispielsweise mit Ton, sagt die Künstlerin. Zunächst werde es stark erhitzt, „so kann man es natürlich nicht anfassen”. In einen Teller geschüttet, wird es zu Brei gerührt. Auf einen Tisch geklatscht, wird es immer wieder gewendet, da die Oberfläche erkaltet und das Innere noch heiß ist. In einer kurzen, etwa zwei Minuten umfassenden Zeitspanne kann das Wachs dann tatsächlich verarbeitet werden, erklärt Gutbrod.
In Rießbecks Teil der Ausstellung steht das Thema „Kälte” im Zentrum, das sich in vielen seiner Bilder findet. Einige neue Werke mischen sich unter ältere oder überarbeitete. Oftmals werden Sonnenuntergänge in warmen Farben dargestellt, sagt Rießbeck. Er wollte dagegen eine kühle Leuchtkraft erzeugen, wie sie in Polargebieten zu erleben ist. Eines der Gemälde heißt der „Eisfreund”, gehört zu den älteren Bildern und steht exemplarisch für Rießbecks Verhältnis zum Eis und dessen für ihn magische Wirkung.
Die beiden Kunstschaffenden eröffnen die Ausstellung am Samstag, 8. November, um 15 Uhr. Dann wird auch Andrea Brandl, Leiterin der Kunsthalle Schweinfurt, sprechen. Für Rießbeck und Gutbrod ist sie eine bedeutende Persönlichkeit, da beide schon einmal in der Schweinfurter Kunsthalle ausgestellt haben.
Weitere Öffnungstage sind die Samstage und Sonntage, 9., 15., 16., 22. und 23. November –stets von 15 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung.