Mit schwingenden Fahnen, sommerlichen Blumensträußen und geschmückten Bögen ziehen über 500 Kinder den Kronenwirtsberg hoch. Es ist wieder Maifest in Feuchtwangen.
25 Klassen auf den Feuchtwanger Grund- und Mittelschulen haben sich am Kirchplatz eingefunden. Der Spielmannszug Feuchtwangen marschierte voraus. Eifrig schwenkten die Kinder mit den Fahnen und Blumen. Manche trugen Tracht, andere die Trikots ihrer Lieblingsvereine. Bei hochsommerlichen Temperaturen bahnte sich der bunte Zug den Weg über den Kronenwirtsberg zur Maifestwiese.
Dort angekommen bekamen alle eine Breze und eine Limonade zur Stärkung. Dann begrüßte Bürgermeister Patrick Ruh die jungen Gäste. In altersgerechter Sprache erklärte er die Tradition des Fests. Seinen Ursprung hat es im Jahr 1818, als König Maximilian I. Joseph von Bayern eine neue Verfassung erließ. Gefeiert würde das Fest in Feuchtwangen bereits seit über 200 Jahren, betonte der Rathauschef.
Kaum hatte Ruh die Veranstaltung mit dem Satz „Das Maifest möge beginnen“, eröffnet, stürmten die Kinder los. An zehn Stationen konnten sie ihr Geschick und ihre Koordination beweisen. Mit lautem Kreischen und schnellen Schritten machten sich die Schülerinnen und Schüler auf den Weg zu ihrer Lieblingsstation. Wo sie sich anstellen, war ihnen selbst überlassen.
Mit einer Kugel aus Holz, die an einem Strick befestigt ist, mussten die Kinder einen Kegel umstoßen – jedoch musste die Kugel erst einmal vorbei schwingen, bevor sie den Kegel berührte. An einer weiteren Station fingen die Kinder nur mit dem Mund Weingummi-Würmer von einer Schnur. Besonders beliebt war ein Kletterbaum, den die Kinder erklimmen sollten. An einem Ring einige Meter über dem Boden hingen Geschenke – wer hochkam, konnte sich eines davon schnappen.
15 Klassen der Stadtschule und zehn Klassen der Landschule waren dabei, weiß Thomas Hartnagel. Bereits seit 1988 kümmert sich der Stadtjugendpfleger um das Fest für die Kinder. Die Teilnehmenden besuchen die erste bis fünfte Jahrgangsstufe.
Warum das Maifest erst im Juli begangen wird? Thomas Hartnagel, Stadtjugendpfleger nennt gleich mehrere Gründe: Man sei auf gutes Wetter angewiesen und müsse vermeiden, dass der Termin mit schulischen Veranstaltungen kollidiert. Außerdem komme der Name nicht nur vom Ursprungsdatum, ein Mann mit dem Nachnamen Mai habe die Tradition in Feuchtwangen aufrecht erhalten.