Fabian Diehm fährt als Meister und Pokalsieger zur Goalball-EM | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.11.2023 16:00

Fabian Diehm fährt als Meister und Pokalsieger zur Goalball-EM

20 Tore in zehn Spielen: Mit seinem neuen Verein RGC Hansa Rostock holte Fabian Diehm im spannenden Saisonfinale den Titel in der Bundesliga. (Foto: Georg Scharnweber)
20 Tore in zehn Spielen: Mit seinem neuen Verein RGC Hansa Rostock holte Fabian Diehm im spannenden Saisonfinale den Titel in der Bundesliga. (Foto: Georg Scharnweber)
20 Tore in zehn Spielen: Mit seinem neuen Verein RGC Hansa Rostock holte Fabian Diehm im spannenden Saisonfinale den Titel in der Bundesliga. (Foto: Georg Scharnweber)

Als Deutscher Meister und Pokalsieger reist der Ansbacher Fabian Diehm zu den Goalball-Europameisterschaften nach Montenegro. Dort geht es für die Deutschen um das letzte Ticket für die Paralympics nächstes Jahr in Paris.

Der Wechsel von BVSV Nürnberg zum RGC Hansa nach Rostock hat sich für den 26-Jährigen gelohnt. Mit dem RGC gewann Diehm den Bundesliga-Titel. Das Meisterschaftsrennen war spannend fast bis zur letzten Sekunde des letzten Spiels.

Im Saisonfinale trat Rostock beim Chemnitzer BC an und musste mit fünf Toren Differenz gewinnen, um Platz eins zu belegen. Mit aller Kraft wurde das Chemnitzer Tor bombardiert und am Ende stand ein 12:6-Sieg, der den Rostockern Tabellenplatz eins vor dem punktgleichen Rivalen bescherte. Diehm erzielte in den zehn Ligaspielen, von denen Hansa neun für sich entschied, 20 Tore.

Im Pokalfinale gab es ein 12:8 gegen Berlin

„Wir haben in der Höhle des Löwen gezeigt was wir können und diese anspruchsvolle Aufgabe gelöst“, freut sich Diehm. Es war seine erste Deutsche Meisterschaft, aber nicht seine erste Titelfeier mit den Rostockern. Zuvor hatte Hansa bereits den Ligapokalwettbewerb für sich entschieden, durch einen 12:8-Erfolg im Endspiel über die Füchse Berlin.

Zwar spielt Diehm für Rostock, wohnt und arbeitet aber als Physiotherapeut in Ansbach. Die knapp sieben Zugstunden an die Ostsee hat er in diesem Jahr mehrfach abgesessen. Daheim kann er die Halle in Lehrberg zum Einzeltraining nutzen. „Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt Diehm. Sein Ziel, sich beim führenden Goalball-Club im Land sportlich weiterzuentwickeln, sieht er als erreicht an. Die Frage ist nun: Reicht es auch international für eine Spitzenplatzierung?

Sport mit Seheinschränkungen

Das ist Goalball

Zwei Mannschaften mit jeweils drei Spielern stehen sich auf einem 18 mal neun Meter großen Spielfeld gegenüber und werfen den etwa 1,2 Kilogramm schweren Klingelball auf das Tor, das mit allen Körperteilen verteidigt werden darf. Die Tore sind neun Meter breit und 1,3 Meter hoch. Goalball gilt als der am weitesten verbreitete Ballsport für Menschen mit Seheinschränkungen. Dunkelbrillen sorgen für Chancengleichheit. Markierungen auf dem Spielfeld, die ertastet werden, Gehör und Intuition müssen zur Orientierung genügen.

    Ab 9. Dezember steigt die Europameisterschaft in Podgorica. Die kontinentalen Titelkämpfe sind die letzte Chance, ein Ticket nach Paris zu ergattern. Auf internationaler Ebene konnte die Nationalmannschaft zuletzt kaum Erfolge erringen. Bei den IBSA World Games im August in Birmingham verpassten die Deutschen sogar das Viertelfinale.

    In der Hauptstadt von Montenegro geht es in der Vorrunde gegen Litauen, Belgien, Griechenland und Großbritannien. Um sich für die Paralympics zu qualifizieren, muss Deutschand den Titel holen.

    „Das ist ein hohes Ziel, aber wenn wir unser Potential aufs Parkett bringen und nicht wieder mental an uns selbst scheitern, können wir es erreichen“, sagt Diehm, der 2021 in Tokio seine ersten Paralympics erlebte.

    Ein Rothenburger spielt für Hansa

    Mit Thomas Steiger hat Diehm sowohl in Rostock als auch bei der Nationalmannschaft einen Mittelfranken an seiner Seite. Steiger war einige Jahre lang in Diebach heimisch und arbeitet als Physiotherapeut in Rothenburg. In der Bundesliga erzielte Steiger, zuvor mit Diehm gemeinsam für Nürnberg aktiv, heuer sieben Tore.


    Alexander Keck
    Alexander Keck
    Der noch in Vor-Internetzeiten der FLZ zugelaufene Schwarzwälder hat im Verlauf von fast drei Jahrzehnten die fränkischen Merkwürdigkeiten, die in Ohrmuscheln (Allmächd!) und auf Esstellern (Saure Zipfel!) landen schätzen gelernt. Nur die im Vergleich zu Spätzle stets zu breiigen Knödel mag der Schwabe nicht. Das Schreiben über Sport dagegen immer noch sehr - gerne auch abseits des Mainstreams.
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