Erstklassige Trauben in Tauberzell: Große Erwartungen an den Wein-Jahrgang 2025 | FLZ.de

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Veröffentlicht am 08.10.2025 18:29

Erstklassige Trauben in Tauberzell: Große Erwartungen an den Wein-Jahrgang 2025

Die Winzer erwarten für den Jahrgang 2025 einen aromatischen Wein. (Symbolbild: Uwe Anspach/dpa)
Die Winzer erwarten für den Jahrgang 2025 einen aromatischen Wein. (Symbolbild: Uwe Anspach/dpa)
Die Winzer erwarten für den Jahrgang 2025 einen aromatischen Wein. (Symbolbild: Uwe Anspach/dpa)

Große Freude über die Qualität der Trauben herrscht in diesem Jahr in den fränkischen Weinbergen, auch in Tauberzell und in der Rothenburger Eich.

Julia Müller war 2014 die Tauberzeller Weinprinzessin. Sie bewirtschaftet mit ihren Eltern einen Weinberg in dem Adelshofener Ortsteil: Müller-Thurgau-Reben wachsen da, auch Bacchus, Johanniter und Silvaner bauen die Müllers an und aus. Dazu kommen Rotweinreben wie der Schwarzriesling, der Spätburgunder und der Tauberschwarz, eine einzigartige Spezialität in Tauberfranken. Sie seien Hobbywinzerinnen und Hobbywinzer, so Julia Müller. Der erzeugte Wein wird ausschließlich in der eigenen Heckenwirtschaft angeboten. Trotz des trockenen Frühjahrs sei der Ertrag sehr gut, die Qualität der Trauben optimal und auch die Traubengröße sei ordentlich.

Ein überdurchschnittlicher Oechsle-Grad der Trauben

Die Oechsle-Grade liegen ein wenig höher als im Durchschnitt der vergangenen Jahre: Zwischen 82 und 95 Grad Oechsle hat sie heuer mit ihrem Hand-Refraktometer gemessen, das sind zwei bis fünf Grad mehr als gewöhnlich. Der Oechsle-Grad gibt das Mostgewicht an, genauer – wie viel schwerer der Most im Vergleich zu Wasser ist. Er trifft damit eine Aussage über den Anteil der im Most gelösten Stoffe, vorwiegend den Zucker. Über das Mostgewicht kann dann auch der zu erwartende Alkoholgehalt des durchgegorenen Weines bestimmt werden.

Lars Zwick vom Landhaus zum Falken in Tauberzell freut sich über seine Auszeichnung. (Foto: Karl-Heinz Gisbertz)
Lars Zwick vom Landhaus zum Falken in Tauberzell freut sich über seine Auszeichnung. (Foto: Karl-Heinz Gisbertz)

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Im Frühjahr habe man die Rebstöcke ab und zu gegossen, so die ehemalige Weinprinzessin, trotzdem seien die Trauben ein wenig kleiner als sonst, dafür aber zahlreicher. Bereits vor zwei Wochen habe man die Lese abgeschlossen.

Der Rothenburger Winzer Albert Thürauf hat die Weinlese am 16. September gestartet. Die Weinbeeren hätten da ihr volles Aroma entwickelt, was sehr aromatische Weine erwarten lasse. Insgesamt 38 Rebsorten hat er im An- und Ausbau, dazu 160 Rebsorten auf dem Weinlehrpfad an der Eich, die er als „Gemischten Satz“ keltert.

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Mit der Qualität „sehr, sehr zufrieden”

Vor den Toren Rothenburgs baut er die Weißweinrebe „Johanniter“ an, dazu den roten „Regent“. Mit der Qualität der Trauben ist er „sehr, sehr zufrieden”. Auffällig sei in diesem Jahr, dass fast alle Trauben, egal ob Früh- oder Spätsorten, zur gleichen Zeit ihren Reifegrad erlangt hätten.

Wer heuer eine gute Bodenpflege betrieben habe, so Thürauf, hat eine gute Säure in den Trauben. Er setzt in seinen Weinbergen auf eine Mulchdecke um die Rebstöcke: Diese verhindere ein Austrocknen des Bodens, der Boden bleibe gesund und intakt, was letztendlich den Trauben zu Gute komme.

In diesem Jahr seien die Winzerinnen und Winzer glücklicherweise von Wetterkapriolen verschont geblieben, es gab keine Fröste oder Hagel. Auch Pilzkrankheiten seien nicht aufgetreten. Die Trauben hätten eine hervorragende Qualität, hohe Mostgewichte und eine außerordentlich gute Säurestruktur. Die Weinberge, die im vergangenen Jahr wenig oder gar nicht getragen hatten, da späte Fröste im April die Reben stark schädigten, liefern in diesem Jahr auffallend hohe Erträge, so Thürauf.

Unverwechselbare Weine aus Franken

Angesprochen auf ausländische Weine – immerhin kommen sechs von zehn getrunkenen Flaschen in Deutschland aus dem Ausland – betonte Thürauf, Franken biete von seiner Kulturlandschaft her die Möglichkeit, unverwechselbare Weine zu erzeugen. Das müssten die Winzerinnen und Winzer erkennen und umsetzen, damit die Verbraucherinnen und Verbraucher dies auch im Glas schmecken und gezielt bei fränkischen Weinen zugreifen.

Allerdings sei aktuell ein Überangebot an Wein da, so dass manche Weinberge gar nicht gelesen werden. Auch seien in bestimmten Bereichen die Kosten gestiegen, was den Gewinn weiter schmälert. Doch wie die meisten will er die Preise möglichst stabil halten. Albert Thürauf ist zuversichtlich und überzeugt: Der 2025er Jahrgang wird ein sehr guter werden. Es sei ein Weinjahr mit guter Ausprägung der einzelnen Sorten und mit einem nicht zu hohen Alkoholgehalt der Weine.


Von MARGIT SCHWANDT
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