Amelie-Sophie Lederer aus Ornbau hatte über 60 Meter Pech. Im Vorlauf verließ die Sprinterin zu früh den Startblock und wurde disqualifiziert. Sehr viel besser lief für die 30-Jährige im Staffelwettbewerb mit ihrem Verein LG Stadtwerke München.
Als Schlussläuferin nach Denise Uphoff, Svenja Pfetsch und Nike Praetzel sicherte Lederer der LG souverän den Sieg im dritten Zeitendlauf in 1:35,96 Minuten. Diese Zeit bedeutete in der Addition den Titel für München vor SCC Berlin (1:36,23) und USC Mainz (1:37,60).
Die knappe Niederlage über die 3000 Meter bei der Deutschen Hallenmeisterschaft nimmt der Colmberger Florian Bremm zum Anlass, seine Taktik zu überdenken.
In der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle musste sich der 24-jährige Titelverteidiger nach 7:51,13 Minuten Maximilian Thorwirth (SFD Düsseldorf-Süd, 7:51,03) geschlagen geben.
Der packende Endspurt der beiden Rivalen weckte Erinnerungen an das 5000-Meter-Finale der DM 2023 in Kassel. Damals lag Bremm knapp vor Thorwirth.
Was der neue Titelträger nun sagte hörte sich so an, als sei in Dortmund eine Rechnung beglichen worden. „Flo ist natürlich unheimlich stark. Er hat es sich in den letzten 1,5 Jahren verdient, dass viel über seinen Kick am Ende geredet worden ist. Vor zwei Jahren bei der DM hat er mich ganz knapp an der Linie bekommen und heute wusste ich einfach, dass ich das genauso kann. Wir sind von der Schnelligkeit her fast identisch und ich wollte alles daran setzen, mal vor ihm zu sein und den Leuten zu zeigen, dass ich auch spurten kann“, so Thorwirth.
„Ich bin erstmal enttäuscht, vor allem weil ich heute genau da verloren habe, wo eigentlich meine Stärke liegt, nämlich im Schlussspurt“, berichtet Bremm, „aber ich habe einfach gemerkt, dass ich einige Fehler gemacht und viel Energie verbraucht habe. Das hat mich dann wohl den Sieg gekostet.“
Seine Analyse führt zu der Erkenntnis, dass er sich „bei Gegnern, die im Endspurt gleich schnell sind, weiter nach vorne orientieren muss.“
400 Meter vor Schluss hatte Thorwirth zu einer Attacke angesetzt. Um die fehlenden Meter aufzuholen, verbrauchte Bremm in den engen Kurven und auf den kurzen Geraden wichtige Ressourcen. „Eine Option wäre, sich direkt an die Spitze zu setzen, um die Pace sowie Attacken bestmöglich zu kontrollieren“, so Bremm.
Eine weitere Lehre für Bremm nicht nur aus Dortmund: „Allgemein ist mir auch aufgefallen, dass nun viele meine Standardtaktik kennen und sich drauf ausgerichtet haben.“
Lukas Kleinschrodt vom TSV Ansbach schaffte es diesmal über 60 Meter Hürden nicht ins Finale. Dafür hätte der 20-Jährige seine erst wenige Woche alte Bestzeit von 8,13 Sekunden unterbieten müssen.
Aus drei Halbfinals kamen die jeweils beiden Erstplatzierten sowie zwei weitere Zeitschnellste in das Finale der besten acht. Die Konkurrenz war stark. Vier Konkurrenten in seinem Halbfinale waren mit einer besseren Vorleistung gemeldet und dieses Quartett platzierte sich dann auch vor dem Sachsener, allen voran mit 7,66 Sekunden der spätere Deutsche Vizemeister Gregory Minoue (TV Kalkum Wittlar).
Kleinschrodt kam recht gut aus dem Block, bezwang auch die erste der fünf Hürden gut, doch anschließend passte es mit dem Rhythmus nicht mehr. Kleinschrodt brachte die zweite und auch die dritte Hürde zu Fall, damit war die Entscheidung gefallen, auch wenn die beiden letzten Hindernisse stehenblieben. Die Uhr blieb für ihn bei 8,31 Sekunden stehen.