Erinnerung an die ermordeten Jüdinnen und Juden aus Feuchtwangen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 17.11.2024 13:48

Erinnerung an die ermordeten Jüdinnen und Juden aus Feuchtwangen

Einzelheiten über die Gestaltung der Gedenktafel besprach Steinmetzmeisterin Birgit Hähnlein-Häberlein jetzt in ihrer Werkstatt mit Initiatorin Helga Deininger, Museumsleiterin Dr. Uta Karrer und dem Vorsitzenden des Vereins für Volkskunst und Volkskunde, Bürgermeister Patrick Ruh (von links). (Foto: Peter Zumach)
Einzelheiten über die Gestaltung der Gedenktafel besprach Steinmetzmeisterin Birgit Hähnlein-Häberlein jetzt in ihrer Werkstatt mit Initiatorin Helga Deininger, Museumsleiterin Dr. Uta Karrer und dem Vorsitzenden des Vereins für Volkskunst und Volkskunde, Bürgermeister Patrick Ruh (von links). (Foto: Peter Zumach)
Einzelheiten über die Gestaltung der Gedenktafel besprach Steinmetzmeisterin Birgit Hähnlein-Häberlein jetzt in ihrer Werkstatt mit Initiatorin Helga Deininger, Museumsleiterin Dr. Uta Karrer und dem Vorsitzenden des Vereins für Volkskunst und Volkskunde, Bürgermeister Patrick Ruh (von links). (Foto: Peter Zumach)

Zum ehrenden Gedenken an Feuchtwangens jüdische Bürgerinnen und Bürger, die in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ermordet worden sind, wird jetzt eine Gedenktafel enthüllt: Die Zeremonie findet am Sonntag, 24. November, um 12 Uhr am Fränkischen Museum statt. Die gesamte Bevölkerung ist dazu eingeladen.

In die 130 mal 80 Zentimeter große Tafel aus Schellenberger Muschelkalk graviert Steinmetzmeisterin Birgit Hähnlein-Häberlein einen jüdischen Segensspruch sowie darunter einen Text zur Erinnerung an die aus Feuchtwangen stammenden jüdischen Opfer der Nationalsozialisten. Aufgrund intensiver Recherchen sind 25 von ihnen bekannt. Ihre Namen werden um den Text herum arrangiert. Darunter bleibt etwas Platz frei, um nötigenfalls noch weitere Namen hinzufügen zu können.

Für die Gedenktafel setzt sich Helga Deininger schon seit Jahrzehnten ein. Wie die unlängst mit der Stadtmedaille geehrte Feuchtwangerin jetzt bei einer Besprechung in der Steinmetzwerkstatt erzählte, ist die Idee dafür schon in den 1980er Jahren gemeinsam mit der Arztfamilie Dr. Städtler entstanden.

Für die Menschen muss etwas gemacht werden

Denn am Museum erinnere eine Tafel bislang nur an den Standort der an dieser Stelle zerstörten Synagoge, nicht aber an die Menschen, die hier ein- und ausgegangen sind. „Deshalb muss für sie etwas gemacht werden.“

Zugleich ist es Helga Deiningers Anliegen, dass die neue Gedenktafel zum Symbol einer gemeinschaftlichen Erinnerungskultur wird. Um dies zum Ausdruck zu bringen, lädt die 90-Jährige alle Feuchtwangerinnen und Feuchtwanger ein, sich mit Spenden daran zu beteiligen. Die Höhe der Beträge sei egal, im Vordergrund stehe, dass es „eine Tafel der Bürgerinnen und Bürger wird“. Und um das zu ermöglichen, hat die Stadt Feuchtwangen ein Spendenkonto eingerichtet.

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Zur Enthüllung der Gedenktafel am kommenden Sonntag lädt der Vorsitzende des Vereins für Volkskunst und Volkskunde, Bürgermeister Patrick Ruh, als Hausherr des Fränkischen Museums Feuchtwangens Bürgerinnen und Bürger ein. Die Zeremonie beginne mit einer Andacht, die Dekanin Uta Lehner zelebriert, kündigte Ruh an. Im Anschluss werde er eine Rede halten. Zudem hoffe er, dass auch Helga Deiniger einige Worte sprechen werde.

Wie es hieß, war die Enthüllung der Tafel am Standort der ehemaligen Synagoge eigentlich im Rahmen der traditionellen Gedenkfeier am 9. November vorgesehen gewesen, die in diesem Jahr Gymnasiastinnen und Gymnasiasten gestaltet haben. Jedoch weilte Feuchtwangens Stadtrat an jenem Wochenende in der Südtiroler Partnerkommune Lana, weshalb die feierliche Enthüllung der Tafel laut Ruhs Worten auf den kommenden Sonntag verschoben wurde.

Geplant: QR-Code für weitere Informationen

Die Geschichte der Jüdinnen und Juden in Feuchtwangen sowie deren Namen hat erstmals der Heimathistoriker Dietrich Weiß erforscht. Seine Erkenntnisse veröffentlichte er 1991 im dritten Band der „Feuchtwanger Heimatgeschichte“. In jüngerer Zeit führte Museumsleiterin Dr. Uta Karrer seine Arbeit fort. Sie recherchierte zu den Biografien der von hier stammenden jüdischen NS-Opfer weitergehende Informationen und stellte sie für das Erinnerungsprojekt zur Verfügung.

Wer sich dafür interessiert, kann später per Smartphone einen QR-Code scannen, der auf der Tafel noch angebracht wird, und erfährt auf diesem Weg viel Wissenswertes.

Für alle, die sich an dem gemeinschaftlichen Erinnerungsprojekt beteiligen wollen, hat die Stadt Feuchtwangen ein Spendenkonto eingerichtet:

DE49 7655 0000 0000 0008 69
Verwendungszweck „Gedenktafel“.

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