Aus drei Orten soll ein zentraler Standort werden: Der Montessori-Verein Ansbach will in der Grenzstraße ein Bildungszentrum entwickeln. Die Verantwortlichen sehen in dem Vorhaben Vorteile. Der Bauausschuss hat dem Stadtrat empfohlen, das Bebauungsplanverfahren einzuleiten. Knackpunkt könnte der Verkehr werden.
Bislang betreibt der Montessori-Verein mehrere Standorte in der Stadt. Das sind die Kindertagesstätte in der Karolinenstraße, die Grundschule in der Brauhausstraße und die Sekundarstufe in der Grenzstraße. Für Juni war zudem der Start einer Naturgruppe in der Stahlstraße vorgesehen. Aus pädagogischen, wirtschaftlichen und verwaltungstechnischen Gründen ist das nicht optimal.
Deshalb war der Verein geraume Zeit auf der Suche nach einer Fläche, um alle diese Standorte zu einem Montessori-Zentrum zusammenzufassen. Fündig geworden sind die Verantwortlichen schließlich in der Grenzstraße. Auf dem ehemaligen Gelände der Muggergitter-Macher ist der Verein seit September 2021 eingemietet, wie Stadtplanerin Andrea Heinlein im Bauausschuss sagte.
Aufgrund der Verfügbarkeit, des Gebietscharakters, der Naturnähe sowie der vorhandenen Fuß- und Radwegeverbindung sehen die Montessori-Verantwortlichen den Standort am Bocksberg am geeignetsten an, wie Heinlein ausführte. Die Planungen sind nach ihren Worten schon weit fortgeschritten und sehr detailliert.
So ist vorgesehen, den Großteil der Bestandsgebäude abzubrechen und durch neue Baukörper mit zwei Vollgeschossen und einem Untergeschoss zu ersetzen. Für die Gebäude sind Flachdächer mit extensiver Begrünung und teilweise Photovoltaikanlagen vorgesehen.
Die Angst, dass hier ein großer Klotz entstehen wird, nahm Heinlein den Mitgliedern des Bauausschusses. „Die Gebäude passen sich dem Gelände an“, betonte die Stadtplanerin. Was die Zahl der zu betreuenden Kinder angeht, gehen die Verantwortlichen derzeit von 228 Schülern sowie 84 Krippen- und Kindergartenkindern aus.
Auch zum Thema Verkehr habe sich der Verein Gedanken gemacht, sagte Heinlein. Eine Busanbindung ist bereits vorhanden. Weiter ist geplant, Hol- und Bringbereiche zu schaffen, einen Wendehammer in der Grenzstraße zu bauen und die Verkehrsfläche kreisförmig so aufzuweiten, dass ein überfahrbarer Minikreisverkehr entsteht. So soll der Verkehrs bereits östlich des neuen Schulzentrums abgewickelt werden.
Problematisch wird es Heinlein zufolge am Einmündungsbereich vom Waldheimweg in den Hohenzollernring. Der Knoten sei schon jetzt an der Leistungsgrenze, betonte sie. Ob dieser zusätzlichen Verkehr verträgt, muss der Vorhabensträger mit einem Gutachten nachweisen.
Das Vorhaben stieß auf Anklang im Bauausschuss. „Das wäre eine tolle Geschichte und tut der Stadt gut“, sagte etwa Oberbürgermeister Thomas Deffner (CSU). Ebenfalls zu hören waren unter anderem Aussagen wie „eine gute Sache“ (Jochen Sauerhöfer, CSU), „wir begrüßen das Projekt“ (Sabine Stein-Hoberg, Grüne) oder „wir sollten froh sein, dass Montessori bleiben will“ (Werner Forstmeier, ÖDP).
Allerdings erachteten alle den Knoten am Hohenzollernring als Knackpunkt. Die klare Meinung: Das muss überprüft und geregelt werden. Denn: „Die Elterntaxis werden wir nicht aufhalten“, hielt Sauerhöfer fest. Ablehnung kam derweil von der BAP. „80 bis 90 Prozent der Kinder werden mit dem Auto gebracht“, legte Dr. Markus Bucka dar. „Die Kreuzung muss ertüchtigt werden.“ Wenn nicht, dann könne das Projekt hier eben nicht realisiert werden. Zudem fehle die nach Schulbauverordnung nötige Turnhalle, ergänzte Manfred Stephan.
Am Ende empfahl der Bauausschuss dem Stadtrat gegen die zwei Stimmen der BAP, das Verfahren für den notwendigen Bebauungsplan einzuleiten.