Entspanntes Hinüberfeiern in Rothenburg mit Lichteffekten und Wunderkerzen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 01.01.2026 17:59

Entspanntes Hinüberfeiern in Rothenburg mit Lichteffekten und Wunderkerzen

Mit wirkungsvollen Lichtprojektionen und Rauch aus der Nebelmaschine wurde im Herzen der Altstadt das neue Jahr begrüßt. Der Marktplatz war gut gefüllt. (Foto: Jürgen Binder)
Mit wirkungsvollen Lichtprojektionen und Rauch aus der Nebelmaschine wurde im Herzen der Altstadt das neue Jahr begrüßt. Der Marktplatz war gut gefüllt. (Foto: Jürgen Binder)
Mit wirkungsvollen Lichtprojektionen und Rauch aus der Nebelmaschine wurde im Herzen der Altstadt das neue Jahr begrüßt. Der Marktplatz war gut gefüllt. (Foto: Jürgen Binder)

Ein bisschen analoge Pyrotechnik war vertreten, und zwar in Form zahlreich funkelnder Wunderkerzen. Ansonsten wurde bei der Begrüßung des neuen Jahres vor dem Rathaus vor allem auf digitale Effekte gesetzt. Zu dem von Partybeats garnierten Lichtspektakel hatten sich Hunderte eingefunden, auch viele Touristinnen und Touristen.

Begonnen hatte der letzte Abend des alten Jahres mit einem kommunalpolitischen Ritual. Dr. Markus Naser formulierte vor dem Rathaus-Portal, an dem sich auch die Hälfte der Stadtratsmitglieder eingefunden hatte, den Neujahrsgruß des Oberbürgermeisters. Zwar laufe keineswegs alles problemlos in der Stadt, meinte der Rathauschef. „Aber es geht uns hier noch vergleichsweise gut”.

Wirtschaftlich immer noch stark

Als Belege führte Naser die Reduzierung der kommunalen Schulden von über 22 auf unter 16 Millionen Euro seit 2020 an. Sehr erfreulich sei auch die Erhöhung der Gewerbesteuereinnahmen auf einen Rekordwert von zuletzt mehr als 17 Millionen Euro. Hieran zeige sich die - trotz unsicherer werdender Gesamtrahmenbedingungen - immer noch gegebene wirtschaftliche Stärke der Stadt.

Natürlich müsse dennoch weiter äußerst vorsichtig gewirtschaftet werden. So hätten auf der Ausgabenseite die kommunalen Pflichtprojekte Priorität, während gleichzeitig weiter versucht werde, zusätzliche Einnahmen zu generieren. So sei es gelungen, über einen langfristigen Mietvertrag mit dem Freistaat das Campus-Defizit in einen Überschuss zu verwandeln. Überdies erweise sich die Einstellung eines Fördermittel-Managers als Segen.

Erhalt der Klinik „als echtes Krankenhaus”

Was die kommunale Daseinsfürsorge angehe, sei der Erhalt der Klinik „als echtes Krankenhaus” mit Rundum-Notfallversorgung die wichtigste Nachricht der vergangenen Monate. Um die Einrichtung für die nächsten Jahre zu sichern, sei aber weiterhin erhöhte Wachsamkeit nötig. „Gemeinsam können wir die Herausforderungen meistern, um unsere Stadt Schritt für Schritt weiterzuentwickeln”, sagte der Rathauschef.

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Musikalisch umrahmt wurde seine Rede von Musikstücken einer kleinen Besetzung des Stadt- und Jugendblasorchesters (siehe auch nächste Seite). Richtig voll wurde es auf dem Marktplatz in der Stunde vor Mitternacht. Bei wechselnden Lichtprojektionen an den Hausfassaden und lässigem Partysound hielt sich die Menge in Bewegung, was angesichts frostiger Temperaturen durchaus ratsam war.

Überdimensionale Leuchtschrift

Kurz vor Mitternacht nahm die Show dann dramaturgisch Fahrt auf. Es folgten der Countdown zum Jahreswechsel und der Höhepunkt des Spektakels mit einer Laserchoreografie sowie Rauchschwaden am Rathaus nebst überdimensionalem Schriftzug „Welcome 2026” auf der Fassade der Ratstrinkstube. Zahlreiche Menschen zündeten Wunderkerzen an. Es wurde gejubelt, zugeprostet und entspannt hineingefeiert.

Gekommen waren neben Einheimischen auch zahlreiche Gäste, darunter das aus Frankfurt angereiste Paar Juliana Canas (34) und Paul Arras (31). Die beiden waren ganz gezielt zum Jahreswechsel-Feiern in die Stadt gekommen. Juliana Canas, die ursprünglich aus der kolumbianischen Metropole Medellin stammt, zeigte sich äußerst angetan von der Atmosphäre in der Altstadt. Paul Arras, der zuvor zwar auch noch nie in Rothenburg gewesen war, aber zumindest eine optische Vorstellung davon hatte, war ebenfalls angetan. Das Fehlen von Raketen und Böllern vermissten die beiden nicht.

Schließung von Restaurants bedauert

Auch das Hamburger Ehepaar Iris und Milan Köpke (46 und 45) fühlte sich wohl bei der Silvester-Party auf dem Marktplatz. Drei Tage hatten sich die beiden Zeit genommen, um die Stadt kennenzulernen. „Entzückend” sei das hier, so Iris Köpke. Ein Problem sprachen die beiden aber auch an. So seien über den Jahreswechsel leider viele Restaurants geschlossen, was die Möglichkeiten, gepflegt Essen zu gehen, stark einschränke.

Aus polizeilicher Sicht verlief der Jahreswechsel unauffällig - bis auf den Brand einer Mülltonne im Stadtgebiet, den in der Neujahrsnacht gegen 3 Uhr ein Anwohner meldete. Problematisch gewesen sei hier die Nähe der abgestellten Tonne zur Hausfassade, die anzubrennen drohte, hieß es.

Die Feuerwehr konnte aber einen Übergriff der Flammen auf das Wohnhaus verhindern. Laut ersten Ermittlungen könnte der nicht sachgerecht entsorgte Inhalt in der Tonne für den Brand verantwortlich sein. Der Schaden wird auf etwa 8000 Euro geschätzt.

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