Ende des Bauernkriegs vor 500 Jahren: Eine Stadt in Aufruhr | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.06.2025 07:00

Ende des Bauernkriegs vor 500 Jahren: Eine Stadt in Aufruhr

Die Spannungen und den Schrecken des Bauernkriegs, aber auch die Hoffnung und Begeisterung des Widerstands ließen die Schauspielerinnen und Schauspieler auf der Bühne am Marktplatz hautnah miterleben. (Foto: Simone Hedler)
Die Spannungen und den Schrecken des Bauernkriegs, aber auch die Hoffnung und Begeisterung des Widerstands ließen die Schauspielerinnen und Schauspieler auf der Bühne am Marktplatz hautnah miterleben. (Foto: Simone Hedler)
Die Spannungen und den Schrecken des Bauernkriegs, aber auch die Hoffnung und Begeisterung des Widerstands ließen die Schauspielerinnen und Schauspieler auf der Bühne am Marktplatz hautnah miterleben. (Foto: Simone Hedler)

Exakt vor 500 Jahren – am 28. Juni 1525 – zog Markgraf Kasimir von Brandenburg-Kulmbach in Rothenburg ein, um gegen die Bauern Strafgericht zu halten. Damit fand der Bauernkrieg sein Ende. Am Samstag kehrte dieser für einen Tag zurück in die Stadt.

Bei dem Musik- und Theaterspektakel „Uffrur! ...on the road“ konnten die Besucherinnen und Besucher in die damaligen Geschehnisse eintauchen und nachempfinden, wie sich die Leute damals als Mitglieder der privilegierten oder der benachteiligten Bevölkerungsschichten gefühlt haben mögen.

Spaltung in privilegierte und benachteiligte Menschen

Der Marktplatz war dafür mit einem roten Band in zwei gegensätzliche Erlebniswelten unterteilt. 16 Spielstationen – vom Tischkicker bis hin zum Düfte-Quiz konnten absolviert werden; wer mindestens fünf Stempel gesammelt hatte, erhielt ein kleines Geschenk. Das wurde von einem der vier „Kardinäle“ überreicht. Rainer Moll, Dr. Florian Huggenberger, Benjamin Babel und Andrea Weinhardt hatten dafür auf roten Stühle in den Rathausbögen Platz genommen.

Oberbürgermeister Dr. Markus Naser dankte in seiner Begrüßung dem Landesmuseum Württemberg, das für die Stationen und das Theaterstück verantwortlich ist und damit durch Süddeutschland tourt. Möglich sei dies nur durch das Mitwirken zahlreicher Akteure vor Ort – vom Bauhof über die Freiwillige Feuerwehr, die Ritterschaft und den Schillingsfürster Bauernhaufen bis hin zur Schwarzen Schar Ohrenbach, den Diebacher Buam sowie Mitgliedern des Meistertrunks.

Und: „Fast alle Rothenburger Schulen sind heute vertreten“, betonte der OB – sei es mit Tischdecken, bemalt unter Leitung des Künstlerbundes, oder mit aufwendig gebastelten Tränen. Auf der Bühne stand der Chor des Reichsstadtgymnasiums unter der Leitung von Carolin Leyh, außerdem das Ensemble Windstrings der Städtischen Musikschule und das Ensemble Popp des Akademischen Orchesters Würzburg.

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Zwischen Schrecken und Hoffnung

Nachdem in der Mittagshitze die Besucherinnen und Besucher eher zögerlich auf den Marktplatz tröpfelten, hatten sich die Tische und Bänke bis zum Theaterstück am Abend dicht gefüllt. Auf der runden knallgelben Bühne in der Mitte des Marktplatzes machten die Schauspielerinnen und Schauspieler deutlich, was die Menschen zur großen „Uffrur“, bewegt hatte.

Die Figur des Narren führte durch die zehn Akte der Geschichte und ließ das Publikum eintauchen in die Ungerechtigkeiten und Schrecken des Bauernkrieges – aber auch in die Hoffnung und Begeisterung des Widerstands. Verschiedene Perspektiven wurden deutlich: die des Adels, der Kirche und die des „gemeinen Mannes“, der Bevölkerung.

Mitreißende Songs und sogar ein gemeinsamer Tanz sorgten dafür, dass die Menschen auf dem Marktplatz nicht nur Publikum blieben, sondern aktiv in das Geschehen eintauchten. Und auch der Oberbürgermeister war eingebunden und zeigte auf einem Schild die Forderung „Menschenrechte statt rechte Menschen“. Eine Botschaft, die – genau wie viele andere aus der Bauernkriegszeit – heute genauso aktuell ist wie damals. Musik von Yvonne Mimosa rundete den Abend ab.

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