Erst tief in der Nacht zum Montag stand das vorläufige amtliche Ergebnis der Bundestagswahl fest. Und damit auch, wer einen Sitz im neuen, deutlich verkleinerten Parlament bekommt. Aus den beiden Wahlkreisen Fürth und Erlangen, auf die sich die Gemeinden im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim verteilen, schafften es insgesamt vier Bewerber.
Das sind zum einen die beiden CSU-Direktkandidaten Tobias Winkler (Fürth) und Dr. Konrad Körner (Erlangen). Sie holten nicht nur jeweils die Erstimmenmehrheit in ihren Wahlkreisen, sondern errangen auch genug Prozentpunkte, um der Kappung der CSU-Direktmandate zu entgehen.
Auch der SPD-Abgeordnete Carsten Träger zieht wieder in den Bundestag ein. Das stand jedoch von Anfang an außer Frage. Träger war der Spitzenkandidat auf der Liste der bayerischen Sozialdemokraten.
Ebenfalls über seine Landesliste zieht der AfD-Bewerber Bastian Treuheit erstmals ins Parlament ein. Die bayerische AfD errang 22 Mandate, Treuheit stand auf Platz 18.
Nicht geschafft hat es hingegen die bisherige Erlanger SPD-Abgeordnete Martina Stamm-Fibich. Sie war von den Sozialdemokraten auf Platz 26 gelistet, doch darf die bayerische SPD nur 14 Abgeordnete stellen. Auch bei den Grünen und den Linken standen keine Kandidatinnen oder Kandidaten aus dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim weit genug vorne auf den Listen.
Tobias Winkler freute sich in einer Stellungnahme über den Stimmenzuwachs, den er am Ende seiner ersten Legislaturperiode einheimsen konnte. Der Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim erwies sich dabei als ein klarer Rückhalt für die Christsozialen. In fast allen der 38 Kommunen errang er ein Ergebnis über seinem Wahlkreisdurchschnitt von 37,4 Prozent. Zweimal – in Oberscheinfeld und in Simmershofen – holte Winkler gar eine absolute Mehrheit, also über 50 Prozent.
In Simmershofen erzielte die CSU mit 48,3 Prozent auch ihr bestes Zweitstimmenergebnis, gefolgt von Oberickelsheim (47,1) und Ergersheim (46,6) – alle drei Hochburgen liegen im Landkreiswesten. Relativ wenige Stimmen (aber mit klarem Vorsprung vor der durchgängig zweitplatzierten AfD) holten die Christsozialen in den Steigerwaldgemeinden Münchsteinach (32,8), Baudenbach (34,1) und Langenfeld (34,4).
Die AfD hat ihrerseits ihre Topwerte in Langenfeld (25,8), Markt Bibart (25,7) und Münchsteinach. Unterdurchschnittlich bleibt sie vor allem in den Westgemeinden Ergersheim (13,5), Weigenheim (14,4) und Ippesheim (15,0).
Den Kampf um Platz drei und vier machen die SPD und die Grünen unter sich aus. Dabei hat zumeist – in 28 der 38 Kommunen – die SPD die Nase vorn, neunmal die Ökopartei. In Markt Taschendorf sind die beiden Parteien stimmengleich.
Eine einzige Ausnahme gibt es: In Weigenheim – Wohnort des ehemaligen Freie-Wähler-Landrats Walter Schneider – schnappen die FW (10,3) der SPD (9,0) den dritten Platz weg. Dies ist der einzige zweistellige Prozentwert, den eine der kleinen Parteien im hiesigen Landkreis schafft.
Die FW holen sich ansonsten noch 27 Mal den fünften Platz, darunter in allen drei Kommunen der zum Wahlkreis Erlangen gehörenden Verwaltungsgemeinschaft Uehlfeld. Den Linken gelingt Platz fünf immerhin noch neunmal, der FDP nur einmal (in Wilhermsdorf mit ihrem Bestwert von 6,9 Prozent).
Die Gesamtschau der Gemeindeergebnisse ergibt ein erstaunlich homogenes Bild: einen allerorten klar von der Konkurrenz abgehobenen Sieger, die CSU; einen fast ebenso deutlichen Zweitplatzierten, die AfD, mit mehr oder minder viel Abstand zu den Verfolgern. Das gilt sogar für die Erststimmen, wo sich Träger und Treuheit nur in Gollhofen und Ergersheim ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten – jeweils mit dem besseren Ende für die Rechtsaußenpartei.
Das Gerangel um Platz drei entscheidet die SPD ähnlich deutlich für sich wie die Freien Wähler den Kampf um Platz fünf. Die FDP ist fast überall abgehängt.
Nur das Bündnis Sahra Wagenknecht schafft noch punktuelle Akzente. Ansonsten gelingt keiner der Kleinstparteien eine Eins vor dem Komma.