Zehn vorbildlich renovierte Denkmäler in den Landkreisen Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Ansbach sowie in der Stadt Ansbach hat der Bezirk Mittelfranken in diesem Jahr ausgezeichnet. Die FLZ stellt sie in loser Folge vor.
Scheunen waren seit jeher ein bedeutender Bestandteil eines Bauernhofes. Sie dienten als Lager für landwirtschaftliche Erzeugnisse und mit der zunehmenden Technisierung auch als Unterstellmöglichkeit für Landmaschinen.
Damit verlor die ursprüngliche Nutzung an Bedeutung und die historischen Scheunen verschwanden zunehmend aus dem ländlichen Raum. Umso mehr ist es aus Sicht des Bezirks Mittelfranken zu würdigen, wenn eben diese prägenden Gebäude als solche erhalten werden.
Ein „gelungenes Beispiel“ dafür finde sich in Lenkersheim bei Bad Windsheim, schreibt Franziska Lehmann vom Bezirk in ihrer Laudatio. Hier habe im Geißviertelweg 6 eine eingeschossige Fachwerkscheune mit abgeschopftem Satteldach bis heute nahezu unverändert ihr bauzeitliches Erscheinungsbild bewahrt. Sie ist bereits in der Bayerischen Uraufnahme von 1828 als Speicherbau eingezeichnet. Daher sei anzunehmen, dass der Bau wohl zeitgleich mit dem auf 1805 bezeichneten Austragshäuschen dieser ehemaligen Hofstelle errichtet wurde.
Auf Betreiben der Eigentümer wurde die Scheune 2020 in der Denkmalliste nachqualifiziert und bildet nun mit dem Austragshäuschen einen gemeinsamen Eintrag. Im Anschluss daran erfolgte eine notwendig gewordene Instandsetzung der Fachwerkscheune, die die Eigentümer selbst tatkräftig unterstützten. Unter anderem war die Dacheindeckung undicht, das Dachtragwerk verzogen und die Gefache an vielen Stellen schadhaft. Zudem wurde der neuzeitliche, nicht denkmalgeschützte Anbau am Südgiebel abgerissen.
Im Zuge der Maßnahmen hat man die Schäden materialgerecht und zimmermannsmäßig behoben. Nicht nur die alte Dacheindeckung wurde passend ersetzt, sondern auch das Dachtragwerk stabilisiert und wieder ausgerichtet.
Ebenso wurde das Fachwerk überarbeitet und im Außenbereich in Anlehnung an das Austragshäuschen neu gefasst. Beide Giebelfassaden tragen nun das gleiche Erscheinungsbild mit abgeschopftem Walm und einer Verbretterung.
Die Binnengliederung als dreischiffige Halle hat sich ebenso erhalten wie die historischen Holzstiegen in den zweigeschossigen Dachraum. Lediglich die Fundamente der Holzständer und die Bretterdielen der Dachböden wurden aus Sicherheitsgründen erneuert. „Dass die Fachwerkscheune in ihrer ursprünglichen Funktion und in ihrem historischen Erscheinungsbild wieder instand gesetzt wurde, stellt einen bedeutsamen Beitrag für die ländliche Bauvielfalt dar“, begründet Franziska Lehmann die Auszeichnung.