Eine fränkische Lok kehrt heim: Feldbahnmuseum in Rügland bekommt Zuwachs | FLZ.de

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Veröffentlicht am 24.12.2024 07:00

Eine fränkische Lok kehrt heim: Feldbahnmuseum in Rügland bekommt Zuwachs

Es muss schon noch einiges gemacht werden, bis die Lok wieder im Originalzustand daherkommt. (Foto: Evi Lemberger)
Es muss schon noch einiges gemacht werden, bis die Lok wieder im Originalzustand daherkommt. (Foto: Evi Lemberger)
Es muss schon noch einiges gemacht werden, bis die Lok wieder im Originalzustand daherkommt. (Foto: Evi Lemberger)

Jürgen Wening ist die Begeisterung deutlich anzuhören. Der Vorsitzende des Fränkischen Feldbahnmuseums in Rügland hat wieder einen neuen Schatz in der Sammlung des rührigen Vereins begrüßen dürfen. Es ist eine Jung-Lokomotive ZL 233, Baujahr 1939, die in der Region ihren Dienst tat und nun aus der Schweiz heimgekehrt ist.

Es klingt für Außenstehende schon ein wenig nach Pathos, wobei das die Feldbahnfreunde deutlich anders sehen. „Das ist schon etwas ganz Besonderes“, stellt Wening ausdrücklich fest, und das mag auch mit der Geschichte verbunden sein, die sich mit der Rückkehr der Lok verbindet. Wenn man so will, gleich in zweifacher Hinsicht.

Ein ganz besonderes Modell für Rügland

Denn ursprünglich war das Modell, das am Freitag ein schwerer Kran auf das Vereinsgelände neben der Straße in Richtung Dietenhofen setzte, am 27. März 1939 an das Ansbacher Bau-Unternehmen Johann Baumann ausgeliefert worden. Die Diesellok mit der Typennummer 8457 aus der Schmiede in Jungenthal bei Kirchen an der Sieg war zum Materialtransport auf Baustellen in und rund um Ansbach eingesetzt. Viele gibt es davon nach über acht Jahrzehnten nicht mehr, schätzt Wening und versichert: „Das ist bedeutsam für die regionale Geschichte.“

Das macht dieses Modell natürlich besonders – zusätzliches Herzblut verbinden die Rügländer Feldbahnfreunde mit der siebten Jung im Bestand des Vereins aber vor allem und gerade in persönlicher Hinsicht.

Schon als junge Burschen mit ihrem bereits damals ausgeprägten Faible für Feldbahnen waren Wening und sein Spezl Harald Trenner auf diese Jung ZL 233 gestoßen. Damals stand sie in einem Schuppen, doch der aufgerufene Kaufpreis von 1500 D-Mark überstieg die Möglichkeiten der Teenager. „Das war für uns unbezahlbar“, erinnert sich Wening heute. Ihrer Liebe sind die beiden aber treu geblieben, und rund 40 Jahre später schließt sich nun der Kreis für die Gründer des Feldbahnmuseums. „Unsere große Dicke“, haben Wening und Trenner die 9,5 Tonnen schwere Lok gleich mal fränkisch liebevoll getauft.

Eine Leihgabe auf Lebenszeit

Zustande kam die Rückkehr der Diesellok, die auf vielen Irrungen und Wirrungen in der Schweiz gelandet war, durch einen Zufall: Der Sammler Markus Brunner musste seinen Bestand auflösen und suchte Unterstellmöglichkeiten. „Da können wir ihm gerne helfen“, reagierten die Feldbahnfreunde spontan und hatten Glück. Brunner wurde Mitglied im Verein und ließ die Jung ZL 233 nun als Dauer-Leihgabe nach Rügland transportieren. Ein Glücksfall, sagt Wening. „Wir wissen das zu schätzen.“

Allerdings werden die Feldbahnfreunde in den kommenden Tagen und Monaten noch viel Arbeit in den Neuzugang stecken müssen. „Sie ist in keinem sehr guten Zustand“, sagt Wening mit Blick auf etliche durchgerostete Bleche im Führerhaus. Das ist aber, glaubt man dem Fachmann, „kein großes Problem“. Ziel ist es, die Lok wieder in ihren Originalzustand zu versetzen.

Original Jung-Motor wird für den Neuzugang gesucht

Das kommt schon einigermaßen ambitioniert daher, zumal dem Gefährt auch noch der Antrieb fehlt. Irgendwann wurde der 36/40 PS starke Zweizylinder-Dieselmotor ausgebaut, weshalb die Rügländer nun einen originalen Jung-Motor suchen.

Das könnte sich schwierig gestalten, viele der kleinen, aber einstmals so ungemein kräftigen Feldbahnen sind nicht mehr erhalten. Lediglich „drei bis vier in Deutschland“ sollen es sein, doch Jürgen Wening und Harald Trenner geben sich zuversichtlich: „Wir bleiben dran.“

Zudem wendet sich der Verein mit einem Aufruf an „Menschen, die wissen, was damit gebaut worden ist“. Genau weiß es auch Wening nicht. Der Vorsitzende des Feldbahnvereins kann sich vorstellen, dass die Diesellok beim Bau der Kaserne in Katterbach eingesetzt worden sein könnte. Auch für Fotos vom Einsatz der Lok auf Baustellen der Firma Baumann wären die Tüftler aus Rügland für die Restaurierung und für dokumentarische Zwecke dankbar.


Florian Pöhlmann
Florian Pöhlmann
Nach der journalistischen Grundausbildung beim Fernsehen rief 1999 die große weite Welt des Sports, die ich in Nürnberg in nahezu allen Facetten kennenlernen und in verantwortlicher Position gestalten durfte. Erst der verlockende Ruf aus Ansbach und die Aussicht, im fortgeschrittenen Alter Neues zu wagen, sorgten ab 2021 für einen Neustart in der Lokalredaktion.
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