Welche Art von Waffen gab es in einer Reichsstadt? Wie wurden sie eingesetzt und welche Rolle spielten sie im alltäglichen gesellschaftlichen Leben? Diese und noch mehr Fragen werden im RothenburgMuseum beantwortet: Am Samstag, 1. Juni, startet dort um 15 Uhr die Ausstellung „Waffen einer Reichsstadt“.
Die Zusammenstellung der Exponate veranschauliche „die konfliktreiche Vergangenheit der Stadt“ und schaffe die Verknüpfung zu prägenden Ereignissen wie dem Dreißigjährigen Krieg, teilte der Rothenburg Tourismus Service (RTS) mit. Unter dem Begriff „Waffe“ seien dabei nicht nur Handwaffen zu verstehen, sondern im übertragenen Sinn auch Finanzmittel, Rechtstitel oder juristische Eingaben. Diese hätten oft mehr Bedeutung gehabt als herkömmliche Waffen aus Eisen, hieß es.
Denn Waffen dienten vor allem zur Durchsetzung von Interessen, seien sie politischer, juristischer, wirtschaftlicher oder auch gesellschaftlicher Natur. Eine Reichsstadt sei stets darauf bedacht gewesen, das „eigenständige Gemeinwesen“ und somit Recht und Besitz zu verteidigen.
In der Ausstellung zum Reichsstadt-Jubiläum werde „eine der größten Waffensammlungen in Deutschland“ zu sehen sein, verkündete der RTS. Die gezeigten Objekte stammen aus der Sammlung Baumann, wurde berichtet. Die Ausstellung thematisiere prägende Konflikte der damaligen Zeit anhand der Stadtgeschichte, wie beispielsweise den Dreißigjährigen Krieg. Auch mit dem Bauernkrieg 1525 lasse sich das lokale Geschehen verknüpfen. Zudem zeige man in der Ausstellung die Konfrontation der reichsstädtischen Waffen mit bäuerlichen und adeligen Waffensystemen.
Um eine anschauliche Darstellung zu ermöglichen, werden die Räume des Museums im Dormitorium des ehemaligen Dominikanerinnenklosters neu konzipiert, teilte der RTS weiter mit. Auch sei es möglich, selbst Teil der Ausstellung zu werden. Wie das geht? Interaktive Stationen ermöglichen es den Besuchenden, die geschichtliche Vergangenheit auf eine ganz besondere Art und Weise wahrzunehmen.
Zu sehen sein wird die Ausstellung bis zum 31. Dezember – dabei beziehe sie sich auch auf den Gedenkanlass „500 Jahre Bauernkrieg“ im Jahr 2025.
Nicht nur für Erwachsene ist die Ausstellung geeignet, auch Kindern wird das Thema Krieg altersgerecht auf den jeweiligen Texttafeln vermittelt. Im unteren Teil der jeweiligen Tafeln sei der Text für Kinder zu finden, so der RTS. Um ihnen die Themen spielerisch zu vermitteln, gebe es ein Rätselheft zur Ausstellung dazu. Somit komme für die Kleinsten auch der Spaß nicht zu kurz. Das Heft ermögliche es, die Ausstellung auf andere Art und Weise zu entdecken, am Ende warte eine kleine Überraschung, wurde mitgeteilt. Auch die Mitmachstationen „tragen zum Spaß bei“.
Zusätzlich zur Ausstellung werde es außerdem Rundgänge in der Nähe des Museums zur Stadtmauer und zu weiteren Schauplätzen innerhalb der Stadt geben, teilte der RTS weiter mit. In der Altstadt seien noch einige zeitgenössische Merkmale der reichsstädtischen Zeit zu bestaunen wie beispielsweise die Stadtmauer oder die Architektur, hieß es weiter. Auch das Klingentor oder die Wolfgangskirche zählen laut RTS zu den Gebäuden aus der Zeit der Reichsstadt.
Für die Führungen ist jeweils eine Stunde angesetzt. Das Angebot ist für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre kostenlos. Die Termine dazu finden sich auf der Internetseite des RothenburgMuseums.