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Ein Zuhause für den Test-Volocopter in Sinbronn

So ähnlich könnte der künftige Hangar für den Rettungs-Volocopter der ADAC Luftrettung in Dinkelsbühl im kommenden Jahr aussehen. (Fotomontage: ADAC-Luftrettung)
So ähnlich könnte der künftige Hangar für den Rettungs-Volocopter der ADAC Luftrettung in Dinkelsbühl im kommenden Jahr aussehen. (Fotomontage: ADAC-Luftrettung)
So ähnlich könnte der künftige Hangar für den Rettungs-Volocopter der ADAC Luftrettung in Dinkelsbühl im kommenden Jahr aussehen. (Fotomontage: ADAC-Luftrettung)

Die ADAC Luftrettung hat eine weitere Voraussetzung für den Testbetrieb des elektrischen Volocity-Multicopters in Dinkelsbühl-Sinbronn (Landkreis Ansbach) geschaffen.

Wie Pressesprecher Jochen Oesterle auf Anfrage der FLZ mitteilte, hat das gemeinnützige Unternehmen inzwischen die Fläche gekauft, die an das Luftrettungszentrum auf dem Flugplatz Dinkelsbühl-Sinbronn angrenzt. Dort ist seit knapp zehn Jahren bereits der Rettungshubschrauber Christoph 65 der ADAC-Luftrettung stationiert.

Dieser wird von der Integrierten Rettungsleitstelle in Ansbach alarmiert und versorgt von Dinkelsbühl aus in einem Radius von 50 bis 70 Kilometern vor allem Teile von Westmittelfranken und Schwaben.

Sinbronn hat einen kleinen Vorteil

So weit wird der Test-Volocopter zunächst nicht fliegen können, das ist auch für Jochen Oesterle klar. Seiner Organisation geht es im Moment darum, handlungsfähig zu sein, sobald das moderne Fluggerät verfügbar ist. Nach seinen Worten liegen schon die Baupläne für den Hangar, den Batteriecontainer und den Standplatz in Sinbronn vor. Ein Bürocontainer wird nicht gebraucht, da die vorhandene Luftrettungsstation mitgenutzt werden kann.

Damit hat Dinkelsbühl einen kleinen Vorteil gegenüber dem zweiten Teststandort bei Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz, der auf der grünen Wiese ohne Anbindung an einen Rettungshubschrauber-Standort liegt.

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Ob der Testbetrieb aber dort oder in Dinkelsbühl beginnen wird, ist noch nicht sicher, teilte Oesterle weiter mit. Das sei auch nicht so wichtig, weil das erste gelieferte Fluggerät auf jeden Fall an beiden Standorten „zeitnah“ eingesetzt werde. Voraussichtlich wird sich der Start bis ins nächste Jahr verschieben.

Zunächst ging das Geld aus

Eigentlich hätte es schon heuer losgehen sollen, aber zunächst ging der Firma Volocopter das Geld aus. Vor wenigen Tagen war dann bekannt geworden, dass ein chinesisches Unternehmen über eine Tochtergesellschaft in Österreich Volocopter übernehmen will.

Das werde zu Verzögerungen führen, nimmt man bei der ADAC-Luftrettung an. „Wir sind aber optimistisch, dass das Forschungsprojekt fortgeführt werden kann“, denn der künftige Eigentümer sei einer der weltgrößten Fluggerätehersteller mit viel Erfahrung bei der Zertifizierung solcher Geräte.

Aktuell ist die fehlende Musterzulassung durch die europäische Agentur für Flugsicherheit EASA ein zentraler Punkt. Diese steht aber laut Oesterle „kurz bevor“. Er ist nach wie vor davon überzeugt, dass elektrisch angetriebene Fluggeräte, die senkrecht starten und landen können, den Rettungsdienst verbessern würden. Weltweit gebe es derzeit kein vergleichbares Forschungsprojekt zum Einsatz im Rettungsdienst.

Den Rettungsdienst weiter entwickeln

Kritikern des Testbetriebs, die sich auch in der Region zu Wort gemeldet hatten, hält Jochen Oesterle entgegen, dass es Satzungsauftrag der ADAC Luftrettung sei, den Rettungsdienst weiterzuentwickeln.

„Wir wissen auch nicht, ob es am Ende des mehrstufigen mehrjährigen Verfahrens funktioniert“, bekannte er, aber als 1970 die erste Luftrettungsstation bei München eröffnet worden sei, sei man für die Forderung belächelt worden, dass der Hubschrauber auf der Autobahn landen können muss – heute eine Selbstverständlichkeit, die schon viele Menschenleben gerettet hat.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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