Der Rothenburger Campus hat sich in großen Schritten von einem reinen Studienzentrum hin zu einem regionalen Standort für Wissen, Kultur und gesellschaftlichen Austausch weiterentwickelt. Die wichtigsten Aktivitäten sind im Jahresbericht zusammengefasst.
Für den Campus Rothenburg der Hochschule Ansbach war das Jahr 2025 geprägt von „zahlreichen Praxisprojekten in der Region, gut besuchten Veranstaltungen, anwendungsbezogenen Forschungsaktivitäten und zahlreichen Highlights für unsere Studierenden”. Das schreibt Geschäftsführer Dr. Florian Diener im Vorwort des Jahresberichts.
Der fehlende Abiturjahrgang in Bayern sei insbesondere für den Bachelorstudiengang Interkulturelles Management eine besondere Herausforderung gewesen, da der ohnehin harte Wettbewerb um Studierende hierdurch noch intensiver geführt worden sei, heißt es im Vorwort. „Durch unsere regionale und überregionale Kommunikations- und Netzwerkoffensive – bei der wir auch aktiv unsere Studierenden eingebunden haben – ist es uns gelungen, die Zahl der Erstsemester-Studierenden in unserem Bachelorstudiengang stabil zu halten”, schreibt Diener.
Insgesamt kamen im Oktober 2025 rund 50 neue Studierende. Einige aus der Region hätten sich bewusst für ein Studium nahe ihrer Heimat entschieden. Andere seien aus dem gesamten Bundesgebiet an den Campus gekommen.
Besonders freut man sich am Campus über die vielfältigen Praxisprojekte der Studierenden, die ihre Wirkung sowohl in der Region als auch darüber hinaus entfalten. Auch Erfolge und Auszeichnungen des wissenschaftlichen Teams im vergangenen Jahr in Lehre und Forschung vermeldet die Hochschule. Besonders hervorgehoben wird die Auszeichnung von Prof. Dr. Carolin Durst zur Professorin des Jahres in der Kategorie Wirtschaftswissenschaften und Jura durch die Unicum-Stiftung.
Durch den Aufbau von Kooperationen mit Diakoneo, die Zusammenarbeit mit dem Hospizverein Rothenburg – mit dem Projekt „Seelenfutter“ gibt es ein besonderes Angebot für trauernde Männer – sowie die spürbare Belebung des Co-Working-Spaces kommt laut Diener das Ziel näher, den Campus als einen wertvollen Ort für das gesellschaftliche Leben im ländlichen Raum zu etablieren und damit nachhaltige Mehrwerte für Wirtschaft und Gesellschaft zu generieren.
In ihren Arbeiten erforschen die Professorin und Professoren Carolin Durst, Ritam Garg und Alexander Piazza unter anderem digitale Markteintrittsstrategien für Start-ups, den Einsatz sozialer Roboter in Bildung, Gesundheitswesen und Tourismus sowie die Optimierung interkultureller Trainings mithilfe von künstlicher Intelligenz. Im vergangenen Jahr konnten die Erkenntnisse an zahlreichen Stellen in der Region eingebracht werden, unter anderem beim Tourismus-Service, bei einer Bank oder dem Klinikum.
Im Jahr 2025 standen insbesondere Projekte zur KI-gestützten Berufsorientierung, eine Machbarkeitsstudie zum Pop-up-Reallabor sowie vielfältige Praxisprojekte im Masterstudiengang Digital Marketing im Fokus.
Wie dem Jahresbericht zu entnehmen ist, könnte der vom Campus in Kooperation mit der IHK Nürnberg für Mittelfranken entwickelte Ausbildungsroboter Max Abhilfe in Sachen richtiges Auswählen des Ausbildungsberufes schaffen. Roboter Max erfasst Interessen, analysiert Antworten in Echtzeit und leitet daraus Empfehlungen für geeignete Berufsfelder ab.
Mit dem Pop-up-Showroom in der Rödergasse 2 bis 4 wurde ein innovatives Innenstadtprojekt umgesetzt. Vom 1. Oktober bis 31. Dezember präsentierten Start-Ups, kleine Unternehmen und kreative Marken ihre Produkte oder Geschäftsideen und erprobten neue Formen der Sichtbarkeit und Kundenansprache.
Als regionaler Hochschulstandort hat sich der Campus, wie es im reich bebilderten Jahresbericht heißt, dem Ziel verschrieben, den Austausch von Wissen, Innovationen und Ideen zu fördern und zugleich Raum für kulturelles und gesellschaftliches Leben bereitzustellen. Mit praxisnahen Weiterbildungsangeboten, abwechslungsreichen Veranstaltungsformaten und gezielten Kooperationen konnte der Campus im vergangenen Jahr somit unterschiedliche Zielgruppen zusammenbringen.
Neben Angeboten der beruflichen Weiterbildung, etwa im Rahmen des Modulstudiums, prägten neue und bewährte Veranstaltungsreihen wie die Campus Talks, die Rothenburger Diskurse am Campus sowie der Filmfrühling das Jahresprogramm.
Viele der Projekte wären laut Diener ohne die Einwerbung von Drittmitteln sowie die großzügige Unterstützung der Stadt Rothenburg, des Fördervereins, der Gemeinden in der Region und engagierter Unternehmen nicht möglich gewesen.