Einen Zukunftswald hat Manfred Hartnagel auf einem ehemaligen Acker westlich vom Lotterhof, einem Ortsteil der Stadt Feuchtwangen im Landkreis Ansbach, vor rund 20 Jahren gemeinsam mit seinem Freund Ernst Buckel gepflanzt. Eine Ortsbesichtigung in einem außergewöhnlichen Waldstück ...
Das Treffen im Wald fand auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) der Jagdgenossenschaften in Stadt und Landkreis Ansbach unter Vorsitz von Martin Gögelein (Aichau) statt. Organisiert wurde es vom Bayerischen Bauernverband.
Als Praxistag und Anschauungsobjekt beschrieb Gögelein den Termin, denn im Februar dieses Jahres hatte Manfred Hartnagel, Jagdberater und Vorsitzender der Jägervereinigung Feuchtwangen, bei einem Vortrag über die Probleme vom Zaunbau zum Schutz vor Verbiss, über klimaresistente Wälder und Erhalt von Naturverjüngung referiert. Der Vortrag regte die ARGE dazu an, einen Ortstermin zu veranstalten.
Hier waren rund 60 Personen aus dem gesamten Interessensgebiet Wild, Wald und Jagd aus der gesamten Region und aus den rund 100 Jagdgenossenschaften in Stadt und Landkreis Ansbach erschienen.
Die Bejagung von Rehwild und die Waldwirtschaft hängen unmittelbar zusammen, hieß es. Dies wird durch die Verbissgutachten verdeutlicht: Der südlichere Raum um Wassertrüdingen, berichtete Richard Edelmann vom BBV, sei bereits „Rotes Gebiet“. Das heißt, der Verbiss ist hier zu hoch und Rehwild müsste noch mehr bejagt werden, als es aktuell der Fall ist.
Im Raum Feuchtwangen Ost, in dem der Ortstermin stattfand, herrscht ein ganz anderes Bild. Hier ist ein „Grünes Gebiet“. Der Verbiss der Jungpflanzen hält sich also in Grenzen.
Insgesamt aber, so Martin Gögelein, kann von einer 50-prozentigen Quote zwischen grünem und rotem Gebiet ausgegangen werden. Das wollte Manfred Hartnagel genauer wissen und pflanzte den Zukunftswald. Manche beurteilten meine Anpflanzungen auch als „schönes Durcheinander“, so Hartnagel.
Rund 20 Baumarten, von Mammutbaum über Roteiche, Esskastanie, Ahorn, Speierling bis Thuja und Zeder, wurden auf dem ein Hektar großen Areal gepflanzt. Und entwickelten sich außergewöhnlich gut. Beim Rundgang der Gruppe wurde auch auf den Erhalt der Naturverjüngung im angrenzenden Fichtenwald eingegangen – ein wichtiger Aspekt gegen den Verbiss.
Betont wurde in den Gesprächen, dass die Jagdgenossenschaften eine wichtige Aufgabe und auch Verantwortung hätten. Wenn die Abschusspläne durch die Jäger nicht erfüllt werden, kann die Jagdgenossenschaft bei der Weiterverpachtung reagieren. Jagd ist tägliche Arbeit, führte Hartnagel an, denn mit invasiven Arten wie den Waschbären kommen neue Herausforderungen auf die Jäger zu.
Eine weitere Herausforderung ist der Freizeitdruck im Wald. Spaziergänger mit Hunden, manche auch nicht angeleint, sind frühmorgens und auch spätabends unterwegs. Einig waren sich die Organisatoren, dass speziell auf die Bodenstruktur, auf die Klimaverhältnisse und weitere Faktoren beim Waldumbau geachtet werden muss.
Im Raum Feuchtwangen mit sandigen Böden können andere Baumarten gepflanzt werden als im Raum Wassertrüdingen mit schweren Böden. Und wenn der Verbiss zu hoch ist, muss reagiert werden, so die klare Forderung aus den Jagdgenossenschaften.
Das Waldstück von Manfred Hartnagel, das „schöne Durcheinander“, zeigte einen Einblick, wie Waldumbau gelingen kann. Hartnagel hatte in seinem Leben viel Glück, führte er im Gespräch an und will mit diesem Zukunftswald etwas zurückgeben.