Ein leerer Weiher zum Auftakt der Dinkelsbühler Fischerntewoche | FLZ.de

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Veröffentlicht am 27.10.2024 18:00

Ein leerer Weiher zum Auftakt der Dinkelsbühler Fischerntewoche

Nach dem Abfischen des Rothenburger Weihers bot sich vor der Dinkelsbühler Altstadt dieser idyllische Anblick. (Foto: Roman Kocholl)
Nach dem Abfischen des Rothenburger Weihers bot sich vor der Dinkelsbühler Altstadt dieser idyllische Anblick. (Foto: Roman Kocholl)
Nach dem Abfischen des Rothenburger Weihers bot sich vor der Dinkelsbühler Altstadt dieser idyllische Anblick. (Foto: Roman Kocholl)

Schon vor einigen Tagen begann der Wasserstand des Rothenburger Weihers langsam zu sinken. Jetzt ist er leer. Zum Start der Fischerntewoche am Samstag wurden alle Karpfen und andere Fische abgefischt. Wer in den nächsten Tagen in Dinkelsbühl Fische sehen möchte, muss zum Altrathausplatz.

Besonders prächtige Exemplare können die Besucher und Besucherinnen in Augenschein nehmen, wenn sie sich zur Schauteichanlage begeben, die eigens für die Fischerntewoche am Altrathausplatz aufgebaut wurde. Kleinere, bunte Fische gibt es in den Aquarien im Innenhof des Hauses der Geschichte zu sehen.

Ein wichtiger Aspekt der Fischerntewoche ist die Kulinarik. Diesbezüglich kommen die Gäste an den Ständen der regionalen Anbieter von frischem oder geräuchertem Fisch auf ihre Kosten.

Seit 39 Jahren gibt es in Dinkelsbühl die Fischerntewoche. Doch das sei keine Selbstverständlichkeit. Darauf wies Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer in seiner Eröffnungsrede hin. Teichwirtschaft zu betreiben, sei harte Arbeit. „Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass man das auf sich nimmt“, sagte Hammer. Er erinnerte daran, dass die Fischerntewoche einst ins Leben gerufen wurde, um zwischen dem endenden Sommer und dem Winter ein touristisches Highlight zu bieten.

Vom Fischotter droht große Gefahr

Landrat Dr. Jürgen Ludwig, der auch Vorsitzender der Teichgenossenschaft Landkreis Ansbach ist, lobte die „starke Leistung“ all derer, die für die Organisation der Fischerntewoche verantwortlich sind. Das komme nicht von selbst. Und er verwies darauf, dass in anderen Städten solche Veranstaltungen längst verschwunden seien. „Wir haben sie noch und es lohnt sich auch, sie im nächsten Jahr weiterzuführen“, sagte der Landrat. Gleichwohl gebe es Bedrohungen. Kormoran und Biber machten den Teichwirten seit langem das Züchten schwer. Nun rücke von Osten her eine neue Gefahr näher: der Fischotter. Das Problem: Das Tier frisst über den eigenen Hunger hinaus. Der Fischotter „jagt, stresst und tötet die Fische“, wie der Landrat hervorhob.

Auch Christian Baur, Obmann der Weihergemeinschaft Dinkelsbühl und stellvertretender Vorsitzender der Teichgenossenschaft Landkreis Ansbach, betonte im Gespräch mit der FLZ: „Mit dem Biber kann ich leben, mit dem Otter nicht.“ Die ersten Fischotter aus der Oberpfalz seien in Mittelfranken bereits angekommen. Das große Problem: „Der Otter frisst alles und tötet auch zum Spaß.“

Christian Baurs Bitte an die Politik: Man möge Rahmenbedingungen schaffen, „die für uns in Ordnung sind“. Bei der Eröffnung der Fischerntewoche haben die Landtagsabgeordneten Helmut Schnotz (CSU) und Martin Stümpfig (Bündnis90/Die Grünen) zugehört.

450 Kilogramm frischer Fang

Zuvor hatten sich einige Besuchenden am Rothenburger Weiher eingefunden. Berufsfischer und Fischwirtschaftsmeister Ralf Scheuermann hatte dort in den Morgenstunden mit seinem Team den Weiher abgefischt. Rund 450 Kilogramm Fisch, größtenteils Karpfen, hat er rausgezogen. Nach der Überwinterung sollen die Fische wieder ausgesetzt werden. Wenn sie drei Jahre alt sind, kommen sie auf den Teller.

Die Fischerntewoche geht noch bis nächsten Sonntag.

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