Ein lebendiges Herzstück für das Dorf Oberambach | FLZ.de

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Veröffentlicht am 16.07.2023 14:09

Ein lebendiges Herzstück für das Dorf Oberambach

Die Kapelle St. Martin im Oberscheinfelder Ortsteil Oberambach wurde im 19. Jahrhundert auf Initiative der Dorfgemeinschaft errichtet, die sich noch heute für ihre Erhaltung engagiert. (Foto: Bezirk Mittelfranken/Julia Krieger)
Die Kapelle St. Martin im Oberscheinfelder Ortsteil Oberambach wurde im 19. Jahrhundert auf Initiative der Dorfgemeinschaft errichtet, die sich noch heute für ihre Erhaltung engagiert. (Foto: Bezirk Mittelfranken/Julia Krieger)
Die Kapelle St. Martin im Oberscheinfelder Ortsteil Oberambach wurde im 19. Jahrhundert auf Initiative der Dorfgemeinschaft errichtet, die sich noch heute für ihre Erhaltung engagiert. (Foto: Bezirk Mittelfranken/Julia Krieger)

Acht vorbildlich renovierte Denkmäler in den Landkreisen Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Ansbach sowie in der Stadt Ansbach hat der Bezirk Mittelfranken in diesem Jahr ausgezeichnet. Darunter findet sich auch die Kapelle St. Martin im Oberscheinfelder Ortsteil Oberambach.

St. Martin ist ein eher kleines Gotteshaus. Trotzdem ist sie etwas Besonderes, weil sie 1882 auf Initiative der damaligen Dorfbewohner errichtet wurde und noch heute von der Kapellengemeinschaft Oberambach getragen wird.

Die im neoromanischen Stil gebaute Kapelle bildet den Dorfmittelpunkt. Neben vier festen Gottesdienstterminen jährlich ist das denkmalgeschützte Bauwerk auch ein Ort für Familienfeste und Andachten.

Hölzerner Glockentrum über dem Eingang

Der nach Süden gerichtete eingeschossige Kapellenbau aus Sandsteinquadern schließt mit einem eingezogenen, polygonalen Chorschluss. Über dem Eingangsportal an der Giebelnordseite ragt ein hölzerner Glockenturm mit Pyramidendach empor, der zum dahinterliegenden Satteldach überleitet. Zwei Rundbogenfenster an jeder Längsseite sowie eines im Chorscheitel komplettieren das Bild, beschreibt Franziska Lehmann in ihrer Laudatio für die Denkmalschutzprämierung des Bezirks die Architektur des Gebäudes.

Die letzte große Sanierung, bei der eine Seitenwand neu errichtet sowie die Dacheindeckung und der Glockenturm erneuert wurde, fand 1966 statt. 20 Jahre später folgte die Reparatur kleinerer Schäden. Nach über 30 Jahren stellten sich wieder Witterungsschäden an der Fassade, am Dach und am Glockenturm ein, die keinen Aufschub duldeten. Zusätzlich war im Innenraum der Holzboden durch Feuchtigkeit stark angegriffen. Daher beschloss die Kapellengemeinschaft, eine umfassende Sanierung der Kapelle zu starten. Mit persönlichem und finanziellem Einsatz koordinierte die Trägerschaft die Maßnahmen in Eigenregie. Unterstützung erfuhr sie dabei vom Bauamt der Erzdiözese Bamberg sowie durch Spenden und Förderungen.

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Im Zuge dessen wurde der Dachstuhl gegen Wurmbefall behandelt und mit denkmalgerechten Ziegeln neu eingedeckt. Zudem hat man den Glockenturm mit seinem hölzernen Gerüst, der Einblechung und dem Zifferblatt ertüchtigt und stark geschädigte Teile ausgetauscht.

Sandsteinfassade sorgsam gereinigt

Die Sandsteinfassade sei sorgsam gereinigt, schadhafte Stellen gefestigt und komplett neu verfugt worden, so die Expertin des Bezirks. Besonders stark betroffen waren die Giebelnordseite und der Sockelbereich. Im Innenraum erfolgte eine farbliche Neugestaltung der Oberflächen mit einer Erneuerung des Holzbodens. Die originalen Steinplatten konnten erhalten werden. „Dank des außergewöhnlichen Engagements der Kapellengemeinschaft bleibt die für Oberambach bedeutsame Kapelle auch weiterhin lebendiges Herzstück der Gemeinde“, lobt Lehmann.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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