Ein Hexenprozess in Rothenburg lebt wieder auf | FLZ.de

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Veröffentlicht am 22.08.2023 17:33

Ein Hexenprozess in Rothenburg lebt wieder auf

Oberbürgermeister Dr. Markus Naser und Nasila von Staudt mit ihrem neuen Buch und dem Familienwappen im Hintergrund. (Foto: Thomas Müller)
Oberbürgermeister Dr. Markus Naser und Nasila von Staudt mit ihrem neuen Buch und dem Familienwappen im Hintergrund. (Foto: Thomas Müller)
Oberbürgermeister Dr. Markus Naser und Nasila von Staudt mit ihrem neuen Buch und dem Familienwappen im Hintergrund. (Foto: Thomas Müller)

Nasila von Staudt hat einen neuen Roman über einen Hexenprozess in der Stadt geschrieben und stellt ihr Werk in der Bücherei vor.

In dem historischen Kriminalroman „Flammentochter“ wird die Stadt zum Schauplatz für einen Hexenprozess. Geschrieben wurde er von Nasila von Staudt, entstammend „aus dem letzten verbliebenen Patriziergeschlecht in Rothenburg“, so ihr Verlag.

Ihr bereits drittes Buch beruht auf einer wahren Geschichte und beschreibt das Schicksal eines jungen Mädchens, das sich 1627 selbst als Hexe bezichtigte und angeklagt werden sollte.

Recherchen in der eigenen Familie

Inspiriert hatte Nasila von Staudt eine wissenschaftliche Arbeit über die Hexenprozesse in Rothenburg, die ihre Mutter gelesen habe. In dieser komme auch ihre Protagonistin, die 13-jährige Margarethe, vor.

Die Studentin war schon immer sehr interessiert an Geschichte. Deshalb tauchte sie bei ihren Recherchen tief in die ihrer eigenen Familie ein. Im Stadtarchiv erfuhr sie, mehr durch Zufall, dass zur Zeit der Hexenprozesse zwei ihrer Vorfahren wichtige Rollen im Stadtrat besetzten und somit Teil der Gerichtsprozesse waren, den sie in ihrem Buch beschreibt. Einer war Bürgermeister, ein anderer Richter.

Unterlagen vom Ur-Opa halfen weiter

Auch von den Unterlagen ihres Urgroßvater erfuhr sie viel über ihre Familiengeschichte. Dieser sammelte Dokumente, Heiratsurkunden und weitere Andenken. „Ich wollte, dass alle Namen und Daten in meinem Buch stimmen, man selbst weiß das ja immer nur ganz grob auswendig. Dieser Ordner hat da schon sehr geholfen“, gibt sie zu.

Der Emons-Verlag beschreibt das Buch so: „Nasila von Staudt erzählt eine ungewöhnliche Coming-of-Age-Geschichte, in der ein junges Mädchen lernt, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und schließlich ihren eigenen Weg zu gehen. Rundum ein einfühlsamer und authentischer Historienroman von einer vielversprechenden jungen Autorin, den man so schnell nicht wieder weglegen möchte.“

Nasila von Staudt schrieb als Kind ihren ersten Roman

Bereits als Kind war Nasila von Staudt begeisterte Autorin. Mit zwölf Jahren schrieb sie den Krimi „Mord hinter den Mauern Rothenburgs“, in dem das Opfer im mittelalterlichen Kriminalmuseum gefunden wird. Damals hatte sie sogar den Einband selbst gezeichnet und farbig illustriert. Ihre Mutter lies ihr „Kinderprojekt“, wie sie es selbst nennt, drucken, und die Buchhandlung Rupprecht in der Hafengasse vertrieb es. „Das kam sogar sehr gut an“, berichtet die 20-Jährige.

Zurzeit wohnt sie mit ihrer Familie in Unna, nähe Dortmund, besucht aber gerne das Familienanwesen in der Altstadt. Laut dem Tourismus Service ist es das älteste unverändert erhaltene Patrizierhaus in Rothenburg.

Besonders gut an der Stadt gefällt ihr, dass „die Zeit in der Stadt wie stehen geblieben ist. Es ist fast wie eine andere Welt.“ Für die Erstlesung ihres neuen Romans kommt sie am Samstag, 9. September, um 19.30 Uhr in die Stadtbücherei.


Von Emilia Braun
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