„Sachen zu kreieren, die es so nicht gibt“ – das findet Vincent Maurer spannend. Aufgewachsen im Heilsbronner Ortsteil Weiterndorf, ist der 25-Jährige mittlerweile weltweit unterwegs und hat als Lighting Technical Director schon an namhaften Filmen und Serien gearbeitet.
Dabei studiert er eigentlich noch in Ludwigsburg: Technical Directing heißt der Studiengang am Animationsinstitut der Filmakademie Baden-Württemberg. Aktuell ist Vincent Maurer daher auch in eine Produktion eingespannt. Und zwar in die seines Diplomfilms, ein Animations-Kurzfilm. Den produziert Maurer natürlich nicht allein, sondern mit einem etwa 40-köpfigen Team.
Schon als er klein war, hat das Interesse angefangen. Der erste Film, an den er sich bewusst erinnern kann, war „Findet Nemo“. „Der hat mich schon immer fasziniert. Als ich etwa zehn oder elf war, habe ich mit meinem Bruder gemeinsam Stopp-Trick-Animationen mit Lego-Figuren gemacht.“
Schon während der Schulzeit wusste er: Das ist es. Dann hat er sich zu Studiengängen informiert und gesehen, „das, was ich als Hobby mache, das kann ich auch beruflich machen“. Sein Steckenpferd ist die 3D-Animation. Da baut er Objekte. „Die werden quasi wie virtueller Ton geformt“, erklärt er, „sie bekommen ein virtuelles Skelett, mit dem sie dann animiert werden können“. Am Ende ergibt sich dann das fertige Bild, das wir als Zuschauerinnen und Zuschauer auf dem Bildschirm sehen.
Als Technical Director ist Vincent Maurer „sozusagen das Bindeglied zwischen Künstlern und der Technologie dahinter“. In der Vergangenheit hat er bereits an Werbung mitgearbeitet und auch an Musikvideos, zum Beispiel für die deutsche Rockband Scorpions.
Besonders prägend war für ihn ein Mobilitätsjahr in Kanada während seines Studiums. Da war er bei den zwei Firmen Industrial Light & Magic (ILM) und Sony Pictures Imageworks in Vancouver.
ILM hatte George Lucas damals für die „Star Wars“-Filme gegründet. Dort arbeitete Vincent Maurer an zwei Sequenzen der Serie „Percy Jackson and the Olympians“ mit. Bei Sony Pictures Imageworks war er an der Produktion von „Spider-Man: Across the Spider-Verse“ beteiligt. „Auf die Arbeit bin ich sehr stolz“, erzählt Vincent Maurer.
Trotzdem, der Student ist bescheiden: „Plötzlich einfach durch die Tür zu gehen und sich an den Schreibtisch zu setzen und an den Sachen zu arbeiten, die man früher bewundert hat, war schon ein sehr schöner Moment“, sagt er. Und strahlt auf einmal, übers ganze Gesicht.
Auch sonst ist er viel unterwegs: Bei einem „Hollywood-Workshop” in Los Angeles hat er mal eben „nebenbei“ mit anderen Filmschaffenden einen Kurzfilm produziert, der vor Kurzem bei den Internationalen Hofer Filmtagen gezeigt wurde. Bald fährt er nach Tokio und London, um bei Konferenzen eine Studienarbeit zu präsentieren.
Und dennoch zieht es ihn alle paar Wochen wieder nach Weiterndorf zu seinen Eltern. „Ich bin schon irgendwie verbunden mit den Orten hier. Aber bei der Filmindustrie, gerade im Animationsbereich, passiert hier eben nicht viel.“ Wohin es Vincent Maurer also in Zukunft verschlagen wird, weiß er noch nicht. Kanada fände er spannend, aber auch in Deutschland gibt es gute Studios, sagt er. „Gerade genieße ich es, dass ich durch meine Arbeit und mein Studium so viele verschiedene Orte und Leute kennenlerne.“
Nebenbei kann man ihn übrigens auch als Zauberer für Veranstaltungen buchen; aktuell pausiert er aber. Zwischen der Zauberei und der Film-Animation gibt es nämlich Parallelen: „Ich finde es faszinierend, Leute zu verblüffen, ihnen Welten zu zeigen, die sie in der Realität nicht haben.“
Auf die Frage zu seinen Träumen antwortet Vincent Maurer nicht mit einem Job oder einem Preis, den er gewinnen will: „Ich wünsche mir, dass ich weiter an spannenden Filmen arbeiten kann, an spannende Orte komme und dass die Leute nicht aufhören, Filme zu schauen.“
Als Lokaljournalistin oder Lokaljournalist trifft man bei Veranstaltungen immer wieder spannende Menschen und kommt mit ihnen ins Gespräch. So auch in diesem Fall.
Das KulturKino Feuchtwangen zeigte im September preisgekrönte Beiträge des Mittelfränkischen Jugendfilmfestivals. Vincent Maurer war vor Ort, um von seinen interessanten Projekten zu erzählen.
Für diese reist er auch um die Welt. Ursprünglich kommt er aber aus Weiterndorf (Heilsbronn). Gründe genug für uns, den 25-Jährigen noch einmal zu treffen, um ihn in einer „Begegnung“ vorzustellen.