Ein großes kirchliches Chorprojekt mit über 70 Mitwirkenden wird am Sonntag im Weisachgrund zu erleben sein. Dies hat mit dem Weggang von Pfarrerin Tabea Richter zu tun: Statt Geschenken zum Abschied hatte sie Spenden, die für ein musikalisches Projekt in der Vakanz verwendet werden sollten, erbeten.
Von Februar 2016 bis August 2024 war die Pfarrerin zuständig für die Kirchengemeinde Schornweisach-Vestenbergsgreuth und ab März 2020 auch noch für die Pfarrei Kleinweisach-Altershausen-Pretzdorf. „Ich war total gerne dort, aber noch nie so lange in meinem Leben an einem Ort“, sagte die 47-Jährige gegenüber unserer Zeitung. Deshalb wollte sie wechseln. Mittlerweile leistet sie in Neustadt/Aisch ihren Dienst.
Seit September 2024 ist die Stelle vakant. Pfarrer Daniel Lischewski übernahm die Vertretung. „Da unsere Kirchengemeinden in Zukunft immer mehr zusammenwachsen müssen, entstand die Idee, in der Zeit der Vakanz ein großes musikalisches Projekt gemeinsam auf die Beine zu stellen“, erklärte Richter.
Dies ist nun geschehen. Unter der Regie von Katharina Rain (Kirchenchorleiterin in Schornweisach) und Marliese Popp (Kirchenchorleiterin in Kleinweisach) wurde das Gemeindeoratorium „Wie klingt Gott?“ von Peter Hamburger einstudiert.
In dem etwa einstündigen Werk werden Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament, in denen Gott direkt spricht oder handelt, musikalisch umgesetzt. Hamburger ist Kantor für Popularmusik in der evangelischen Kirche für Kurhessen-Waldeck.
Mitwirkende sind die Chorgemeinschaft Schornweisach, der Männergesangverein Altershausen, die Kirchenchöre Kleinweisach und Burghaslach, der Gospelchor Schornweisach sowie einzelne Sängerinnen und Sänger und ein siebenköpfiger Kinderchor. Das Projekt war in der gesamten Region beworben worden.
Begleitet wird dieses aufwendige Chorprojekt von Christine Teufel an der Orgel sowie einer Band und einem Blechbläserquartett. Als Sprecher für die Übergänge und somit auch als Moderator fungiert Wolfgang Popp.
Was aus den Spenden geworden ist, wird sich Pfarrerin Tabea Richter am Sonntag in Schornweisach dann natürlich selbst anhören. Darauf freut sie sich sehr, wie sie sagte. Sie würde sich sogar noch mehr freuen, wenn unter den Gästen auch eine Pfarrerin oder ein Pfarrer wäre, der das Projekt so toll findet, dass er oder sie sich gleich auf die vakante Stelle bewirbt, schmunzelt sie. Neben Spenden gab es übrigens auch Zuschüsse von der Landeskirche für dieses seltene Chorprojekt. ⋌
Das Oratorium „Wie klingt Gott?“ wird am Sonntag Kantate, 18. Mai, aufgeführt, und zwar ab 10 Uhr in der Kirche Kleinweisach und ab 17 Uhr in der Kirche Schornweisach.