Es ist eine nie endende Geschichte: Immer wieder finden Sanierungsarbeiten an der Außenfassade des Rathauses statt. Aktuell ist der Nordgiebel nahe des Grünen Marktes eingerüstet. Das wird voraussichtlich bis Ende September so bleiben.
Zehn Etagen höher und rund 40 Meter über dem Boden hat man eine tolle Aussicht. Nur wer den Rathausturm hinaufsteigt, kann noch weiter blicken. Oben auf dem Gerüst lassen sich die Steinskulpturen, die normal vom Boden nur schwer erkennbar sind, genauer betrachten. Von hier zeigt sich aber auch: Die Witterung und die Zeit haben den Skulpturen und der Fassade schwer zugesetzt.
„Wir führen hier eine sichernde und konservierende Maßnahme durch“, erklärt Andreas Hauf. Er arbeitet im Hochbauamt der Stadt und ist für die Arbeiten am Rathaus zuständig. Immer wieder müsse an unterschiedlichen Stellen saniert und renoviert werden. Zu groß ist die Gefahr, dass sich Teile der Fassade lösen, herunterfallen und im schlimmsten Fall Passanten treffen könnten.
Denn der Renaissance-Bau besteht aus Sandstein. Als das Rathaus nach einem verheerenden Brand im Jahr 1501 zu einem großen Teil neu aufgebaut wurde, war Sandstein ein typisches Baumaterial. Auch der Berliner Reichstag oder der Kölner Dom bestehen zu großen Teilen aus Sandstein. „Dazu kommt, dass er in der Region vorrätig war“, so Hauf.
Heutzutage würde wohl niemand mehr auf die Idee kommen, ein so großes Gebäude aus Sandstein zu errichten. Der weiche Stein lässt sich zwar gut bearbeiten, zum Beispiel für bildhauerische Verzierungen. Besonders widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse ist er allerdings nicht. Das zeigt sich auch an der Außenfassade des Rathauses. An vielen Stellen befinden sich Risse. „Der Sandstein löst sich über die Zeit auf“, so Hauf. „Er verliert seine Bindemittel.“ Jetzt ist es die Aufgabe einer Baufirma, die „gravierendsten Schäden“ zu bereinigen. Zunächst werden dafür brüchige Stellen gefestigt und anschließend gereinigt. „Wir tasten uns langsam voran.“
Dabei wird die Baustelle jedoch öfters ruhen müssen: „Regen ist immer schlecht“, erklärt Andreas Hauf. Er schätzt, dass das Gerüst noch bis Ende September stehen wird. Somit auch während der Reichsstadt-Festtage. Danach wird sich Andreas Hauf einer anderen Seite des Rathauses widmen müssen. „Es gibt immer etwas zu richten.“