Ein gemeinsames Hallenbad für Wilhermsdorf und Langenzenn? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 07.03.2025 16:00

Ein gemeinsames Hallenbad für Wilhermsdorf und Langenzenn?

Das Hallenbad Wilhermsdorf – alt, aber immer noch voll in Betrieb. Und weil das Bad in der Nachbarkommune Langenzenn nun sofort schließt, wird es vorerst sogar noch intensiver genutzt als bisher und wohl auch mit verlängerten Öffnungszeiten. (Foto: Heinz Wraneschitz)
Das Hallenbad Wilhermsdorf – alt, aber immer noch voll in Betrieb. Und weil das Bad in der Nachbarkommune Langenzenn nun sofort schließt, wird es vorerst sogar noch intensiver genutzt als bisher und wohl auch mit verlängerten Öffnungszeiten. (Foto: Heinz Wraneschitz)
Das Hallenbad Wilhermsdorf – alt, aber immer noch voll in Betrieb. Und weil das Bad in der Nachbarkommune Langenzenn nun sofort schließt, wird es vorerst sogar noch intensiver genutzt als bisher und wohl auch mit verlängerten Öffnungszeiten. (Foto: Heinz Wraneschitz)

Das Langenzenner Hallenbad soll geschlossen werden. Als „befristete Übergangslösung“ soll dann „vorrangig das Bad in Wilhermsdorf für eine gemeinsame Nutzung verwendet werden“. Nach fünf bis sieben Jahren ist dann wohl ein Neubau in Langenzenn hinter dem Gymnasium geplant.

Möglich ist allerdings auch eine Sanierung und gemeinsame Nutzung des alten Langenzenner Bauwerks durch beide Kommunen.

Am Mittwoch hatten die Bürgermeister Jürgen Habel (Stadt Langenzenn) und Uwe Emmert (Marktgemeinde Wilhermsdorf) per gemeinsamer Presseerklärung die geplante Zusammenarbeit für den Bäderbetrieb im Fürther Landkreisnorden in Aussicht gestellt. Wie berichtet laufen seit Längerem Gespräche zwischen den Kommunen und dem Landkreis. Inhalt: Die beiden in die Jahre gekommenen Hallenbäder könnten durch einen gemeinsamen Neubau ersetzt, der von mehreren Kommunen betrieben werden könnte – allerdings wohl nicht vom Kreis.

Sanierung in Langenzenn oder lieber Neubau?

Doch ob Sanierung des Langenzenner Bauwerks oder Neubau: Beide Seiten sind sich wohl einig, die langfristige Badzukunft liegt in Langenzenn. Auch wenn es „bezüglich des Standortes noch keine konkreten Aussagen oder Planungen gibt“, wie die Bürgermeister auf Nachfrage betonen. Denn Wilhermsdorf hat im Umfeld des allmählich beginnenden Schulneubaus eigens für ein Hallenbad ein Geländeteil reserviert.

Fakt ist: Vor allem, um den verpflichtenden Schwimmunterricht für Schulen sicherzustellen, ist eine geöffnete Schwimmhalle auch für die Zwischenzeit notwendig. Durch die Kooperation sollen aber ebenso private wie Vereins-Kursangebote weiter möglich sein, heißt es von den Bürgermeistern. Die anfallenden Kosten würden sich beide Kommunen teilen.

Wasserschaden und marode Technik

Das ziemlich marode Bad in Langenzenn soll offenbar demnächst geschlossen werden. So habe ein eklatanter Wasserschaden vor wenigen Monaten und der Zustand der Technik gezeigt, dass der Betrieb in Langenzenn aufgegeben werden müsse, sagt Langenzenns CSU-Fraktionschef Manfred Durlak auf Anfrage unserer Redaktion. Und: „Wir schreiben 500.000 Euro Miese jedes Jahr.“ Eine nur knapp darunter liegende Zuschuss-Summe für das eigene Bad findet sich allerdings auch jeweils im Wilhermsdorfer Gemeindeetat.

Dennoch: „Dieses Bad befindet sich in einem augenscheinlich besseren Zustand, dies beinhaltet vor allem die technischen Anlagen“, bestätigen beide Bürgermeister. Und weil das Langenzenner Personal nach Wilhermsdorf entsandt werden soll, könnten dort „eventuell erweiterte Angebote und/oder längere Öffnungszeiten“ möglich werden. „Im nächsten Schritt werden jetzt die derzeitigen Nutzer – Vereine, Schulen und so weiter – in die weitere Ausarbeitung eingebunden“, versprechen Habel und Emmert.

Die Rathausverwaltungen müssten nun in weiteren Gesprächen Details der angestrebten Lösungen aushandeln. Bis dato gilt: Aussagen aus normalerweise gut informierten Kreisen, in Langenzenn habe der Stadtrat bereits einen Beschluss gefasst, sollen „der Gerüchteküche entstammen“, so die Ortschefs in einer Antwort an die Redaktion.

Die Zukunft von Bäderlandschaften

Doch aus dem Rat der Rangaustadt hört man, die Zustimmung zu der Zusammenarbeit mit Wilhermsdorf sei einmütig. Auch in Wilhermsdorf steht eine Entscheidung noch aus; diese sei aber demnächst zu erwarten, erfuhr unsere Redaktion.

Dass laut CSU-Mann Durlak bei einem Übergangsbetrieb in Wilhermsdorf „Lösungen für das Schulschwimmen, die Wasserwacht und den TSV Langenzenn gefunden werden müssen“, steht außer Frage. Passend dazu laufen im Landkreis Fürth „seit längerer Zeit Sondierungsgespräche, wie die zukünftige Bäderlandschaft für die Themen Schulschwimmen, Vereinsnutzung, Gesundheitskurse, Schwimmausbildung und öffentlicher Badebetrieb aussehen könnte oder sollte. Diese Zukunftsaufgabe kann nur gemeinsam gestemmt werden und ist nicht durch einzelne Kommunen realisierbar“, stellen die beiden Bürgermeister klar.

Das Thema ist übrigens inzwischen auch im Landtag gelandet. Die bezeichnet Bäder als „essenzielle Infrastruktur“. Für den bayerischen Nachtragshaushalt 2025 fordert ihre Fraktion nun eine Machbarkeitsstudie am Beispiel des Landkreises Fürth zu der Frage: „Wie können durch interkommunale Zusammenarbeit moderne, nachhaltige und effiziente Schwimmbäder entstehen?“ Außerdem haben die Grünen „eine deutliche Aufstockung der Schwimmbadförderung“ beantragt. Ähnlich hatte sich im vergangenen Jahr schon der Wilhermsdorfer SPD-Abgeordnete Harry Scheuenstuhl geäußert.

Neuauflage

Die Gespräche zwischen den beiden Kommunen waren schon einmal recht konkret. So stand Anfang des Jahrtausends sogar ein gemeinsamer Bad-Neubau auf halber Strecke zwischen beiden Orten im Raum. Dieser wurde aber nach zwei Bürgerentscheiden in Wilhermsdorf nicht weiter verfolgt. Nun ist zu hören: Die aktuelle Initiative ging von Wilhermsdorfs Bürgermeister Uwe Emmert aus.


Von Heinz Wraneschitz
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