Die Städtepartnerschaften stehen im Mittelpunkt des nächsten Teils der FLZ-Serie zur Europawahl. Unsere Redaktion befragte dazu ein Ehepaar, das sich schon lange einbringt.
Für die Menschen, die sich für Partnerschaften mit anderen Städten oder Gemeinden engagieren, haben die vergangenen Jahrzehnte vieles gebracht, das ihnen nutzt. Der Ansbacher Günter Scheiderer ist 73 Jahre alt. Als Vorsitzender des Clubs der Freunde von Anglet, des Partnerschaftsvereins in der Stadt, arbeitet er an der Partnerschaft mit der französischen Kommune mit. Seine Frau Elisabeth Scheiderer (68) ist stellvertretende Schriftführerin. Beide engagieren sich seit Beginn der 1990er Jahre für die Verbindung.
Günter Scheiderer nennt vor allem den Élysée-Vertrag von 1963, der den Grundstein für Partnerschaften legte. Nur fünf Jahre später verbanden sich Ansbach und Anglet in Südwestfrankreich miteinander.
Günter Scheiderer und seine Frau Elisabeth zählten 1996 zu den Ideengebern und Initiatoren für den Weihnachtsmarkt in Anglet. Bis auf eine Saison war Günter Scheiderer jedes Jahr dabei. Seit gut zehn Jahren ist er federführend bei dieser Veranstaltung, wie er zurückblickt. „Es war der erste Weihnachtsmarkt im Südwesten Frankreichs“, sagt er.
Eine Reihe von Beschlüssen in der Europapolitik sei der Städtepartnerschaft direkt zugute gekommen. „Es ist heute leichter, sich zu begegnen“, ist Elisabeth Scheiderer überzeugt. Ein wesentlicher Punkt ist für sie der Euro. „Man musste plötzlich nicht mehr von Mark in Franc umrechnen“, schwärmt ihr Mann.
Außerdem freut er sich über die offenen Grenzen, die das Schengen-Abkommen möglich machte und die das Reisen erleichtern.
Zum deutsch-französischen Verständnis in der Region im westlichen Nachbarland trägt der fränkische Markt nach seinen Worten maßgeblich bei: weil man miteinander in Kontakt kommt. „Er zeigt den Menschen, wie fränkische Weihnachtsmärkte aussehen“ – von Glühwein bis Plätzchen. Letztere backen Freiwillige aus dem Partnerschaftsverein in Ansbach, wie Elisabeth Scheiderer hervorhebt.