Duschkopftrends: Wenn die Brause zum Sextoy wird | FLZ.de

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Veröffentlicht am 14.10.2026 05:07

Duschkopftrends: Wenn die Brause zum Sextoy wird

Macht das Duschen komfortabler: ein angenehm angepasster Wasserstrahl. (Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn)
Macht das Duschen komfortabler: ein angenehm angepasster Wasserstrahl. (Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn)
Macht das Duschen komfortabler: ein angenehm angepasster Wasserstrahl. (Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn)

Im Regen stehen: Was man draußen eher vermeiden will, kann unter der Dusche angenehm sein. Zumindest kommen deckenbündige Regenduschen nicht selten in Hotelduschen und Co. zum Einsatz. 

Sie hätten das sanfte Regengefühl auch gerne beim Duschen im heimischen Bad? Dann sollten Sie wissen, dass für eine bündig in der Decke sitzende Kopfbrause die Wasseranschlüsse entsprechend geplant und verlegt werden müssen. Wer nicht gerade ohnehin das gesamte Bad saniert, scheut diesen Aufwand unter Umständen. 

Die gute Nachricht: Es gibt derzeit angesagte Alternativen für die Dusche. Einfacher einbauen lassen sich etwa wandmontierte Duschsysteme. Einige erinnern an Regenduschen. Bei manchen Systemen lässt sich das Gestänge schwenken. Andere kommen ohne Stange aus: Kopfbrause, Bedienelement und Handbrause werden einzeln über kurze Verbindungsstücke an vorhandene Wandanschlüsse montiert. 

Kompakte Kopfbrausen und klassisches Chrom

Eine andere Entwicklung rund ums Duschen: die Kopfbrausen werden kompakter. „Sie werden flacher und zugleich etwas kleiner“, sagt Claudia Wanninger, die für die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) spricht. Bei Handbrausen beobachtet Martin Henrich einen ähnlichen Trend: „Große und eckige Modelle werden kaum noch eingesetzt“, so der Badplaner. Stattdessen kommen kompakte, runde Handbrausen zum Einsatz. Ein Durchmesser von etwa zwölf Zentimetern ist laut Henrich handlich und lässt sich gut greifen.

Und was ist derzeit beim Material angesagt? Kunststoffbrausen sind praktisch, wegen ihres geringen Gewichts. „Metallmodelle wirken zwar häufig hochwertiger, sind aber schwerer und oft teurer“, so Henrich. Eine gestalterische Alternative sind Stabhandbrausen mit schmalem, länglichem Griff. Durch ihre schlanke Form wirken sie zurückhaltend und passen gut zu minimalistisch gestalteten Bädern.

Bei den Oberflächen stehen „Mattschwarz und klassisches Chrom vorn“, so Henrich. Daneben zeigen die aktuellen Kollektionen helles und gebürstetes Messing sowie verschiedene Bronzetöne.

Auf den Strahl kommt es an

Neben Form und Oberfläche zählt auch die Funktion. Die neuen, kleineren Kopfbrausen können durch die Anordnung ihrer Düsen einen breiten Wasserstrahl erzeugen, der einer Regendusche gleichkommt. Und: „Viele Kopfbrausen bieten mindestens zwei Strahlarten, etwa ein klassisches, weiches Regenstrahlbild und einen intensiveren Strahl“, sagt Claudia Wanninger. „Hinzu kommen Varianten mit besonders feinen Mikrotropfen, die sich wie ein sanftes Wasserspray anfühlen.“

Eine Alternative ist die Schwalldusche. Bei manchen Herstellern ist der Schwallstrahl bereits in die Kopfbrause integriert. Laut Henrich kann sie auch als separates Element neben oder seitlich der Kopfbrause montiert werden. „Ihr breiter Wasserlauf kann allerdings je nach Konstruktion mehr Spritzwasser verursachen.“

Praktisch für alle, die nicht von Kopf bis Fuß nass werden wollen: die Schulterdusche. „Sie wird in Schulterhöhe an der Wand montiert und verteilt über mehrere nebeneinanderliegende Düsen Wasser in sanften Strahlen über den Rücken, ohne die Haare nass zu machen“, erklärt Wanninger.

Der Duschkopf als Sextoy

Wie weit sich das Angebot bei Duschköpfen inzwischen ausdifferenziert hat, zeigen auch spezielle Handbrausen, die quasi die Funktion eines Vibrators übernehmen: Das längliche Modell Womanizer Wave etwa, das sich nicht nur zum Duschen eignen soll, sondern auch zum Solosex mit Brause. Die Strahlart lässt sich per Knopfdruck wechseln, die Intensität über einen Schieberegler einstellen. 

Und auch wer Wasser sparen will, findet spezielle Modelle. 

  • Klassische Brausen verbrauchen etwa zwölf bis 15 Liter Wasser pro Minute. 
  • Moderne Sparbrausen kommen mit sechs bis neun Litern aus. 
  • Dafür werden Durchflussbegrenzer genutzt, die im Duschkopf, im Schlauch oder in der Armatur sitzen. 
  • Zusätzlich soll die Konstruktion des Strahlbilds den geringeren Durchfluss ausgleichen. 
  • Manche Systeme mischen Luft bei, andere verteilen oder bündeln das Wasser über speziell angeordnete Düsen. 

So soll trotz geringerem Durchfluss ein voller Strahl entstehen.

Ein Beispiel: der Hersteller Dornbracht, der mit seinen FlowReduce-Brausen, den Wasserverbrauch um bis zu 54 Prozent zu den oben genannten Werten reduzieren will. Oder die Aqua-Booster-Technologie von Grohe. Dabei wird das Wasser in der Handbrause in schnelle Schwingungen versetzt. Eine Mechanik verteilt es auf zwei Kammern und bündelt den Druck anschließend über die Düsen. So soll ein kräftiger Strahl entstehen, obwohl weniger Wasser hindurchfließt. 

Und dann gibt es noch optische Spielereien - Hersteller wie Ideal Standard bieten etwa Duschköpfe mit integrierter LED-Beleuchtung an - und Brausen, die sich selbst möglichst strahlend halten sollen. Stichwort: Kalk. Der setzt sich nämlich besonders leicht an kleinen Düsen fest und kann das Strahlbild verändern. Er lässt sich zwar abreiben, aber auch das ist oft mühsam. 

„Neu ist, dass sich manche dieser Silikondüsen erst durch den Wasserdruck öffnen und automatisch schließen, wenn das Wasser wieder abgedreht wird“, sagt Wanninger. Dadurch soll weniger Restwasser in den Düsen stehen bleiben und weniger Kalk zurückbleiben. Zusätzlich gibt es Handbrausen mit Filtern, die Chlor oder geruchsbildende Stoffe reduzieren sollen.

© dpa-infocom, dpa:261014-930-836000/1


Von dpa
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