Das jüdische Gemeindezentrum in München hat einen Drohbrief samt Munition erhalten. „Es war ein wattiertes Kuvert mit einer scharfen Patrone drinnen und einem Bekennerschreiben mit antisemitischem Inhalt“, schilderte der Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Yehoshua Chmiel.
„Das ist eine Eskalation“, betonte Chmiel. Die Sendung unterscheide sich von den übrigen Drohbriefen oder Social Media Posts, in denen Menschen jüdischen Glaubens „nur“ beschimpft oder ihnen verbal der Tod gewünscht werde. „Die Person hat Zugang zu Patronen.“
Der Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung gegen Antisemitismus, Ludwig Spaenle, verurteilte den Vorfall mit deutlichen Worten als „übel und menschenverachtend“. „Ich hoffe, dass der Staatsschutz die Täter ausfindig machen kann, die Jüdinnen und Juden eine Gefährdung an Leib und Leben androhen und so zutiefst verängstigen.“
Das jüdische Gemeindezentrum mit der Synagoge Ohel Jakob ist mitten in der Münchner Altstadt beheimatet, es ist ein weithin bekannter Orte jüdischen Glaubens in der Landeshauptstadt.
Die verdächtige Sendung war am Donnerstag im Gemeindezentrum angekommen und von dessen Sicherheitsdienst kontrolliert worden, wie das Polizeipräsidium München mitteilte. Nachdem sich der Verdacht bestätigt hatte, nahm das Dezernat für Staatsschutzdelikte die Ermittlungen auf.
Zu Details wie dem konkreten Inhalt des Schreibens oder dem mutmaßlichen Motiv des zunächst unbekannten Absenders hielt sich eine Sprecherin des Polizeipräsidiums aus ermittlungstaktischen Gründen zurück.
In einer Hinsicht gab sie jedoch bereits Entwarnung: „Eine tatsächliche Gefährdung können wir derzeit aufgrund der Ermittlungslage schon ausschließen.“
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