Auf eine Reise durch die Geschichte des Toilettengangs können sich Besucherinnen und Besucher des Limeseums derzeit machen. 50 Exponate führen durch rund 5000 Jahre Kulturgeschichte des stillen Örtchens. „Drauf geschissen!“ heißt die neue Sonderausstellung, die jetzt eröffnet wurde.
Bereits vor dem Eingang des Limeseums weist ein großes Banner über weltweite Toilettenanlagen auf die Wanderausstellung hin, die vom Schlösserland Sachsen bereitgestellt wurde. Für besondere Ausstellungen und Ideen sei Museumsleiter Dr. Matthias Pausch weithin bekannt, betonte Karl Fickel als Vorsitzender des Zweckverbands Römerpark in seiner Begrüßung. Besondere Themen steigern das Interesse, meinte er. Und eine hohe Besucherfrequenz sei immer gut.
Dem stellvertretenden Landrat Stefan Horndasch und den anwesenden Bezirksräten dankte Fickel für die finanzielle Unterstützung, die angesichts steigender Ausgaben „ruhig erhöht werden kann“. Der Landkreis sei dem Limeseum „stets gewogen“ und werde das Anliegen mitnehmen, antwortete Horndasch. Er erlebe eine dynamische Museumskultur im Limeseum, die sich von Playmobilausstellung über wertvolle Gemmen bis eben hin zum stillen Örtchen erstrecke.
In Ruffenhofen liege ein Weltkulturerbe und werde mit Leben gefüllt, sagte Bernd Großmann im Namen des Fördervereins des Römerparks. Museumsleiter Dr. Matthias Pausch und der wissenschaftliche Volontär Alexander Scholz erläuterten die Ausstellungskonzeption. 5000 Jahre alte Überreste von Himbeeren und Walderdbeeren aus Grabungsfunden sind der älteste Nachweis für menschliche Hinterlassenschaften, so Scholz. Im sechsten Jahrhundert vor Christus gab es bereits Töpfchen für Kinder, exklusiv wird auch ein Modell aus der viktorianischen Zeit gezeigt.
Prächtige Latrinen aus der Römerzeit sind über eine gesamte Wand im Ausstellungsraum aufgemalt. Immer wieder fasziniere die Infrastruktur der Abwasserbeseitigung in römischen Großstädten. Die Vorstellung, wie Menschen im Mittelalter, in Burgen, Dörfern und Städten ihre Notdurft verrichteten, schrecke hingegen eher ab. Doch auch diesen Verfall einstiger Hochkulturen in der Epoche des Mittelalters und die organisierte Entsorgung der Fäkalien im 19. Jahrhundertbeleuchtet die Ausstellung.
Die Sonderausstellung „Drauf geschissen!“ ist noch bis zum 7. April 2024 im Limeseum während der regulären Öffnungszeiten zu sehen.