Der Umbaubeginn für das Oberlaimbacher Dorfgemeinschaftshaus verzögert sich weiter. Die Scheinfelder Räte konnten sich am Dienstagabend in einer kombinierten Bauausschuss- und Stadtratssitzung noch nicht zu einer Billigung der Pläne durchringen.
Der hauptsächliche Knackpunkt ist die Kostenfrage, ging aus der ausführlichen Ratsdebatte hervor. Die bisherige Planung würde mit gut 470.000 Euro – rein für die Baukosten – zu Buche schlagen. Der diesbezügliche Bauantrag stand eigentlich zur Billigung an. Doch einige Ratsmitglieder sahen oder erhofften sich noch erhebliche Einsparpotenziale.
Als die beiden wesentlichen Aspekte der Planung wurden genannt, den Versammlungsraum vom Ober- ins Erdgeschoss zu verlegen und einen barrierefreien Zugang dafür zu schaffen. Bei der Ausstattung der Küche und über weitere Details sah man noch Diskussionsbedarf.
Die Stadt sei in einer finanziellen Situation, in der sie nur das Notwendige angehen könne und nicht auch noch Wünschenswertes, fand etwa Martina Kellner (ÜWG) und formulierte, man müsse „dem Architekten ganz klar sagen, dass ein Nice-to-have einfach nicht mehr in Frage kommt“.
Der dritte Bürgermeister Dr. Berthold Krabbe (SPD) erwog gar, dem Planer – also Bernd Krampe – eine Zielvorgabe fürs Sparen zu machen. Er warf dabei eine Größenordnung von 300.000 oder 350.000 Euro an maximalen Baukosten in den Raum. Bei der CSU bezweifelte Fraktionssprecher Theodor Schell ebenfalls den vorliegenden Bauantrag. Allerdings wäre es aus Sicht der Christsozialen wohl kein Problem, mit dem Antrag erst einmal ins Genehmigungsverfahren beim Landratsamt zu gehen, und damit ein „Signal, dass es mal losgeht“ zu setzen, wie Schell sagte. Die Details der Ausführung könnten auch später noch debattiert und verändert werden. Die „grobe Hülle“ sei das Wichtigste, fand etwa Andreas Huprich (CSU).
Doch auf diesen Weg ließ sich das Gremium dann letztlich doch nicht ein. Vielmehr wurde flugs eine Beratungsgruppe gegründet, mit je zwei Vertretern aus den drei Ratsfraktionen. Sie sollen zusammen mit dem Bürgermeister, dem Planer, den beiden Teilnehmergemeinschaften der gemeinsamen Dorferneuerung für Unter- und Oberlaimbach sowie dem Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) als Herr der Dorferneuerungszuschüsse noch einmal beraten.
Bürgermeister Claus Seifert hatte vor dieser Entscheidung die Problemlage ausführlich skizziert. Für die vor etlichen Jahren angestoßene Dorferneuerung steht ein Finanzvolumen von insgesamt 2,2 Millionen Euro zur Verfügung, also in etwa 1,1 Millionen Euro je Dorf. Seit dem Verfahrensbeginn sei der Baukosten-Index jedoch um sage und schreibe 60 Prozent gestiegen. Die vorgesehenen Projekte lägen inzwischen bei über drei Millionen Euro. Die Fördergelder des ALE blieben hingegen unverändert.
Wenn für den Oberlaimbacher Teil allein schon die Hälfte für das Dorfgemeinschaftshaus weggeht, bleibt entsprechend weniger übrig für andere Wünsche. Das wurmte insbesondere den ÜWG-Obmann Dr. Gerhard Heim. Er wies darauf hin, dass mit der Dorferneuerung in Oberlaimbach eigentlich auch die hintere Gasse auf Vordermann gebracht werden sollte, wofür er inzwischen nur noch wenige Chancen sah.
Seifert machte deutlich, dass das Gemeinschaftshaus aus ALE-Sicht ein Kernelement der Dorferneuerung sei. Dabei sei die Barrierefreiheit ein nicht verhandelbarer Aspekt, wie der Bürgermeister auf Nachfrage von Annemarie Mader (ÜWG) erläuterte.