DLRG-Schulungszentrum in Scheinfeld: Spatenstich für 3,5-Millionen-Euro-Projekt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 13.07.2025 19:00

DLRG-Schulungszentrum in Scheinfeld: Spatenstich für 3,5-Millionen-Euro-Projekt

Zehn Männer und eine Frau am symbolischen Sandhaufen (von links): Hans Herold, Peter Daniel Forster, Wolfgang Hauber, Holger Dremel, Dr. Manuel Friedrich, Gabi Schmidt, Staatssekretär Martin Schöffel, Werner Stieglitz, Felix Freiherr von Zobel, Harry Scheuenstuhl und Claus Seifert. (Foto: Andreas Reum)
Zehn Männer und eine Frau am symbolischen Sandhaufen (von links): Hans Herold, Peter Daniel Forster, Wolfgang Hauber, Holger Dremel, Dr. Manuel Friedrich, Gabi Schmidt, Staatssekretär Martin Schöffel, Werner Stieglitz, Felix Freiherr von Zobel, Harry Scheuenstuhl und Claus Seifert. (Foto: Andreas Reum)
Zehn Männer und eine Frau am symbolischen Sandhaufen (von links): Hans Herold, Peter Daniel Forster, Wolfgang Hauber, Holger Dremel, Dr. Manuel Friedrich, Gabi Schmidt, Staatssekretär Martin Schöffel, Werner Stieglitz, Felix Freiherr von Zobel, Harry Scheuenstuhl und Claus Seifert. (Foto: Andreas Reum)

Gebaut wird schon seit geraumer Zeit, am Samstagvormittag aber wurde nun ein symbolischer offizieller Startschuss für ein großes Vorhaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Scheinfeld gegeben. Die Hilfsorganisation richtet in Scheinfeld ihr neues bayerisches Landesschulungszentrum ein.

Auch wenn es sich vorerst um eine Sanierung und den Umbau eines Bestandsgebäudes, zweier ehemaliger Markthallen, handelt, hatte die DLRG zu einem „Spatenstich“ für das 3,5-Millionen-Euro-Projekt eingeladen. 45 Ehrengäste hatte Dr. Manuel Friedrich, der Präsident des DLRG-Landesverbands, nach eigenem Bekunden auf seiner Begrüßungsliste. Damit tatsächlich geschaufelt werden konnte, war eigens ein Sandhaufen aufgeschüttet worden.

„Ein guter Tag für die Rettungsdienste in ganz Bayern”

So viele Parlamentarier auf einmal sind in Scheinfeld selten zu sehen. Gleich sieben Landtagsabgeordnete gesellten sich zu dem Festakt, sechs davon sprachen ein Grußwort. Darunter war mit Martin Schöffel auch der Staatssekretär im bayerischen Finanz- und Heimatministerium. Er befand, es sei ein „guter Tag für die Rettungsdienste in ganz Bayern“.

Die Wasserrettung habe an Komplexität und Umfang zugenommen, sagte Schöffel und verwies dabei auf Hochwassereinsätze. Bei diesen begeben sich die Retter nicht selten auch selbst in Gefahr. Deshalb seien die Professionalisierung und die Verstärkung der Hilfskräfte große Themen. Das künftige Schulungszentrum lobte Schöffel aber auch deshalb, weil damit eine Brache reaktiviert werde.

Fraktionen und LAG als große Geldgeber

Sowohl Präsident Friedrich als auch etliche Grußredner gingen auf die Finanzierung des Vorhabens ein. Insbesondere steuert der Freistaat Bayern eine halbe Million Euro bei. Das Geld ist einer sogenannten Fraktionsinitiative zu verdanken; das sind Mittel, über deren Verwendung die Landtagsfraktionen bestimmen. Im Falle der DLRG waren sich dabei nicht nur die beiden Regierungsfraktionen CSU und Freie Wähler einig. Auch seitens der Opposition, namentlich der SPD, habe man diese Unterstützung befürwortet, merkte stellvertretender Landrat Hans Herold, vormals selbst Landtagsabgeordneter, beim Festakt an.

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Ein weiterer großer Geldgeber ist die Europäische Union mit ihrem Leader-Fördertopf. Aus diesem fließen 200.000 Euro in das Projekt, wie die für die Verteilung dieser Mittel zuständige Lokale Aktionsgruppe (LAG) „Südlicher Steigerwald“ beschlossen hat. Die LAG ging damit ans Maximum ihrer Fördermöglichkeiten, wofür ihr sie beim Festakt viel Lob bekam.

„Feuer und Flamme für ein super Projekt”

Mehrfach hervorgehoben wurde zudem die Bedeutung des Ehrenamts – in der DLRG sind laut Friedrich 99,9 Prozent des Personals ehrenamtlich tätig – sowie der Stellenwert des Projekts für die Region. So fand etwa MdL Gabi Schmidt (FW), die auch die Ehrenamtsbeauftragte des Freistaats ist, dass es für die Helfer gute Räume brauche und dass die DLRG wohl kaum einen besseren Platz als den in Scheinfeld hätte finden können.

Der Stimmkreisabgeordnete Werner Stieglitz dankte der DLRG für den „Vertrauensbeweis in unsere Region“, den die Standortwahl aus Sicht des CSU-MdL bedeutet. Sein Parteikollege Holger Dremel, innenpolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, stufte die DLRG-Pläne als „ein super Konzept“ ein, für das man „von Anfang an Feuer und Flamme“ gewesen sei.

Wolfgang Hauber, innenpolitischer Sprecher der FW-Landtagsfraktion, hob unter anderem die vielen Stunden an den Seen hervor, die die Wasserretter leisteten. Und Mittelfrankens Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster stufte die DLRG-Helfer gar als Schutzengel ein.

Schwimmunterricht braucht Unterstützung

In einigen Reden klang die Sorge um die Schwimmfähigkeit vor allem von Kindern, aber auch von Erwachsenen an. Insbesondere SPD-MdL Harry Scheuenstuhl mahnte deshalb an, dass die Schwimmbäder mehr staatliche Unterstützung bräuchten.

Scheinfelds Bürgermeister Claus Seifert sah das offenbar ähnlich. Die beiden Scheinfelder Bäder (Frei- und Hallenbad) schrieben jährlich ein Betriebsdefizit von rund 400.000 Euro – und das sei noch ein vergleichsweise guter Wert, da solch ein Minus gut und gerne auch von nur einem Bad herrühren könnte. Müsste die Stadt die ehrenamtlichen Wachstunden, die insbesondere die örtliche DLRG leistet, mit bezahlten Kräften abdecken, wären die Bäder kaum mehr finanzierbar.

Seifert verwies auch auf die Rolle von Steffen Mergenthaler. Der Scheinfelder Bäckermeister ist DLRG-Bezirksvorsitzender. Er hatte den Standort fürs Landesschulungszentrum bei seinem Verband ins Spiel gebracht und ist nun auch in der Umsetzung des Projekts engagiert. Dafür könne die ganze Stadt Mergenthaler dankbar sein, fand Seifert. Habe Scheinfeld bislang oftmals für ein Stück zu weit weg von allem gegolten, so sei dieser Tag nun ein Zeichen, dass Scheinfeld eben doch auch eine zentrale Rolle spielen kann, fand der Bürgermeister.

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