Dinkelsbühlerin rennt hundert Kilometer in Sandalen und Tracht | FLZ.de

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Veröffentlicht am 24.06.2025 10:00

Dinkelsbühlerin rennt hundert Kilometer in Sandalen und Tracht

Bereit für den Spartathlon: Purity Jenninger in Laufkleidung. (Foto: Selfie)
Bereit für den Spartathlon: Purity Jenninger in Laufkleidung. (Foto: Selfie)
Bereit für den Spartathlon: Purity Jenninger in Laufkleidung. (Foto: Selfie)

Ein Marathon ist für die Dinkelsbühler Läuferin Purity Jenninger eine Kurzstrecke. Die ganz langen Läufe sind ihr Ding. Und man kann nicht behaupten, dass es sich die 42-Jährige dabei so einfach wie möglich macht. Sie läuft in Sandalen und trägt Schmuck.

Das Schuhwerk ähnelt Flipflops mit ein paar zusätzlichen Riemen. Mit der Folge, dass sich auf Schotterstrecken Steinchen zwischen Sandale und Fußsohle verirren, die man dann wieder rausschütteln muss. Mit der Dämpfung zur Schonung der Gelenke ist es bei den Schlappen auch nicht weit her. Egal. „Meine Füße haben sich daran gewöhnt“, sagt Jenninger.

Wovon man sich überzeugen kann auf Instagram. Nach dem jüngsten Rennen in Hof hat sie ihre Füße gefilmt und tatsächlich sind keine Blasen zu entdecken. Allerdings Staub und Schmutz, genug, „um daheim damit noch einen Blumentopf zu füllen“, wie ein Kommentator meinte.

Der Schmuck hinterlässt Striemen

Jenninger fällt aber nicht nur mit dem auf, was sie an den Füßen trägt und einsammelt. Sie macht es sich auch weiter oben schwerer als nötig. Zu den bunten Kleidern, Tracht aus dem Heimatland Kenia, kommt nun der passende Schmuck um den Hals, 1,4 Kilogramm schwer. Sagt sie. Der hinterlässt nach 13 Stunden tiefe Striemen in der Haut. Da hilft auch keine Salbe. 13 Stunden – so lange war sie nun beim Backyard Ultra in Hof unterwegs, legte dabei hundert Kilometer zurück.

Beim Backyard Ultra gelten spezielle Regeln. Gelaufen werden Runden. Jeweils zur vollen Stunde beginnt eine neue Runde. Gestartet wird, so lange noch jemand an der Startlinie auftaucht. Sieger ist der, der übrig bleibt. Wer eine Runde (in Hof 6,7 Kilometer) schneller als eine Stunde läuft, hat Zeit zur Erholung und Verpflegung. Der Sieger schaffte 27 Runden und legte dabei in gut 21 Stunden 181 Kilometer zurück. Jenninger wurde als dritte Frau gewertet, wobei ihre Rundenzeiten zwischen 47 und 57 Minuten lagen.

Zeitlimit in Griechenland

Die bunten Kleider, die Schlappen, der Schmuck. Jenninger fällt auf in ihrem Ornat, selbst unter den Massen bei Marathonveranstaltungen, die sie eher so als Training einschiebt. Die Aufmerksamkeit, die sie auf Instagram (18.000 Follower) rege befeuert, hilft, den Sport zu finanzieren. Außerdem, so sagt sie, bringt ihr Outfit Spenden für soziale Projekte in Kenia.

Geschafft: Purity Jenninger nach knapp 36 Stunden im Ziel, als erste Läuferin aus Kenia. (Foto: Ralf Simon)
Geschafft: Purity Jenninger nach knapp 36 Stunden im Ziel, als erste Läuferin aus Kenia. (Foto: Ralf Simon)

Ultraläuferin aus Dinkelsbühl meistert Spartathlon

246 Kilometer von Athen nach Sparta in 36 Stunden: Purity Jenninger ließ sich weder von einem Hundebiss, noch von Hunger, Durst oder Müdigkeit aufhalten.
09.10.2023 08:00
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15 100-Kilometer-Läufe hat Jenninger schon bewältigt, neun 100-Meilen-Rennen, aber erst einmal den Spartathlon – bis jetzt. Im September will Jenninger diesen Ultralauf in Griechenland in Sandalen und Tracht zurücklegen. Dabei stehen 246 Kilometer an, bei einem Zeitlimit von 36 Stunden. Bei ihrer ersten Teilnahme 2023 schaffte sie es gerade noch vor Zielschluss, wurde zwischendurch von Straßenhunden geplagt und – vor allem auf den letzten 50 Kilometern – von einer umfassenden Müdigkeit.

„In nächster Zeit geht es für mich darum, Geschwindigkeit aufzubauen“, sagt Jenninger, Mutter von zwei Kindern (14 und zwölf Jahre alt). Denn auch die diversen Checkpoints zwischendurch auf der Strecke von Athen nach Sparta müssen in einer bestimmten Zeit erreicht werden.


Alexander Keck
Alexander Keck
Der noch in Vor-Internetzeiten der FLZ zugelaufene Schwarzwälder hat im Verlauf von fast drei Jahrzehnten die fränkischen Merkwürdigkeiten, die in Ohrmuscheln (Allmächd!) und auf Esstellern (Saure Zipfel!) landen schätzen gelernt. Nur die im Vergleich zu Spätzle stets zu breiigen Knödel mag der Schwabe nicht. Das Schreiben über Sport dagegen immer noch sehr - gerne auch abseits des Mainstreams.
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