Dinkelsbühler Pilotprojekt: Kuscheltierklinik soll Angst nehmen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.07.2024 09:00

Dinkelsbühler Pilotprojekt: Kuscheltierklinik soll Angst nehmen

Beherzt setzt die vierjährige Alma, assistiert von der Ärztin Patricia Früh, an ihrem Kuscheltier eine schmerzstillende Spritze an. (Foto: Roman Kocholl)
Beherzt setzt die vierjährige Alma, assistiert von der Ärztin Patricia Früh, an ihrem Kuscheltier eine schmerzstillende Spritze an. (Foto: Roman Kocholl)
Beherzt setzt die vierjährige Alma, assistiert von der Ärztin Patricia Früh, an ihrem Kuscheltier eine schmerzstillende Spritze an. (Foto: Roman Kocholl)

Ein Pieks mit einer Spritze oder ein Pflaster abreißen – manchen Kindern macht das Probleme. Die Kuscheltierklinik Dinkelsbühl will da Abhilfe schaffen. Dazu schlüpfen die Kindergartenkinder der evangelischen Kita St. Paul in die Rolle der Ärzte oder der Eltern. Und sie dürfen ihren Patienten sogar selbst eine Spritze verabreichen.

Es ist wie eine kleine Inszenierung: Hier ein überfülltes Wartezimmer, dort ein Untersuchungsraum mit Liegen, das nur betreten darf, wer zuvor bei den Sprechstundengehilfinnen ordnungsgemäß seine Versichertenkarte vorzeigen kann. Der Unterschied zum Alltag: Die Patienten sind hier Kuscheltiere. Diese werden von den Kindergartenkindern in die Arztpraxis gebracht.

Eine Giraffe mit Höhenangst, eine Schlange, die vom Stuhl gestürzt ist oder ein Stofftier mit Kopfschmerzen – solche und ähnliche Krankheitsbilder galt es in der Kuscheltierklinik zu behandeln.

Kinder dürfen Tiere selbst behandeln

Wie Patricia Früh, Hauptorganisatorin des Projekts und echte Ärztin, im Gespräch mit der FLZ sagt, sollen die Kinder selbst die Untersuchungen an ihren Tieren vornehmen. Die vierjährige Alma zeigt dabei keine Hemmungen. Ihr Kuscheltier Bärli hat Bauchweh. Um die Schmerzen zu lindern, soll ihm ein schmerzstillendes Mittel gespritzt werden. Routiniert setzt Alma zum zielführenden Pieks an. Jetzt muss sich der kleine Bär erst mal ausruhen.

Etwas zurückhaltender geht der vierjährige Michi ans Werk. Er schaut lieber zu, wenn die echte Ärztin seiner Patientin Paula in die Augen leuchtet, in die Ohren schaut und die Lunge abhört.

Vor der Kita St. Paul ist inzwischen ein Rettungstransportwagen des Bayerischen Roten Kreuzes angekommen. Mit dabei sind Demas Hartmann von der Bereitschaft Dinkelsbühl und Marina Häfner von der Bereitschaft Feuchtwangen und ein riesiger Bär, der auf einem Patientenstuhl im Inneren des Fahrzeugs Platz genommen hat. All das flößt den Kindergartenkindern ziemlich Respekt ein. Zunächst will keiner den Rettungswagen betreten. Doch allmählich trauen sich die Kinder doch an den Bären ran. Die Scheu ist überwunden.

Projekt stammt aus Skandinavien

Genau darum geht es bei dem Projekt, das ursprünglich aus Skandinavien stammt und mittlerweile international vor allem unter dem Namen „Teddybärkrankenhaus“ verbreitet ist. Ziel des Ganzes ist, dass sich die Kinder bei einem eigenen Arztbesuch sicherer und entspannter fühlen. Überdies sollen sie auf spielerische Art lernen, wie wichtig Gesundheit und Pflege sind – sowohl für Kuscheltiere als auch für sich selbst. Das Klinikteam besteht aus engagierten Eltern, darunter auch Ärzte und Ärztinnen.

Wie Patricia Früh sagt, können sich die Organisatoren vorstellen, das Projekt auch in anderen Kitas anzubieten.

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