Die Entwicklung des Tourismus' in Dinkelsbühl hat sich bezüglich der im Vorjahr erfolgten Übernachtungen zu einem bisherigen Höchststand auf 249.242 gesteigert. 75 Prozent der Besucher kommen aus dem Inland, was in schwierigen Zeiten zu einer gewissen „Krisen-Resistenz“ beigetragen habe.
Das vom Amtsleiter für Kultur und Tourismus, Philip Schürlein, vorgestellte Zahlenwerk listete 1181 Betten auf, die von Betrieben mit mehr als acht Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden. Die Aufenthaltszeit der Gäste wurde mit durchschnittlich 2,2 Nächten ermittelt. Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer bezeichnete die Verweildauer in der Stadt als „Indikator für die Wirtschaftlichkeit“. Zudem habe die Qualität der Beherbergungsbetriebe „extrem zugelegt“. Man habe mittlerweile schon halb so viele Übernachtungsgäste wie Rothenburg.
Der zwischenzeitliche Bettenrückgang sei durch die vorübergehende Schließung der Jugendherberge entstanden, hieß es. Wie Schürlein berichtete, gehe man künftig von etwa 1500 Betten aus, da im laufenden Jahr die „Goldene Rose“ und das „Deutsche Haus“ mit ihren Kapazitäten die Übernachtungszahlen auf über eine Viertelmillion hieven würden. Die Hotelstruktur in der Großen Kreisstadt sei so günstig, dass sogar Rothenburg-Touristen in Dinkelsbühl übernachteten, hieß es.
Die Nachfrage von Dr. Klaus Zwicker (SPD) bezüglich des Betriebs der Jugendherberge ergab, dass das Haus seit 1. Januar einen neuen Pächter habe und wie bisher an 365 Tagen geöffnet sei. Mit der Hinzunahme des halben Klostergartens und einer guten technischen Ausstattung sowie einem größeren zur Verfügung stehenden Personalpool sei das „Haus gut aufgestellt“, ergänzte der OB.
Schürlein informierte über 2127 Gästeführungen, von denen 1491 gebucht waren. Die Stadtrundgänge sowie die Begleitung des Nachtwächters wurden von 636 Personen angenommen. Es wurde allerdings darauf hingewiesen, dass die ankommenden Reisebusse aufgrund des „ziemlich brachliegenden Geschäfts“ nicht mehr voll belegt seien.
Das vom OB als „gute Mannschaft“ bezeichnete Personal besteht derzeit aus vier Vollzeit- und acht Teilzeitkräften sowie einer Auszubildenden. Außer der Information für Touristen werden Veranstaltungen wie die Auftritte der Knabenkapelle, die Kinderzeche und die Fischerntewoche bis hin zum Weihnachtsmarkt organisiert oder mit ausgerichtet.
Man kümmere sich um Social Media, Tagesprogramme für Gruppen, Vermietung von Räumlichkeiten und das Museum im Haus der Geschichte. Allein Social Media verlange eine Vollzeitstelle. Es gebe jeweils über 300 Beiträge und mittlere vierstellige Zahlen bei den Followern auf Facebook und Instagram.
Die Reichweite sei enorm, wie an der Zahl der Aufrufe abgelesen werden könne. Neuerdings sei man auch bei Pinterest vertreten, informierte Schürlein, für den Google die wichtigste Bewertungsplattform darstellt. Immer stärker in den Vordergrund rücken nach den Worten des Kulturamtsleiters die Blogger und Influencer.
Bei den Gruppenangeboten gehe der Trend hin zum Erlebnis, zu neuen Angeboten wie zum Seminar „Wein und Käse“, zum Seilbrückenbau oder zu einer Alpakaführung. Bei den Neuerungen ragen das Wellness-Angebot in der „Goldenen Rose“ und das noch in der Entstehung befindliche Großprojekt „Visioplex“ mit Kinos und Bowlingbahnen an der Ellwanger Straße heraus.
Die Gesamtschau mit einer guten Mischung der Hotels erlaube trotz der Kostensteigerungen einen optimistischen Blick in die Saison 2023, waren sich Schürlein und Hammer übereinstimmend sicher.