Es ist einige Jahre her, dass Sturmtief Sabine über Mittelfranken hinwegfegte und im Februar 2020 in Dinkelsbühl die metallene Spitze des Grünen Turms mit ihrer Kugel abknickte. Seitdem fehlt dem Turm sein Haupt. Und dies wird vorerst auch so bleiben: Der Bauausschuss zeigte sich damit einverstanden, dass der Schaden zunächst nur provisorisch behoben wird.
In der Sitzung des Gremiums stellte die städtische Bauverwaltung einen Reparaturvorschlag für das beschädigte Dach des Turms vor, der Teil der historischen Wehranlage ist und am höchsten Punkt der Altstadt einen prominenten Platz einnimmt. Wie Bauamtsmitarbeiter Daniel Voigt-Melzer erläuterte, besteht Handlungsbedarf, weil durch eindringenden Regen Schäden an der Bausubstanz entstanden sind.
Die Wiederherstellung des Ursprungszustandes, für die das Bauwerk komplett eingerüstet werden müsste, bezifferte Voigt-Melzer auf 130.000 Euro „plus X“. Gegebenenfalls stehe noch eine Statikberechnung an. Außerdem ist noch etwas Unerwartetes passiert: die metallene Spitze, die nach dem Sturm im Winter 2020 eingelagert wurde, gibt es nicht mehr.
Sie befand sich in einer der beiden Bauhofhallen, die beim Brand 2021 vernichtet wurden. Bei dem Feuer, so Voigt-Melzer, sei die Spitze geschmolzen.
Die Verwaltung schlug unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zum jetzigen Zeitpunkt vor, nur eine „Notsanierung“ vorzunehmen. Demnach soll ein Industriekletterer die undichten Stellen ausbessern und den Bereich der fehlenden Spitze mit einem Deckel verschließen. Dafür sind 35.000 Euro angesetzt.
Wie es in den Sitzungsunterlagen der Räte heißt, sei das Landesamt für Denkmalpflege mit der „einfachen Turmspitze“ einverstanden. Die Notsanierung sei, wie es in der Sitzung des Ausschusses hieß, eine Lösung auf Zeit. Denn es ist geplant, die vollständige Instandsetzung im Zuge der Stadtmauersanierung anzugehen. Bis der betreffende Abschnitt dran ist, wird es allerdings noch einige Zeit dauern.