Dinkelsbühl: Sonderausstellung über siebenbürgischen Grafiker | FLZ.de

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Veröffentlicht am 23.05.2024 08:00

Dinkelsbühl: Sonderausstellung über siebenbürgischen Grafiker

Der Grafiker Helmut von Arz in einem Selbstporträt. Dem siebenbürgischen Künstler ist derzeit eine Sonderausstellung im Haus der Geschichte in Dinkelsbühl gewidmet. (Foto: Martina Haas)
Der Grafiker Helmut von Arz in einem Selbstporträt. Dem siebenbürgischen Künstler ist derzeit eine Sonderausstellung im Haus der Geschichte in Dinkelsbühl gewidmet. (Foto: Martina Haas)
Der Grafiker Helmut von Arz in einem Selbstporträt. Dem siebenbürgischen Künstler ist derzeit eine Sonderausstellung im Haus der Geschichte in Dinkelsbühl gewidmet. (Foto: Martina Haas)

Dem aus Siebenbürgen stammenden Grafiker Helmut von Arz ist derzeit eine Ausstellung im Dinkelsbühler Haus der Geschichte gewidmet. Die gezeigten Arbeiten spannen einen Bogen über ein sieben Jahrzehnte währendes erfülltes künstlerisches Schaffen.

Mit der Sonderausstellung setzt das Dinkelsbühler Museum seine Zusammenarbeit mit dem Siebenbürgischen Museum in Gundelsheim fort. In diesem Jahr sollte das Sujet heiter sein, stellte der Kurator dieses Hauses, Dr. Markus Lörtz, bei der Midissage am Vorabend des diesjährigen Heimattages der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl fest. Schließlich gab es mit dem 75. Jubiläums der Verbandsgründung einen Grund zu feiern.

Passend war die Wahl des Künstlers von Arz auch deshalb, weil der Landesverband Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr der Mitausrichter des Heimattages war. Der Grafiker war rund 30 Jahre lang Hochschullehrer in Essen.

Visuelle Neugier schon als Kind

Helmut von Arz wurde 1930 im siebenbürgischen Hermannstadt geboren. Als kleiner Junge wurde er gefragt, was er denn einmal werden wolle. „Maler, weil es am leichtesten ist“, soll er geantwortet haben. Es heißt, dass er bereits als Knabe neben seiner künstlerischen Begabung eine scharfe Beobachtungsgabe gehabt habe, sowie eine große visuelle Neugier, zitiert das Haus der Geschichte aus einem Artikel der Siebenbürgischen Zeitung über den Künstler.

Der Künstler studierte in Klausenburg an der Kunsthochschule. Nach einigen Aufträgen als Buchillustrator und einem Lehrauftrag für Grafik an der Kunstschule in seiner Heimatstadt siedelte von Arz 1965 in die Bundesrepublik Deutschland über, wo er sein künstlerisches Schaffen fast nahtlos mit seiner Tätigkeit als Kunsterzieher verbinden konnte. Vor zehn Jahren verstarb von Arz, von dem als „fröhlicher Pessimist“ gesprochen wird.

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In Dinkelsbühl ist seine künstlerische Entwicklung nachzuvollziehen: Grafiken aus seiner Jugend sind noch dem in dieser Zeit in Rumänien herrschenden sozialistischen Realismus verpflichtet. Von Arz skizziert Arbeiter, entfernt sich aber zunehmend von der Kunstdoktrin seiner Heimat. Er bringt Dynamik in die Körper, gibt seinen Landschaften Tiefe. Porträts nehmen immer größeren Raum in seinem Schaffen ein. Er will das Wesen der von ihm gemalten Menschen einfangen. Auch Selbstporträts sind im Haus der Geschichte zu sehen.

Nach seiner Übersiedlung in die Bundesrepublik widmet sich von Arz Tierdarstellungen. Sie offenbaren seinen Sinn für Ironisches und Humorvolles. Und ab den 1970er Jahren vertieft er sich in Landschaften, die einem Caspar David Friedrich kaum nachstehen, wie sich Kurator Lörtz bei der Midissage überzeugt zeigte.

Das Siebenbürgische Museum bekam aus dem Nachlass Helmut von Arz’ über 600 Grafiken und Aquarelle, eine Schenkung der Familie, berichtete Lörtz. Im kommenden Herbst ist die Retrospektive auch in seinem Haus zu sehen.

Dinkelsbühls Bürgermeisterin Nora Engelhard, der Bundesvorsitzende des Verbands der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, Rainer Lehni, und die Leiterin des Hauses der Geschichte, Ute Heiß, dankten Lörtz für die heiteren Einsichten in von Arz’ Schaffen.

Die Ausstellung „Tiefgründig und heiter“ ist noch bis 16. Juni im Haus der Geschichte zu sehen. Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 17 Uhr, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 10 Uhr bis 16 Uhr.

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