Nach dem erheblichen Einbruch der Gewerbesteuereinnahmen vor drei Jahren hat der Markt Dietenhofen offenbar den tiefsten Punkt der finanziellen Talsohle durchschritten. Bei der Verabschiedung des Haushaltsplans 2026 war vorsichtiger Optimismus spürbar.
Zwar war noch vor einem Jahr damit gerechnet worden, dass das laufende Jahr von besonders hartem Sparzwang geprägt sein würde. 2025 entwickelte sich die Situation jedoch besser als erwartet: Es sprudelten unerwartet höhere Steuereinnahmen, im Bereich der Infrastruktur fielen doch geringere Unterhaltskosten an, und außerdem wurden nicht alle vorgesehenen Maßnahmen umgesetzt. Dadurch erfolgte statt einer Rücklagenentnahme eine Zuführung. Der Sparstrumpf wuchs auf rund fünf Millionen Euro an, die nun zur Verfügung stehen. Heuer sollen 2,44 Millionen Euro entnommen werden, es verbleiben 2,5 Millionen Euro.
Auch die mittelfristige Finanzplanung gibt nach aktuellem Stand keinen unmittelbaren Anlass zur Sorge. Wie Kämmerin Elisabeth Rauscher erläuterte, plane man bis 2029 ohne Kreditaufnahme. Während dies auch 2027 vor allem durch Rücklagenentnahmen ermöglicht wird, ist vorgesehen, das Sparsäckla danach wieder aufzustocken. Insgesamt sollen 2028 und 2029 gut 850.000 Euro auf die hohe Kante gelegt werden.
„Wir sind nicht mehr so eingeschränkt wie noch vor zwei Jahren, aber wir müssen immer noch sparen“, fasste Rauscher zusammen und warnte vor Übermut: Eine strikte Priorisierung von Maßnahmen sei weiterhin unerlässlich, gerade auch vor dem Hintergrund des Mammutprojekts Grundschulneubau.
„Die Entwicklung ist erfreulich und spiegelt wider, dass unsere Sparmaßnahmen gegriffen haben“, sagte Bürgermeister Rainer Erdel zum letzten Haushalt seiner Amtszeit. So habe man, der Empfehlung der Kämmerin entsprechend, in den vergangenen Jahren nur das wirklich Dringende in Angriff genommen. Aktuell könne man alle Aufgaben erfüllen, die Einrichtungen betreiben und sei auch für künftige Herausforderungen gut aufgestellt.
Insgesamt hat der Haushalt heuer ein Volumen von 28,39 Millionen Euro. Dies sind rund 6,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Auf den Verwaltungshaushalt mit den Einnahmen und Ausgaben des laufenden Geschäfts entfallen 20,13 Millionen, auf den Vermögenshaushalt mit den Investitionen 8,26 Millionen Euro.
Zu den größten Posten im Bereich der Maßnahmen gehören die Aufwendungen für den Breitbandausbau. Zwar wird mit 90-prozentiger Förderung von Land und Bund gerechnet. Die Kommune muss die Gesamtkosten von rund 5,5 Millionen Euro jedoch vorfinanzieren. Auf dieses Jahr entfallen 1,16 Millionen Euro.
Der Finanzbedarf für Investitionen in den Bauhof-Fuhrpark beträgt im laufenden Jahr 818.000 Euro. Das bedeutet nach Angaben der Kämmerei allerdings nicht, dass heuer besonders viele oder gar luxuriöse Anschaffungen getätigt würden. Vielmehr wirke sich eine verzögerte Beschaffung verschiedener Fahrzeuge aus, die bereits in Vorjahren beschlossen waren, aber jetzt erst kassenwirksam werden.
Auch der geplante Neubau der Grundschule macht sich bemerkbar. Den aktuellen Kostenschätzungen entsprechend, wurden die Investitionsumlagen, die die Mitgliedsgemeinden an den Schulverband entrichten müssen, nach oben angepasst. Für Dietenhofen sind dies ab sofort jeweils 322.985 Euro jährlich.
Der Verwaltungshaushalt wird erneut von defizitären Einrichtungen geprägt. Hier stechen weiterhin die Kindertagesstätten heraus, die allein in diesem Jahr für ein gemeinsames Minus von 767.000 Euro sorgen.
Eine der wichtigsten Einnahmequellen des Markts sind mittlerweile die Schlüsselzuweisungen, mit denen finanzielle Unterschiede zwischen den Kommunen ausgeglichen werden sollen. Heuer gibt es 1,84 Millionen Euro. In den Folgejahren steigen die Ansätze sogar jeweils moderat.
Gleichzeitig macht die Kreisumlage einen gehörigen Sprung und liegt mit voraussichtlich 4,35 Millionen Euro auf Rekordhoch. Letztes Jahr hatten an dieser Stelle noch vergleichsweise schmale 1,88 Millionen Euro gestanden. Zum einen wurde jedoch der Hebesatz erhöht, zum anderen flossen in die Berechnung noch die mageren, von den Gewerbesteuerrückzahlungen geprägten Jahre ein.