Diese drei Bürgermeister machen ihren eigenen Käse | FLZ.de

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Veröffentlicht am 19.06.2023 07:00

Diese drei Bürgermeister machen ihren eigenen Käse

In Höflers „Schatzkammer“, dem Reiferaum, können die Bürgermeister Ernst Nickel und Johannes Krapp (von links) sowie Helmut Wiesinger (rechts) schon einmal in Augenschein nehmen, wie ihre Käselaibe in zirka vier Wochen aussehen sollen. (Foto: Andreas Reum)
In Höflers „Schatzkammer“, dem Reiferaum, können die Bürgermeister Ernst Nickel und Johannes Krapp (von links) sowie Helmut Wiesinger (rechts) schon einmal in Augenschein nehmen, wie ihre Käselaibe in zirka vier Wochen aussehen sollen. (Foto: Andreas Reum)
In Höflers „Schatzkammer“, dem Reiferaum, können die Bürgermeister Ernst Nickel und Johannes Krapp (von links) sowie Helmut Wiesinger (rechts) schon einmal in Augenschein nehmen, wie ihre Käselaibe in zirka vier Wochen aussehen sollen. (Foto: Andreas Reum)

Die Bürgermeister im Drei-Franken-Eck sind Wiederholungstäter: Alle Jahre widmen sie sich gemeinsam einem kulinarischen Handwerk. Sie brauten etwa schon Bier und füllten Bratwürste in Därme. Heuer machten sie Käse.

DFB nennen sich das Oberhäupter-Trio von Burghaslach, Geiselwind und Schlüsselfeld augenzwinkernd: Drei-Franken-Bürgermeister. Allerdings gab es diesmal gleich zwei Besonderheiten. Burghaslachs Rathauschef musste absagen, da er zeitgleich in die Partnergemeinde Przywidz nach Polen eingeladen war. Und die Bürgermeisteraktion fand erstmals nicht in einer der drei Kommunen statt. Vielmehr begab man sich nach Gutenstetten in den Ortsteil Haag, wo Elisabeth Höfler eine Käsemanufaktur betreibt. Ein DFB-Auswärtsspiel sozusagen, allerdings erfolgversprechender als das die Auftritte der gleichnamigen Fußballtreter.

Ein Bürgermeister musste sich vertreten lassen

Für Luther sprang dritter Bürgermeister Helmut Wiesinger in die Bresche, um den beiden Kollegen Ernst Nickel (Geiselwind) und Johannes Krapp (Schlüsselfeld) zur Seite zu stehen – sichtlich ein Vertretungstermin, an dem Wiesinger seine Freude hatte. Jedenfalls wurde viel gelacht.

Käse machen, so fand Höfler, sei jedenfalls ganz einfach. Im Prinzip könne das jeder bei sich daheim in der Küche hinkriegen. Nicht viel anders waren jedenfalls die Anfänge der Käserei, die Höflers Vater Leo Seitz vor ziemlich genau 40 Jahren aus der Taufe hob. Der Betrieb wuchs, die Tochter übernahm und hat sich einen stattlichen Kundkreis aufgebaut, zu dem etwa auch Sternekoch Alexander Herrmann zählt, wie Höfler freudig berichten konnte.

Jeden Tag einmal wenden

Was sie unter „einfach“ verstand, bekamen die drei Bürgermeister dann in der gut zweistündigen Käserei-Aktion am Samstagvormittag dann detailliert erklärt. Die Milch war schon am Abend davor in den 1000-Liter-Bottich gefüllt worden. Ein bisschen hatte die Käserei schon vorgearbeitet, und sie wird sich auch um die Nacharbeiten kümmern. Denn die von den drei Bürgermeistern vorbereiteten Käselaibe müssen jetzt noch reifen und dabei jeden Tag einmal gewendet werden – einfach heißt also nicht, dass es keinen Aufwand gäbe.

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Auch ein bisschen Kraft und Geschick können nicht schaden, wie Wiesinger, Nickel, Krapp und der Drei-Franken-Allianz-Manager Josef Körner (der die Aktion wieder organisiert hatte) dann erfahren durften. So muss man beim Zerkleinern der angedickten Milchrohmasse schon zupacken können. Beim Verteilen in die etwa 40 Käsegefäße, Kadova-Formen, braucht es etwas Gefühl, und beim Wenden in den Formen sollte man keine zwei linken Hände haben. Zudem ist, wie Krapp erfahren musste, auch etwas Hitzebeständigkeit ratsam; denn die Gewürze für den Käse werden mit kochendem Wasser angebrüht, bevor sie mit der Hand in die Käsemasse gerührt werden.

Apropos Gewürze: diese wollten sorgsam erwogen werden. Das Trio entschied sich – passend zum gelb-rot-grünen Drei-Franken-Eck-Logo – für gelbe Bockshornklee-Samen, roten Chili und grüne Brennnessel.

Den Käse gibt's am Drei-Franken-Stein

Wie die Laibe dann in knapp vier Wochen aussehen werden, konnte sich das Bürgermeistertrio im Reiferaum ansehen, „meine Schatzkammer“, wie Höfler sagte. Die Reifung sei ohnehin der wesentliche Faktor beim Geschmack.

Ob Bürgermeisterhände nicht doch noch eine eigene Note hineinbringen, davon kann sich die Bürgerschaft dann am 16. Juli überzeugen. An jenem Sonntag findet am Drei-Franken-Stein von 10 bis 13 Uhr der alljährliche Frühschoppen statt, bei dem – wie üblich – die Gemeinschaftsproduktion der Gemeindeoberhäupter genossen werden kann. Dazu gibt es Bier, diesmal ebenfalls aus Gutenstetten, wie Josef Körner schon mal verriet. Doch so weit weg vom Drei-Franken-Eck ist das ja nicht und passt für den Allianzmanager voll und ganz zum Konzept der Aktion, „das Regionale den Leuten nahezubringen“.

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