Die Weinkönigin repräsentiert Ipsheims edle Tropfen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 22.06.2023 13:42

Die Weinkönigin repräsentiert Ipsheims edle Tropfen

Amtierende und ehemalige Ipsheimer Weinkönigin: Alina Schönleben (links) und Anne Schürmer. (Foto: Anna Franck)
Amtierende und ehemalige Ipsheimer Weinkönigin: Alina Schönleben (links) und Anne Schürmer. (Foto: Anna Franck)
Amtierende und ehemalige Ipsheimer Weinkönigin: Alina Schönleben (links) und Anne Schürmer. (Foto: Anna Franck)

Den Ipsheimer Wein in die Welt hinaustragen, ihn repräsentieren und dazu das eine oder andere Fest besuchen und auch mal einen Schoppen trinken: Das gehört zu den Aufgaben der Ipsheimer Weinkönigin.

Anne Schürmer hat diesen Posten stolze drei Jahre ausgeführt, normal ist nur eines, erklärt die 24-Jährige, die im Büro arbeitet und nebenbei die Hauswirtschaftsschule in Uffenheim besucht. Aufgrund der Corona-Pandemie sei ihre Zeit jedoch verlängert worden, bis 2023 ihre Nachfolgerin übernahm: die 19-jährige Alina Schönleben.

In anderen Weinbaugemeinden sei es oft so, dass man sich um den Titel bewerbe. „In Ipsheim eigentlich eher nicht“, sagt Anne Schürmer. Hier dürfen laut Alina Schönleben nur Töchter von Mitgliedern des Weinbauvereins Weinkönigin werden. Diese würden dann gefragt, ob sie den Posten übernehmen wollen. Meist gehe es nach Jahrgang. Durch Anne Schürmers Verlängerung sei das allerdings etwas verschoben. Sind in einem Jahrgang mehrere potenzielle Anwärterinnen, wird gewählt.

Das eigene Weinfest ist am schönsten

Große Zeltweinfeste hatte es für Anne Schürmer aufgrund der Pandemie nicht gegeben. Dennoch besuchte sie einige Veranstaltungen – meist im kleineren Rahmen. Von Vinothek-Eröffnungen bis zu Events der Silvanerheimat Franken oder der Fränkischen Bocksbeutelstraße. Ganz besonders seien aber die eigenen Feste in Ipsheim gewesen. „Das eigene Weinfest ist immer am schönsten“, findet Anne Schürmer. „Da spürt man die Heimatverbundenheit“, ergänzt Alina Schönleben.

Auch die 19-Jährige war mittlerweile schon gut unterwegs als Ipsheimer Weinkönigin – beispielsweise in Berlin oder München. „Bis jetzt war alles sehr schön, schöner als ich es erwartet habe.“ Man komme aus dem Alltag raus, erlebe eine „ganz andere Welt“.

Gerade zur Anfangszeit sei Anne Schürmer ihr eine „große Stütze“ gewesen, erzählt Alina Schönleben. Sie erklärte ihr: Wie läuft das alles ab? Schürmer gab Kleidertipps und teilte ihre Erfahrungen mit ihrer Nachfolgerin.

Neben der Familie stärkten auch Freunde den beiden den Rücken. Immer wieder hatten diese die Königinnen bei ihren Einsätzen auf Weinfesten begleitet. Auch unter den Hoheiten selbst würden echte Freundschaften entstehen. „Mit den Mädels im Jahrgang stehe ich immer noch in Kontakt“, so Schürmer. Einen Schnitt á la „Krone abgeben und das war es“ – den gebe es glücklicherweise nicht.

Nach dem Abi die Ausbildung zur Kauffrau

Beide hätten zu Beginn übrigens durchaus Zeit gebraucht, um zu entscheiden, ob sie überhaupt Weinkönigin werden wollen. Stehe man im Privaten beispielsweise nicht so sehr im Vordergrund, trete man als Weinhoheit mit der Krone auf dem Kopf nach vorne, um die eigene Weinbaugemeinde zu verkörpern. „Das war anfangs schon eine Überwindung“, sagt Anne Schürmer.

Zudem werde man auch in seiner Freizeit eingeschränkt, erklärt Alina Schönleben, die heuer erst ihr Abitur gemacht hat und nun eine Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation absolviert. Da frage man sich: „Will ich das? Schaff ich das?“

Beide wollten und bereuen es nicht. „Jederzeit wieder“, sagt Anne Schürmer rückblickend. Mit der Zeit wachse man immer mehr in die Rolle hinein. Wer die Chance hat und drüber nachdenkt, der rät Anne Schürmer: „Mach's. Das ist eine einmalige Möglichkeit.“ Das stärke und trage zur eigenen Entwicklung bei. Vor anderem Menschen zu reden und sich ein gewisses Auftreten erarbeiten – das habe sie in der Zeit gelernt. „Dadurch wird man selbstbewusster.“ Es forme den Charakter und, so Alina Schönleben, „du merkst, was du kannst“.


Anna Franck
Anna Franck
Redakteurin im Online-Team
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