Die Volkshochschule im Landkreis Ansbach bleibt auf Erholungskurs | FLZ.de

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Veröffentlicht am 17.12.2024 14:00

Die Volkshochschule im Landkreis Ansbach bleibt auf Erholungskurs

Die meisten Kurse der Volkshochschule im Landkreis Ansbach werden mittlerweile über die Homepage der VHS gebucht. (Foto: Evi Lemberger)
Die meisten Kurse der Volkshochschule im Landkreis Ansbach werden mittlerweile über die Homepage der VHS gebucht. (Foto: Evi Lemberger)
Die meisten Kurse der Volkshochschule im Landkreis Ansbach werden mittlerweile über die Homepage der VHS gebucht. (Foto: Evi Lemberger)

Noch immer spürt die Volkshochschule (VHS) im Landkreis Ansbach die Auswirkungen der Pandemie. Allerdings nähern sich das Angebot und die Nachfrage dem Vor-Corona-Niveau, berichtete VHS-Leiterin Ulrike Herzog im Bildungsausschuss des Kreistags.

Über 11.000 Teilnehmer

Sowohl bei der Zahl der Teilnehmenden als auch bei der Anzahl der durchgeführten Kurse ist nach Herzogs Worten weiterhin ein Aufwärtstrend zu erkennen. Im zweiten Semester des Jahres 2019, also kurz vor der Pandemie, gab es 919 tatsächlich gelaufene Kurse mit 11.162 Teilnehmern.

Im ersten Semester 2023 war der Tiefpunkt mit 308 Kursen und 3208 Teilnehmern erreicht. Im laufenden Semester sind es 798 Kurse mit 6141 Teilnehmenden. Da das Herbst- und Wintersemester noch bis Ende Februar läuft, werden vermutlich noch weitere Veranstaltungen hinzukommen, weil die Volkshochschule zunehmend flexibel plant.

Unsicherheiten bei der Finanzierung

Den größten Anteil an Kursen hatte heuer wieder der Gesundheitsbereich. Im Fach Deutsch als Fremdsprache gibt es durch den Ukraine-Krieg einen anhaltend großen Bedarf. In diesem Jahr fanden mehrere Abendkurse statt sowie ein Integrationskurs in Feuchtwangen.

Ob und wie viele Integrationskurse die VHS 2025 durchführen kann, ist aufgrund der Haushaltspläne im Bund fraglich. „Die derzeit veranschlagten Mittel reichen für den prognostizierten Bedarf bei weitem nicht aus“, meint Ulrike Herzog.

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Deshalb empfehle der Bayerische Volkshochschulverband momentan, keine neuen Integrationskurse zu planen, da deren Förderung nicht gesichert wäre. „Wir hoffen darauf, dass die Mittel erhöht werden, um unser Angebot aufrechterhalten zu können“, sagte die VHS-Leiterin.

Ausgebuchte Prüfungen bis Frühling

Der Prüfungsbedarf habe durch das neue Einbürgerungsrecht ein Rekordniveau erreicht: Als Prüfungszentrum führte die VHS des Landkreises Ansbach neben den eigenen Deutschprüfungen in den Integrationskursen auch den Deutschtest A2-B1 und den Einbürgerungstest für externe Teilnehmer im Landratsamt durch. Derzeit seien die Prüfungen bis zum Frühling ausgebucht, obwohl bereits Zusatztermine geplant wurden. Zudem konnte man das Angebot an bedarfsorientierten Firmenkursen ausbauen.

Diese fanden vor allem bei Firmen statt, die eine größere Zahl von Mitarbeitern aus östlichen EU-Ländern beschäftigen. In diesem Jahr wurden sieben solcher Kurse in Burk, Neuendettelsau, Rothenburg, Wörnitz und online durchgeführt. Weitere sind in Planung. Der Mangel an passenden Kursleitern habe sich verbessert, sei aber dennoch problematisch, so dass die Nachfrage nicht vollständig bedient werden konnte.

VHS verzeichnet Haushaltsplus

Die Ausgaben der Volkshochschule für das Haushaltsjahr 2024 bewegen sich im angesetzten Rahmen von 691.000 Euro. Die Einnahmen liegen sogar etwas über dem angesetzten Wert. Gründe dafür sind vor allem der vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geförderte Integrationskurs und die gestiegene Zahl an Kursangeboten.

Somit ergibt sich für 2024 vermutlich ein Haushaltsplus von etwa 35.000 Euro. Für das Haushaltsjahr 2025 wurden die zu erwartenden Einnahmen entsprechend angepasst, so dass erneut mit einem leichten Plus zu rechnen ist.

Umstieg von Programmheft zum Magazin

Ende 2023 und zu Beginn dieses Jahres wurden mehrere Veränderungen in der VHS angestoßen. Dazu gehörte der Umstieg vom Programmheft zum Magazin, die Einrichtung von Social-Media-Kanälen sowie die Erhöhung der Dozentenhonorare. Dazu zog Herzog ein positives Fazit: „Wir konnten neue Kunden hinzugewinnen, ohne unsere Stammkundschaft zu verlieren.“

Viele langjährige Dozenten hatten während der Corona-Pandemie ihre Tätigkeit beendet oder nicht wieder aufgenommen. Das konnte durch die Akquise zahlreicher neuer Kursleitungen zum Großteil ausgeglichen werden.

Die VHS-Veranstaltungen werden zunehmend dynamisch über das Semester hinweg geplant, was laut Herzog den Wünschen von Kunden und Kursleitern entgegenkommt, die selbst kurzfristiger planen. Somit könne man oft flexibel reagieren und Veranstaltungen zügig über die eigene Homepage, die Sozialen Medien und die Printmedien bewerben. Die Homepage werde mittlerweile als primäre Anmelde- und Informationsplattform genutzt. Etwa 80 Prozent der Anmeldungen erfolgen digital.

Digitalisierung geht weiter

Digitaler zu werden ist eine der zentralen Herausforderungen der Volkshochschule im Landkreis. In diesem Jahr wurden ein digitales Portal für die Zusammenarbeit mit den Kursleitern eingeführt, die Zahl der Online-Kurse erhöht sowie vermehrt Veranstaltungen zu Themen wie KI und Digitalisierung angeboten. In Kooperation mit den VHS-Außenstellen wurden neue digitale Prozesse eingerichtet, die die Arbeit für beide Seiten effizienter und nachhaltiger machen sollen.

Auf Nachfrage von Friedrich Zinnecker erklärte Ulrike Herzog, dennoch gebe es noch ausreichend Kurse, die vor Ort durchgeführt werden.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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