Die US-Armee investiert in Ansbach 250 Millionen Dollar | FLZ.de

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Veröffentlicht am 23.02.2024 19:03

Die US-Armee investiert in Ansbach 250 Millionen Dollar

Die Barton-Kaserne an der Meinhardswindener Straße wird für über 250 Millionen Dollar ausgebaut. (Foto: Jim Albright)
Die Barton-Kaserne an der Meinhardswindener Straße wird für über 250 Millionen Dollar ausgebaut. (Foto: Jim Albright)
Die Barton-Kaserne an der Meinhardswindener Straße wird für über 250 Millionen Dollar ausgebaut. (Foto: Jim Albright)

Wenn US-Kommandeur Aaron B. Dixon zum jährlichen „Abend mit Freunden“ in die Bismarck-Kaserne in Ansbach-Katterbach lädt, hat er in der Regel interessante Neuigkeiten zu verkünden. Auch in diesem Jahr hatte der Colonel „hot News“ parat: Die US-Armee investiert über 250 Millionen Dollar in den Ausbau der Barton-Kaserne – fast drei Mal so viel, wie vor Jahresfrist angekündigt.

„Wir wachsen“, konstatierte der Standort-Kommandant. Über 1000 zusätzliche Soldaten und deren Familienangehörige hätten „unsere Zahl auf über 12.000 Personen wachsen lassen“, so Dixon.

Fast doppelt so viele GIs als vor vier Jahren

Zum Vergleich: Vor vier Jahren, als der damalige US-Präsident Donald Trump mit dem Abzug der 35.000 US-Soldaten aus Deutschland gedroht hatte, waren 4200 GIs und ihre 2500 Familienangehörigen in den Kasernen der Garnison in Ansbach und Illesheim stationiert – heute sind es nahezu doppelt so viele. „Das bedeutet mehr wirtschaftliche Vorteile für die umliegenden Gemeinden und viele weitere Möglichkeiten für Partnerschaften“, so Colonel Dixon in seiner Rede.

Vor vier Jahren galt auch noch die Ankündigung der US-Armee, die Barton-Kaserne räumen und an die deutschen Besitzer zurückgeben zu wollen. Doch die Ukraine-Krise hat alles verändert. Der Standort Ansbach mit seinen Helikopter-Einheiten gehört zum Rückgrat der US- und Nato-Präsenz in Osteuropa. Und seine Bedeutung wächst weiter.

In die Barton-Kaserne sind inzwischen zwei zusätzliche US-Einheiten eingezogen: Die 7. Pionierbrigade, deren Aufgabe die technische Einsatzunterstützung der US-Armee in Europa und Afrika ist, hat ihr Hauptquartier mit rund 200 Soldaten an der Meinhardswindener Straße aufgeschlagen. Sie ist nach Dixons Worten „die einzige vorwärts stationierte Pionierbrigade der US-Armee“.

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Die 1-57 ADAR („1st Battalion, 57th Air Defense Artillery Regiment“) ist eine Luftabwehreinheit, die über ein Boden-Luft-Raketensystem verfügt, das auf Hummer-Geländewagen montiert ist. Sie soll die Nato-Einheiten in Europa und Afrika vor Bedrohungen aus der Luft schützen und wird gegen Flugzeuge, Hubschrauber, Drohnen und Marschflugkörper eingesetzt. Das Bataillon mit 400 Soldaten besteht aus einem Hauptquartier und einer Stabsbatterie, zwei Raketenwerfer-Batterien und einer Wartungskompanie.

Die Einheit komplettiert das Luftverteidigungs-Regiment 5-4 ADAR („5. Battalion, 4. Air Defense Artillery Regiment“), das in der Shipton-Kaserne bei Obereichenbach stationiert ist und über 36 Stryker-Radpanzer mit dem hochmodernen Feuergefechtssystem M-SHORAD verfügt. M-SHORAD steht für „Maneuver Short Range Air Defense“ – also ebenfalls für die Kurzstrecken-Luftverteidigung.

Damit die Infrastruktur mit der Mannschaftsstärke mithält, investiert die Armee massiv in den Standort. Besonders in der Barton-Kaserne, wo für über 250 Millionen Dollar unter anderem zwei neue Truppenunterkünfte, eine neue Fahrzeugwartungshalle, ein Parkhaus und ein Fitnesscenter entstehen.

Fußgängerbrücke über die Bundesstraße 14

Geradezu bescheiden wirken dagegen die Infrastrukturmaßnahmen in Katterbach: Im Frühjahr will man mit dem Bau einer 2,3 Millionen Dollar teuren Fußgängerbrücke über die Bundesstraße 14 beginnen, die dann die Katterbach- mit der Bismarck-Kaserne verbindet. Ebenfalls im Frühjahr, genauer im April, beginnen die Bauarbeiten für die 1,8 Millionen Euro teure Abstromsicherung, die verhindern soll, dass kontaminiertes Grundwasser vom mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) verseuchten Feuerwehr-Übungsplatz in die Umgebung fließt.

Mehrere Millionen Dollar seien zudem in Planung, so Dixon, „um unsere eigene Photovoltaik-Energieproduktion zu steigern und die Installation von LED-Beleuchtung im gesamten Standort fortzusetzen“.


Winfried Vennemann
Winfried Vennemann
Redakteur
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