In wenigen Tagen ziehen die ersten Vereine und Organisationen in das Alte Rathaus an Feuchtwangens Marktplatz ein. Nur die Tourist-Information muss noch draußen bleiben. Das war so vorgesehen und hat finanzielle Gründe, was bei der Stadtspitze in letzter Konsequenz für etwas Stirnrunzeln sorgt.
Das historische Gebäude am Marktplatz 1 ist nach der fertiggestellten Sanierung inzwischen wieder ein echter Hingucker, auch wenn die Auswahl der Fassadenfarbe noch aussteht und die Umsetzung entsprechend noch auf sich warten lässt. Bürgermeister Patrick Ruh spricht schon von einem Vorzeigeobjekt, auch wenn mit der Tourist-Information ein wichtiger Bestandteil des Projekts aktuell noch im Ausweichquartier untergebracht ist.
Gleich gegenüber hat der Stichwortgeber für Gäste aus Nah und Fern im Erdgeschoss des Hotels Greifen-Post eine Bleibe auf Zeit gefunden. „Optimal ist das nicht”, räumt Dr. Reinhard Reck vom Stadtmarketing gegenüber der FLZ zu der Übergangslösung ein. Wenig Platz, keine ansprechende Präsentation der touristischen Möglichkeiten – das ist die Kröte, die man bis zur Umsetzung schlucken muss. Dabei steht das umfassende Konzept einer grundlegenden Modernisierung des Angebots mit barrierearmen Zugängen und zeitgemäßen Informationsformen längst.
Wie es auf der Internetseite der Stadt heißt, soll die Tourist-Information komplett neu ausgerichtet werden, so dass ein angemessener Rahmen „für die touristische Erstansprache der Stadt Feuchtwangen” geschaffen wird. „Für eine Kommune, deren touristisches Profil wesentlich durch historische Substanz, kulturelle Angebote und landschaftliche Vielfalt geprägt ist, wird eine zeitgemäß gestaltete Tourist-Information künftig ein wichtiges Instrument sein, um Orientierung zu bieten und zentrale Inhalte verlässlich zu vermitteln.”
Allerdings wird das noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Denn derzeit ist die Förderung noch nicht abschließend geregelt, wie der Bürgermeister bestätigt. Während das Gros der Sanierung des einstigen Rathauses über die Städtebauförderung finanziert werden kann, muss für den Innenausbau und die vorgesehene interaktive Technik ein anderer Topf angezapft werden.
Speziell zugeschnitten auf derartige Themen ist das Röfe-Förderprogramm. Hinter der Kurzform verbergen sich die „Richtlinien zur Förderung von öffentlichen touristischen Infrastruktureinrichtungen”. Im Rahmen dessen werden Basiseinrichtungen der touristischen Infrastruktur gefördert. Konkret: Über das Programm kann die Errichtung, die Erweiterung, die Generalinstandsetzung, der Umbau und die Modernisierung von öffentlichen touristischen Infrastruktureinrichtungen bezuschusst werden.
So weit, so gut. Über die Röfe-Förderung könnten „erhebliche Zuschüsse” generiert werden, wie Bürgermeister Patrick Ruh erklärt. Allerdings sei das Programm mit ganz erheblichen bürokratischen Hürden versehen, sehr auf Details zugeschnitten und ziehe einen entsprechenden Aufwand nach sich. Insofern hofft Ruh darauf, sich in den Gesprächen mit der Regierung von Mittelfranken auf „einen pragmatischen Weg” einigen zu können.
Eventuell könnte aufgrund der umfangreichen Vorarbeit auch ein Planungsbüro einbezogen werden, lässt Ruh durchblicken. Zudem werde derzeit auch eine alternative Förderkulisse noch geprüft. Klar ist schon jetzt: Bis zum Einzug der Tourist-Information wird es dauern.
Dabei warten die im Erdgeschoss des Alten Rathauses untergebrachten neuen Räume streng genommen nur noch auf ihre Vollendung. Kabel ragen bereits dort aus dem Boden, wo später einmal ein Entdeckertisch den Touristinnen und Touristen digitale Vertiefungsmöglichkeiten und Touchscreens themenspezifische Inhalte bieten sollen. Geplant ist auch eine Panoramaprojektion von prägenden Orten, Landschaften und Perspektiven der Stadt.
Solange aber die Förderung nicht geklärt und ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn nicht genehmigt sind, muss das Zukunftsmusik bleiben. „Wir sind noch im Zeitrahmen”, stellt der Bürgermeister grundsätzlich klar. Einen späteren Einzug der Tourist-Information hatten die Planungen der Stadt bereits vorgesehen.
Liefe alles nach Wunsch, könnten die Schreinerarbeiten und die technische Umsetzung noch in diesem Jahr abgeschlossen und der Einzug dann 2027 realisiert werden, rechnet Ruh vor. Dabei seien aber abschließende Entscheidungen des Stadtrates auch und gerade von der Förderkulisse abhängig.