Seit 1968 verleiht die Stadt Ansbach den Kulturpreis. Eine besondere Auszeichnung, denn in 56 Jahren gab es nur 13 Preisträger. Zumindest bis jetzt. Mit Rolf Fütterer und Willi Probst ehrte Oberbürgermeister Thomas Deffner den 14. und 15. Preisträger für ihr Schaffen im Bereich der Bildenden Kunst.
Maler, Filmemacher und Musiker. „Rolf Fütterer darf ob seiner vielen Talente als Multitalent bezeichnet werden“, verkündete Deffner vor knapp 200 geladenen Gästen der Preisverleihung im Onoldiasaal. Der heute 85-Jährige studierte von 1959 bis 1962 an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und von 1962 bis 1964 an der Akademie in München.
Eine erfrischend andere und humorvolle Laudatio hielt Hannes Hüttinger. Der ehemalige Schüler von Fütterer am Platen-Gymnasium band den Geehrten in ein Frage-Antwort-Spiel ein.
Fütterer erinnere mit seinen Bildern gerne an gesellschaftspolitische Themen. „Darum würde ich mir kein Bild von ihm im Schlafzimmer aufhängen“, scherzte Hüttinger. Dies kommentierte Fütterer trocken: „Das kannst du dir schon aufhängen, denn im Schlafzimmer ist ja nachts das Licht aus.“
Warum er nicht einfach Stillleben von Obst und Blumen, sondern lieber politische Motive malt, erzählte der Künstler dann auch: „Weil mich so vieles aufregt.“ Und schon polterte Fütterer über die Abholzung des Regenwaldes für Sojaanbau für Tierfutter los. Ein besonderer Verdienst: Weltweit sind seine Werke gefragt. Selbst in China und den USA hatte er schon Ausstellungen. Fütterer stapelte tief: „Das in New York war nicht größer als in Ansbach.“
Ganz der Künstler, wich er etwas extravagant vom Programm ab und spielte spontan zwei Stücke am Klavier. Er schloss mit den Worten: „Ich bin nicht geschüttelt, aber gerührt. Respekt an die Stadträte für die Nominierung, auch wenn wir nicht immer gleicher Meinung sind.“ Hintergrund: Fütterer und Probst waren von der Bürgerinitiative Ansbacher Parteiloser im Stadtrat vorgeschlagen worden. Die Stadträte nahmen die Nominierung einstimmig an.
Die zweite Laudatorin Inge Bromm aus Schwanstetten freute sich über die Auszeichnung von Willi Probst: „Unser Willi bekommt den Kulturpreis. Das ist einfach super.“ Sie verbindet fast vier Jahrzehnte gemeinsamer Erlebnisse.
Probst wurde am 2. Oktober 1939 in Schalkhausen geboren. Schon zu Schulzeiten am Platen-Gymnasium war er ein begeisterter Maler und saß mit Klassenkameraden am Scheerweiher zum Zeichnen. Für sein Schaffen als klassischer Maler wählte ihn der Landkreis Roth schon 2000 zum Maler des Jahres.
Früh entwickelte er eine Faszination für die Toskana, besuchte häufig die Gegend, malte dort und zog andere Künstler mit. Oft war Bromm dabei und erlebte lustige Anekdoten.So wie eine Japanerin ihn einst beim Malen am Piazzo Michelangelo in Florenz beobachtete. Der Mittelfranke lud sie ein: „Kum, setz di hald aweng her und mol mit.“ Schwupps, war die Frau verschwunden – nur um kurz darauf mit acht Freundinnen im Schlepptau mit Stuhl und Block wiederzukommen und Probsts Bild abzumalen.
Stets habe Probst seine Visitenkarten dabei und verteile sie. Eine solche landete auf der Windschutzscheibe eines unbekannten Autos mit Ansbacher Kennzeichen in Sorano. „Der muss doch wissen, dass i dou war“, sagte Probst. Einige Wochen später klingelte es bei ihm an der Haustür. Der damalige Regierungspräsident Karl Inhofer stand davor und bedankte sich für die Karte.
2002 eröffnete Probst eine Galerie im eigenen Haus in Ansbach und hielt seitdem 39 Ausstellungen mit eigenen und Werken anderer Künstler ab.