Eine gut halbstündige Rede des Oberbürgermeisters, schwungvolle Klänge des Stadt- und Jugendblasorchesters, Häppchen, Getränke und viele, viele Gespräche. Das sind die Zutaten, die den Neujahrsempfang 2025 in Ansbach ausgezeichnet haben. Themenschwerpunkt von Oberbürgermeister Thomas Deffner war in diesem Jahr der des Klinikverbund ANregiomed.
Das Stadt- und Jugendblasorchester stand erstmals beim Neujahrsempfang der Stadt unter der Leitung von Mark Sirok. Es sorgte zwischen den Redebeiträgen und nach dem offiziellen Teil für Kurzweil. Sirok hatte dafür in die Kiste populärer Kompositionen gegriffen: von „Lemon Tree“ bis „There’s No Business Like Show Business“. Das kam bei den knapp 900 Besucherinnen und Besuchern sehr gut an.
Geladen waren neben Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auch viele, die sich ehrenamtlich engagieren. Hinzu kommen die Bürger, die in den Straßenzügen wohnen, die mit den Buchstaben von Ba bis Eg beginnen.
Es war eine „gefahrengeneigte Tätigkeit im arbeitsrechtlichen Sinne“, die er seinen beiden Stellvertretern Elke Homm-Vogel und Dr. Markus Bucka anvertraut hatte, scherzte OB Thomas Deffner: die namentliche Begrüßung einiger besonderer Gäste. Die Liste begann bei der Ruhestands-Politprominenz wie Carl-Dieter Spranger, Klaus Dieter Breitschwert oder Hans Maurer und zog sich über die Vertreter von Feuerwehr, Polizei, Justiz und US-Armee bis hin zu allen Ehrenamtlichen. „Wir sind eine Stadt, die zusammenhält“, wandelten Homm-Vogel und Bucka ein Zitat aus der Neujahrsansprache des Bundeskanzlers Olaf Scholz ab. Das zeichne Ansbach aus.
Für die Stadtverwaltung sei der Ausnahmezustand inzwischen Normalität, befand Deffner mit Blick auf Krisenherde weltweit. Er dankte ausdrücklich allen Beschäftigten, bezog aber auch die Stadtgesellschaft mit ein. Denn am Ende des Tages seien alle Herausforderungen nur gemeinsam zu meistern, meinte auch er.
Zwei positive Beispiele des vergangenen Jahres sind aus seiner Sicht der neue Jugendtreff im Bürgerpark und der Skaterplatz hinter dem Theresien-Gymnasium. In beiden Fällen haben Spenden dafür gesorgt, dass das Ergebnis noch etwas besser werden konnte.
Deffner erzählte von den Ehrenamtlichen, die mit der „Brücke zum Nächsten“ rund 300 Menschen einen schöneren Heiligen Abend beschert haben. Er erinnerte an die Helfer, die im Juni beim Hochwasser in Schwaben im Einsatz waren. Und er erwähnte Jürgen Wolf, der als Weihnachtsmann im Advent in der Stadt unterwegs war und Geschenke verteilte. Es seien diese Momente, die zeigten, was zusammen erreichbar ist. Es war nicht die einzige Stelle, an der die Gäste dem Oberbürgermeister mit ihrem Zwischenapplaus beipflichteten.
Auch als es um die Sanierung des Theaters ging, gab es unterstützenden Beifall. „Dabei werden die Ziele verfolgt, die Mängel am Großen Haus zu beseitigen und nach zeitgemäßen Anforderungen zu verbessern.“ Geld hierfür sei im Haushalt für 2025 bereits eingestellt.
Klar sei aber auch, dass das Jahr 2025 von weiteren Herausforderungen geprägt werde. Für den öffentlichen Personennahverkehr gibt die Stadt derzeit 1,65 Millionen Euro im Jahr aus. „Die Kosten werden sich vervielfachen“, prognostizierte Deffner und verwies auf die teuren Notvergaben, die erst vor wenigen Tagen beim Landkreis ein großes Loch in den Haushalt gerissen haben.
Und dann ist da ja noch das Sorgenkind ANregiomed – Klinikvorstand Dr. Gerhard Sontheimer war übrigens ebenso wie Verwaltungsratsvorsitzender Dr. Jürgen Ludwig unter den Gästen im Onoldiasaal. „Wir stehen fest zu unserem Klinikunternehmen ANregiomed, wenn es auch finanziell Grenzen dessen gibt, was möglich ist“, betonte Deffner. Allein im laufenden Jahr muss die Stadt nach Stand der Dinge sieben Millionen Euro an Defizitausgleich überweisen.
Es müssten in „den kommenden Wochen“ Entscheidungen zur Zukunft des Klinikverbundes getroffen werden. „Wir sind hier an die Klinikreform des Bundes gebunden und müssen diese vollziehen, ob es uns gefällt oder nicht.“ Der OB hätte sich gewünscht, dass bei der Reform besser auf die Unterschiede zwischen Ballungsräumen und ländlichen Regionen eingegangen worden wäre. Doch es sei klar, dass das Gesundheitswesen Veränderungen nötig hatte – allein aufgrund der finanziellen Situation und des Fachkräftemangels.
Am Beispiel Kardiologie versuchte der OB zu erläutern, wie komplex das Thema ist. Um eine solche betreiben zu können, seien weitere Fachdisziplinen wie eine Allgemeine Innere Medizin, eine intensivmedizinische Leistungsgruppe, eine Gefäßchirurgie, eine Elektrophysiologie und mehr erforderlich. „Und es wird verpflichtend, mindestens fünf kardiologische Fachärzte zu haben, die das Geschäft 24 Stunden, sieben Tage die Woche betreiben beziehungsweise bereitstehen.“ Wenn überhaupt, sei das nur am Standort Ansbach möglich, sagte der OB. „Auch hier wird es mehr als schwierig werden.“
Er erhoffe sich mehr Unterstützung vom Freistaat bei der Umsetzung der Reform, machte der OB deutlich. Bayern müsse sich aus seiner Sicht „mehr in Sachen Struktur der Kliniken“ einbringen. Er erwartet zudem vom Bund finanzielle Unterstützung, um die Defizite auszugleichen.